Warum Tiere am Heiligen Abend pl√∂tzlich sprechen k√∂nnen und was ‚Äělesseln‚Äú bedeutet: Wir schl√ľsseln die wichtigsten Weihnachtsmythen auf.

1. Warum hei√üt es: ‚ÄěIn der Weihnachtsnacht k√∂nnen die Tiere sprechen‚Äú?

Die Legende h√§ngt mit der Geschichte der Geburt Jesu zusammen. In der Bibel hei√üt es: Neben den Heiligen Drei K√∂nigen und den Hirten fanden sich im Stall zu Bethlehem auch die Tiere ein, um das Jesuskind zu besuchen, ihm Gaben zu bringen und mit ihm zu sprechen. Die Tiere tragen an Weihnachten also die Botschaft des Friedens in die Welt. Aber nur Menschen, die daf√ľr einen Sinn haben, verstehen die Botschaft auch.

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26. Nov

2. Wieso isst man zu Weihnachten Kekse?

Das Backen nahm schon in der Zeit vor Christi Geburt seine Anfänge. Damals wurde die Wintersonnenwende am 21. Dezember mit einem Fest gefeiert, an dem sogenannte Opferbrote gebacken wurden. Diese sollten böse Geister und Dämonen fern halten.

3. Warum √ľberreicht man zu Weihnachten Geschenke?

Weihnachtlich verpackte Geschenke (Bild: Katharina Gossow)
Wer diese Geschenke wohl gebracht hat? (Bild: Katharina Gossow)

Urspr√ľnglich war es der Nikolaus, der mit einem Sack voller Gaben schon am 6. Dezember an die T√ľr klopfte. Er brachte neben N√ľssen, √Ąpfeln und anderen Kleinigkeiten auch Geschenke. Erst im 16. Jahrhundert wurde diese Bescherung auf den 24. Dezember verlegt. Wahrscheinlich entstand aus dem Heiligen Nikolaus, einem wohlt√§tigen Bischof, auch die Figur des Weihnachtsmanns. Seither ist dieser gemeinsam mit dem Christkind f√ľr die Erf√ľllung von W√ľnschen zust√§ndig.

4. Vom Christkind, der Dreikönigshexe und Père Noel

Wenn man in √Ėsterreich und Deutschland die Geschenke auspackt, haben das die Italiener noch vor sich. Unsere italienischen Nachbarn m√ľssen bis 6. J√§nner warten, ehe die Dreik√∂nigshexe Befana Packerl bringt. In den Niederlanden hingegen wird Sinterklaas schon am 5. Dezember gefeiert. Der Franz√∂sische P√®re Noel und der englische Father Christmas kommen am 25. Dezember.

5. Geweihtes Futter f√ľr die Tiere

Ob‚Äôs ihnen schmeckt? Man wei√ü es nicht. Dennoch bekommen manche Tiere am 24. Dezember geweihtes Futter, dem ein paar Tropfen Schnaps beigemengt werden. Das nennt sich dann ‚ÄěMaulgabe‚Äú. Angeblich bleiben die Tiere dadurch gesund und fruchtbar.

6. Räuchertermine rund um Weihnachten

Kiste mit Räucherkräutern (Bild: Himmelbauer)
Räuchern mit Kerze und Stövchen (Bild: Himmelbauer)

Traditionell geht man in der Nacht des Thomastag (21. Dezember), am Heiligen Abend, in der Silvesternacht und in der Nacht vor dem Dreikönigstag (6. Dezember) mit einer Räucherpfanne durchs Haus und vertreibt durchs Räuchern böse Dämonen.

7. Was versteht man unter dem Begriff ‚Äělesseln‚Äú?

Unter ‚Äělesseln‚Äú versteht man den abergl√§ubischen Brauch, in die Zukunft zu schauen. Man lesselt vor allem in der Andreasnacht (29. November). Aber auch der Heilige Abend (24. Dezember) und Silvester (31. Dezember) waren fr√ľher Lesseln√§chte. Dazu werden neun H√ľte auf einen Tisch gelegt, unter denen entweder Figuren oder Geldst√ľcke liegen. Deckt man ein P√ľppchen auf, bedeutet das Nachwuchs. Ein Geldst√ľck verspricht hingegen Wohlstand.

8. Was sind traditionelle Weihnachtsgerichte in √Ėsterreich?

Salzburger Mettensuppe (Bild: Peter Podpera)
Salzburger Mettensuppe (Bild: Peter Podpera)

Die Festtagsmen√ľs variieren meist von Region zu Region. In √Ėsterreich wird am Heiligen Abend vor allem in Wien, Ober√∂sterreich, Nieder√∂sterreich und der Steiermark gerne gebackener Karpfen verspeist. Den Vorarlbergern hingegen schmecken Kalbsbratw√ľrstel und den K√§rntnern Selchw√ľrstel. In Salzburg und die Tirol wiederum serviert man gerne W√ľrstelsuppen. Und im Burgenland kommen oftmals knusprig gebratene G√§nse auf den Tisch.

9. Die Thomashutze erschreckt am 21. Dezember

F√ľrchtet euch nicht, denn er meint es nicht b√∂se:¬†Die Rede ist hier vom Thomashutze, einer wilden Perchtengestalt, die einem Vogel gleicht. Fr√ľher wurde schlimmen Kindern mit seinem Erscheinen gedroht, heute geh√∂rt er nur noch dem Gefolge des Thomasniglo an. Der zieht am 21. Dezember, dem Thomastag, mit Krampussen und den gabenbringenden Niglofrauen durch das Steirische D√∂rfchen Gams. Was es aber genau mit diesem uralten Brauch auf sich hat, ist nicht √ľberliefert.

10. Gekreuzte H√§nde und F√ľ√üe gegen Gespenster

In den zw√∂lf Raun√§chten um Weihnachten und Dreik√∂nig ‚Äď so glaubte man fr√ľher ‚Äď sauste ein wildes Geisterheer √ľber die T√§ler hinweg. Die Hexen- und Spukgestalten bedr√§ngten dabei gerne einmal einsame Wanderer. H√∂rte man ihr Sausen, so sollte man H√§nde und F√ľ√üe √ľbers Kreuz legen, dann brauste die sogenannte Wilde Jagd √ľber einen hinweg. Manche Leute trugen geweihte Kreuze oder Amulette auf der Brust mit sich.