Seit Jahrhunderten kennen die Menschen die positiven Eigenschaften von Zirbenholz. Inzwischen sind sie auch wissenschaftlich bestätigt.

Nicht ohne Zufall umgeben sich Menschen in Regionen, in denen Zirben wachsen, schon seit jeher mit ihrem Holz – ob als einzelnes Möbelstück oder als ganze Stube. Denn ihre beruhigende Wirkung und ihren angenehm sanften Duft holte man sich immer gerne ins Haus. Aber was steckt hinter diesen Eigenschaften? Wieso fühlt man sich nach einer Nacht in einem Zirbenbett erholter? Wissenschaftler Maximilian Moser ist dem auf den Grund gegangen.

1. Woran erkennt man einen Zirbenbaum?

Die blĂĽhenden Zapfen der Zirbe. (Bild: Mauritius)
Alle sechs bis zehn Jahre blĂĽhen die Zapfen der Zirbe. (Bild: Mauritius)

Die Zirbe (lat.: pinus cembra, auch Zirbelkiefer oder Arve) ist ein Nadelbaum aus der botanischen Familie der Kiefer. Sie wächst ab einer Seehöhe von 1.500 Metern in den Alpen, und zwar von Frankreich bis Slowenien. Ausgewachsene Zirben sind bis zu 30 Meter hoch und bilden vier bis acht Zentimeter lange Nadeln aus, die in Fünfergruppen angeordnet sind. Sie erblühen alle sechs bis zehn Jahre von Mai bis Juli mit roten Zapfen, die im September oder Oktober des Folgejahres voll ausgebildet sind und reife Samen enthalten. Die häufig von Wind und Wetter gezeichneten Bäume werden teilweise über 800 Jahre alt. Es sind in Österreich sogar weitaus ältere Bäume entdeckt worden.

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2. Wozu wird die Zirbe verarbeitet?

Aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung werden aus Zirbenholz schon seit Jahrhunderten Betten gebaut, besonders fĂĽr Kinder. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Accessoires wie ZirbenlĂĽfter, Brotdosen oder Schalen aus dem kostbaren Holz. Als eher weiches und leichtes Holz eignet es sich gut zum Schnitzen. Zirbenlocken, die beim Hobeln entstehen, werden im Ganzen verkauft oder in kleiner Form fĂĽr Kopfkissen, Bettdecken und Zierkissen verwendet.

Sehr verbreitet ist auch die Gewinnung von Zirbenöl aus Nadeln, Ästen und Harz. Wer schon einmal einen Saunaaufguss mit Zirbenaroma erlebt hat, kennt die herrliche Wirkung auf die Sinne. Das ätherische Öl findet aber auch Anwendung in Duftlampen, Seifen, Shampoos und Massageölen. Aus den Zapfen, die auch Nüsse heißen, wird gerne Schnaps und Pesto hergestellt.

Querschnitt durch eine reife Zirbennuss. (Bild: Arnold Pöschl)
Querschnitt durch eine reife Zirbennuss. (Bild: Arnold Pöschl)

3. Schadet das Fällen der Zirben den Wäldern?

Die Zirbe steht unter Naturschutz und die jährliche Schlagzahl ist für die einzelnen Gebiete genau festgelegt. Aufgrund der nachhaltigen Forstwirtschaft und der österreichischen Waldinventur nehmen die Wälder mit einem Zirbenanteil von über zehn Prozent aktuell zu. Dank der Förster, die jedes Jahr 130.000 junge Zirben pflanzen und dank des Tannenhähers, der seine Zirbensamendepots gerne einmal vergisst, werden die Waldbestände verjüngt. Und weil jährlich nur etwas mehr als die Hälfte des gesamten Holzzuwachses genutzt wird, steigt der Bestand ebenfalls an. Durch die verantwortungsvolle Umgangsweise braucht man sich daher nicht darum zu sorgen, dass die in der Holzwirtschaft mehr denn je beliebten Zirben aussterben.

Die mächtige Wurzel eines alten Zirbenbaums. (Bild: Mauritius)(Bild: Mauritius)
Die mächtige Wurzel eines alten Zirbenbaums, der 800 Jahre und älter werden kann. (Bild: Mauritius)

4. Warum wirkt die Zirbe so beruhigend?

Wie der Wissenschaftler und Universitätsprofessor Maximilian Moser herausfand, sinkt die Anzahl der Herzschläge pro Nacht um durchschnittlich 3.500 Herzschläge – wenn man in einem Zirbenbett schläft. Das bedeutet eine Verlängerung der Lebensdauer, denn das Zirbenaroma erspart dem Herz wertvolle Arbeit, die es an seine „normale“ Gesamtlebensdauer anhängen kann. Die Ursache für die ersparten Herzschläge im Zirbenbett fand Moser in der Wirkung des Aromas auf den Erholungsnerv (Vagus). Dieser Nerv sorgt für Regeneration und Selbstheilungsvorgänge im Körper – und somit für das Löschen von eventuellen Entzündungen.

5. Wo kann man Zirbenholz kaufen?

Am besten kauft man Zirbenholz in kleinen Sägewerken in den Bergregionen Tirols, Salzburgs, der Steiermark und Kärntens. Alternativ findet man bei größeren Holzhändlern landesweit auch immer öfter Massivholz und Schichtplatten aus Zirbe. Vor Ort sollte man sich informieren, auf welche Art und über welchen Zeitraum das Holz getrocknet wurde. Von Holz aus beschleunigter Trocknung in künstlich erzeugter Atmosphäre sollte man absehen.

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