Vergoren, destilliert und verbrannt: Der berĂŒhmte Mediziner Paracelsus war ĂŒberzeugt, dass er mit der Kunst der Alchemie die Heilkraft von Pflanzen erhöhen und diese in Alkohol festhalten kann. Er nannte diesen Vorgang Spagyrik.

Servus-Kolumnist Harald Nachförg und Naturapotheken-Expertin Margret Handler sprechen ĂŒber das faszinierende Leben und Wirken des Paracelsus. Wir freuen uns, wenn Sie den Kanal abonnieren und uns eine Bewertung da lassen – auf SpotifyApple Podcasts und Google Podcasts.

Face, Person, Human

Der Text stammt von Margret Handler, Stellvertretende Chefredakteurin des Servus in Stadt & Land-Magazins. Wenn’s ums Wohlbefinden und um Gesundheit geht, sind wir bei der gebĂŒrtigen Niederösterreicherin, die im Burgenland ihre Wahlheimat gefunden hat, gut aufgehoben.

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Sie hören: Servus-Kolumnist Harald Nachförg, der in seiner monatlichen Kolumne in Servus in Stadt & Land von den nicht ganz so kleinen und nicht allzu großen Dingen des Alltags in den 1960er- und 1970er-Jahren erzĂ€hlt. Wir schĂ€tzen aber nicht nur die edle Feder des Wieners. Wir lauschen auch zu gerne seiner edlen Stimme.

Wer war Paracelsus?

Paracelsus hieß eigentlich Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim. Der Arzt, Alchemist, Astrologe und Philosoph wurde 1493 in der Schweiz geboren und starb 1541 in Salzburg. Er gilt als BegrĂŒnder der Signaturenlehre. Seine Heilerfolge sind legendĂ€r.

Die drei Prinzipien des Paracelsus: Geist, Seele, Körper

  1. MERKUR, DAS FLÜCHTIGE
    Merkurielle Stoffe sind dĂŒnnflĂŒssig und leicht destillierbar. Sie sind kalt oder heiß und abwechselnd hart oder weich. Durch GĂ€rung erfolgt chemische Umwandlung zu Ethanol. Zum Merkurprinzip zĂ€hlt die leichte KĂŒche (BlattgemĂŒse, Pilze, Obst), pochierter Fisch, Limonade, Sekt, aber auch hochprozentige GĂ€rprodukte, sprich: Schnaps. Anregende Wirkung auf den Geist.
  2. SULFUR, DAS BRENNENDE
    Sulfur ist heiß, trocken und scharf. Sulfurstoffe sind zĂ€hflĂŒssig, ölig und bleiben beim Destillieren zurĂŒck. Zwischen Merkur und Sulfur herrscht ein starker Gegensatz. Sulfur ist in der scharfen oder in der sehr fettigen KĂŒche zu finden. Weiters in Gegrilltem, NĂŒssen sowie milchsauren Produkten. Sulfur stĂ€rkt das Immunsystem, und dieses saniert die Darmflora.
  3. SAL, DAS FESTE
    Sal schafft Form und Struktur. Salhafte Stoffe sind fest und kristallisieren, im Bereich der Pflanzen und KrĂ€uter werden sie von Mineralsalzen verkörpert. Dem gegensĂ€tzlichen Paar Merkur und Sulfur steht Sal als vermittelndes Element gegenĂŒber. Zu Sal zĂ€hlen unter anderem Zucker, Salz, Wurzelwerk, Fleisch, KĂ€se, Kartoffeln oder Mehlgerichte. Regenerierende Wirkung.

Die wundersamen KrÀfte der Pflanzen

Spagyriker wie Helga Thun-Hohenstein sind ĂŒberzeugt, dass Arnika, Wacholder oder Enzian mehr sind als BlĂŒte und BlĂ€tter, StĂ€ngel und Wurzel. In ihnen wirkt eine Energie, die Körper, Geist und Seele des Menschen ins Gleichgewicht bringen kann.

1. GĂ€nseblĂŒmchen

„Ich bringe dir Liebe.“

Das liebliche PflĂ€nzchen steckt seinen Kopf als eines der ersten in die FrĂŒhlingsluft und versprĂŒht kindlichen Frohsinn. Das GĂ€nseblĂŒmchen soll helfen, seelische Wunden zu heilen – besonders solche aus der Kindheit. Trotz seiner zarten Anmutung ist das GĂ€nseblĂŒmchen robust. Körperlich lindert es Verletzungen und wird bei BlutergĂŒssen, Muskelschmerzen und Zerrungen angewandt.

