Servus zu Besuch im Kaisertal. Im Angesicht des Wilden Kaisers werden Aufstieg und Wanderung zu einer Tour der Köstlichkeiten.

Das Kaisertal liegt oberhalb von 820 Meter Höhe zwischen Zahmem Kaiser und Wildem Kaiser. Das Hochtal mit seinen ca. 35 Bewohnern war bis Mitte 2008 ausschließlich zu Fuß erreichbar und galt als einziges Tal Europas ohne Straßenanbindung. Mittlerweile ist das Kaisertal durch einen Tunnel mit dem Rest der Welt verbunden, der ausschließlich von den Bewohnern benutzt werden darf. Für alle anderen ist das Naturschutzgebiet und Wanderparadies nur über zirka 280 Stufen erreichbar.

Bild: Peter Podpera
Die Stiegen hinauf zum Kaisertal: Dass es drumherum so viel zu sehen gibt, lenkt ein wenig von 285 Stufen ab. (Bild: Peter Podpera)

Hat man die bewältigt, sollte man gleich einmal rechts einen Abstecher zur Tischofer Höhle machen. Die 8,5 Meter hohe Höhle war in der Steinzeit Unterkunft von Bären, Löwen, Wölfen und Steinböcken, deren Knochenreste im Museum in der Festung Kufstein ausgestellt sind. Ebenfalls gefunden wurden Werkzeuge mit einem geschätzten Alter von 28.000 Jahren, womit sie die ältesten menschlichen Erzeugnisse in Tirol sind. Während der Napoleonischen Kriege diente die Höhle den Aufständischen als Waffenversteck.

Wieder zurück im Tageslicht, kann man sich auf zahlreichen Wanderwegen von Hütte zu Hütte, von Alm zu Alm bewegen und regionales Essen sowie spektakuläre Ausblicke genießen.

1. Tiroler Gröstl und ein Glas Wein zum Aufstieg

Das Gasthaus Weinstadl ist markanter Treffpunkt für alle, die ins Kaisertal aufsteigen oder sich nach der Wanderung eine Stärkung gönnen möchten. Es liegt vis-à-vis vom Gasthof Basislager Harmonie, wo man das Auto gegen geringes Entgelt parken kann. Wie der Name schon verrät, gibt es hier jede Menge Wein, was in Tirol ja eher ungewöhnlich ist, und dazu passende Speisen wie Backhendl, Gulasch und Tafelspitz sowie ein Heurigenbuffet. Natürlich dürfen auch Tiroler Gröstl, Kasnocken und Schlutzkrapfen nicht fehlen.

Weinstadl
Kaiseraufstieg 25
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/641 72
www.weinstadl.net

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2. Üppiges Frühstück im Veitenhof

Bild: Peter Podpera
Frühstück für Kaiser – im Veitenhof. (Bild: Peter Podpera)

Wer den Kaisertalaufstieg bewältigt hat, freut sich gleich einmal, wenn er den Veitenhof sieht, der von Gitti und Otto Pirchmoser betrieben wird. Berühmt ist vor allem das üppige Frühstück, das mit Delikatessen von kleinen Sennereien und Biobauernhöfen bestückt ist. Für seine gutbürgerliche Küche, die hausgemachten Mehlspeisen und das frisch gezapfte Bier wurde der Veitenhof auch als „Genusswirt“ ausgezeichnet.

Veitenhof
Kaisertal 3
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/634 15
www.veitenhof.at

3. Essen im legendären Pfandlhof

Bild: Peter Podpera
Zum Pfandlhof, der nach einem Brand 1919 neu errichtet wurde, gehörte einst auch eine Landwirtschaft. Damals lebte man hier autark. (Bild: Peter Podpera)

Seit über 200 Jahren ist der Pfandlhof im Besitz der Familie Schwaighofer, Ende des 19. Jahrhunderts galt er gar als berühmteste Gaststätte Tirols. Das lag einerseits an den drei Brüdern Sepp, Toni und Thomas, die den Grundstein zum Alpinismus im Kaisertal legten. Mehr aber noch an ihrer Schwester Maria, die zum schönsten Mädchen Tirols erklärt wurde. Auf der wunderschönen Terrasse und in den alten Gaststuben wird Tiroler Küche serviert – inklusive Wildspezialitäten aus der eigenen Jagd.

Alpengasthof Pfandlhof
Kaisertal 7
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/621 18
www.pfandlhof.at

4. Ein Hof, der bereits 1224 erwähnt wurde

Bild: Peter Podpera
Der Hinterkaiserhof in der Talmitte ist der älteste Hof im Tal. Sein ursprüngliches Fundament aus Bachsteinen und Lehm stammt noch aus dem Jahr 1224. (Bild: Peter Podpera)

Der Hinterkaiserhof wurde 1224 erstmals in Urkunden erwähnt und gilt als ältester Hof im Kaisertal. Er wird heute von Barbara und Toni Schaffer bewirtschaftet, die auch die direkt daneben stehende Antoniuskapelle aus dem Jahr 1711 betreuen. Mit Blick auf Gamskarköpfl (2.040 m) und Sonneck (2.260 m) kann man sich hier bei einer ordentlichen Jause stärken.

Hinterkaiserhof
Kaisertal 10
6341 Ebbs

Tel.: +43/5372/625 74
www.hinterkaiserhof.at

5. Moosbeerschmarrn kosten

Bild: Peter Podpera
Der Moosbeerschmarrn – die perfekte Unterlage für eine lange Wanderung. (Bild: Peter Podpera)

Der Berggasthof Ritzau-Alm liegt auf 1.161 Meter Höhe und wird von Josef Anker und seinen Kindern bewirtschaftet. Der Papa ist in der Küche fürs Fleisch zuständig, Tochter Barbara für den Rest. Legendär ist das Almfrühstück samt Moosbeerschmarrn, mit dem man auch die längste Wanderung locker schafft. Das Fleisch für die ausgezeichneten Bratln kommt vom Bruder von Josef Anker, einem Fleischer in Ebbs. Alles wird selbst gemacht oder bei Sennereien in der Wildschönau besorgt.

Ritzau-Alm
Kaisertal 14
6341 Ebbs

Tel.: +43/5372/636 24
www.ritzaualm.com

6. Ein wunderbarer Blick auf die Festung Kufstein

Etwas oberhalb der Ritzau-Alm auf 1.388 Meter Höhe liegt die Vorderkaiserfeldenhütte des Deutschen Alpenvereins. Sie wurde 1901 eröffnet und hatte – damals eine Seltenheit – eine Zentralheizung. Von hier hat man ebenso wie von der Ritzau-Alm einen wunderbaren Blick aufs Inntal und die Festung Kufstein.

Vorderkaiserfeldenhütte
Kaisertal 15
6341 Ebbs

Tel.: +43/5372/634 82
www.vorderkaiserfelden.com

7. Nächtigen im Hinterbärenbad

Bild: Peter Podpera
Im Schatten der Kleinen Halt liegt das Anton-Karg-Haus mit seiner kleinen Kapelle. Hier sollen der Legende nach die Bären ein kühles Bad genommen haben, weshalb man diese Stelle auch als Hinterbärenbad kennt. Die Linzerin Anita Kraisser ist Chefin des Anton-Karg-Hauses. Sie hat die Alpenvereinshütte aus der Jahrhundertwende wieder zum Glänzen gebracht. (Bild: Peter Podpera)

An der Stelle, wo der Sage nach einst Bären ihr Bad im Kaiserbach nahmen, wurde vor über 100 Jahren vom Alpenverein Kufstein das Anton-Karg-Haus errichtet. Damals verbrachten angesehene Kufsteiner Bürger hier ihre Sommerfrische, deshalb sind die Zimmer auch heute noch besonders geräumig und zum Teil sogar mit Balkonen ausgestattet. Seit knapp zehn Jahren wird das Berghaus von Anita und Albin Kraisser mit viel Liebe und Gastfreundschaft bewirtschaftet. Auch hier wird ausschließlich mit regionalen Produkten gekocht, dazu gibt es hausgemachtes Brot und Mehlspeisen.

Hinterbärenbad – Anton-Karg-Haus
Kaisertal 2
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/625 78
www.hinterbaerenbad.com

8. Bei der Wilden Kaiserin

Bild: Peter Podpera
Vom Hans-Berger-Haus hat man einen der besten Blicke übers Tal. Vom Kaisertalaufstieg bis hierher braucht man etwa zweieinhalb Stunden. Als Silvia Huber das Hans-Berger-Haus von ihrem Vater, Bergsteiger-Legende Adi Huber, übernommen hat, gaben ihr die Kaisertaler maximal zwei Saisonen. Heute nennt man sie zärtlich „Wilde Kaiserin“. (Bild: Peter Podpera)

Am hintersten Ende des Kaisertals steht das Hans-Berger-Haus, das den Kufsteiner Naturfreunden gehört. Hier führt Silvia Huber das Regiment, die die Hütte von ihrem Vater, der steirischen Bergsteigerlegende Adi Huber, übernommen hat. „Hier ist ein Ort für Freigeister und eine Freidenker-Zone“, sagt Silvia Huber. „Der Berg bringt alle auf gleiche Größe, und der Geist fügt sie zusammen.“ Mit den schönsten Felsen im Rücken werden hier Kletterkurse für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und speziell auch für Frauen angeboten, abends kann man in der ersten Gipfelbibliothek der Welt stöbern. Bekannt ist das Berghaus auf 936 Meter Höhe auch für die Kochkünste von Silvia Huber, die man rundum nur als „Wilde Kaiserin“ kennt.

Hans-Berger-Haus
Kaisertal 24
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/625 75
www.bergsteigerschule.at

9. Wo der Kaiser winkt

Nur ca. 40 Gehminuten von der Bergstation des Kaiserlifts entfernt liegt das Berghaus Aschenbrenner auf 1.136 Meter Höhe. Von der Terrasse hat man einen schönen Blick auf Kufstein sowie die Gipfel des Wilden Kaisers. Wirt Alois Taxauer ist Jäger, deshalb wird in seinem Haus auch ausgezeichnetes Wildbret serviert. Von hier aus geht es entweder zurück zum Kaiserlift oder man übernachtet nach dem einen oder anderen Schnaps gleich hier. Im Winter führt übrigens vom Berghaus eine Naturrodelbahn bis nach Kufstein.

Berghaus Aschenbrenner
Stadtberg 14
6330 Kufstein

Tel.: +43/5372/622 20
www.berghaus-aschenbrenner.com

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