2. Johanniskraut

„Ich sorge fĂŒr Licht.“

Von allen Heilpflanzen hat das Johanniskraut die stĂ€rkste Beziehung zum Licht. Es soll die aufgenommene Sonnenkraft in NervenstĂ€rke verwandeln. Gleichzeitig weckt es das Vertrauen und steht fĂŒr StabilitĂ€t. Auf Körperebene heilt es Stich- und Schnittwunden, lindert Ischiasbeschwerden sowie Nerven- und RĂŒckenschmerzen. Fieberblasen lassen sich ebenfalls mit Johanniskraut behandeln.

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03. Jun

3. Gelber Enzian

„Ich helfe dir, zu verdauen.“

Der Gelbe Enzian tut dem Bauch gut. Er hilft beim Verarbeiten – körperlich wie auch seelisch. Man sagt, er habe die FĂ€higkeit, bei der BewĂ€ltigung von GefĂŒhlen und prĂ€genden Lebensereignissen zu unterstĂŒtzen. Im Körper kurbelt der Gelbe Enzian die Eiweißverdauung an. Besonders bei der Aufspaltung von Kuhmilchprodukten sowie warmen KĂ€sespeisen leistet er wertvolle Dienste.

4. Engelwurz

„Ich beschĂŒtze dich.“

Man nannte sie ursprĂŒnglich Schutzengel der Pflanzen und Meisterin des Annehmens. Die Engelwurz soll das Urvertrauen stĂ€rken sowie GrĂŒbeleien und Alltagssorgen mĂ€ĂŸigen, die sich oftmals auf den Magen schlagen. Sie fördert die Heilung alter Wunden und die Versöhnung. Im Körper regt die Engelwurz Magen und BauchspeicheldrĂŒse an und wirkt besonders kraftvoll bei der Fett- und Eiweißverdauung.

5. Wacholder

„Ich entfache das Lebensfeuer.“

Einst galt er als Symbol fĂŒr das ewige Leben, als seelenschĂŒtzende, heilige Pflanze. Wacholder bringt dem betrĂŒbten GemĂŒt die Freude zurĂŒck, er schenkt Zuversicht und lindert starke Emotionen. Körperlich regt sein Ă€therisches Öl die Durchblutung der Niere an. Daher wird er gern bei Steinleiden oder bei chronischen Blasenbeschwerden eingesetzt, aber auch bei Rheuma, Gicht oder zur UnterstĂŒtzung der Verdauung.

6. Thymian

„Ich erlöse dich von deiner Traurigkeit.“

Der unscheinbare, kleinblĂ€ttrige Thymian kĂŒmmert sich um das innere Kind, jenen Anteil im Menschen, der die Erfahrungen und GefĂŒhle der frĂŒhesten Kindheit gespeichert hat. Er löst die Traurigkeit und lĂ€sst fehlende Lebensfreude wieder wachsen. Auf der Körperebene wird Thymian bei Atemwegserkrankungen oder bei MagenkrĂ€mpfen eingesetzt.

7. Wilde Karotte

„Ich lasse dich das Wesentliche erkennen.“

Die Wilde Karotte hilft, kreisende Gedanken zu beruhigen und den Blick auf den Kern einer Sache zu lenken. Ganz besonders bei UnschlĂŒssigkeit oder wenn es an Konzentration mangelt, klĂ€rt sie den Blick und zentriert. Auf Körperebene findet die Wilde Karotte Anwendung auf dem Gebiet der Frauenheilkunde, wo sie der Zystenbildung entgegenwirken und die Monatsblutung anregen soll.

8. Arnika

„Ich gebe dir Kraft.“

Arnika ist eine der Ă€ltesten Heilpflanzen, denen man schĂŒtzende KrĂ€fte zuschrieb. Sie gilt als rein, anmutig und Ă€ußerst wirksam. Sie soll dabei unterstĂŒtzen, standfest zu bleiben und zur eigenen Kraft und StĂ€rke zu finden. Auf körperlicher Ebene lindert sie Schmerzen nach StĂŒrzen und Verletzungen oder hilft bei Verstauchungen und Prellungen. In „freier Wildbahn“ ist Arnika nur noch selten zu finden und steht daher unter Naturschutz.

9. Acker-StiefmĂŒtterchen

„Ich zeige dir dein wahres Gesicht.“

Lass die Maske fallen und trau dich, deine Verletzlichkeit zu zeigen, möchte das AckerstiefmĂŒtterchen sagen. Sein Pflanzenwesen motiviert, sich authentisch und ungeschminkt zu prĂ€sentieren. Es geht um die sichtbare OberflĂ€che. Körperlich betrachtet wirkt die Pflanze daher auf die Haut als Spiegel der Seele. Die SalicylsĂ€ure. des AckerstiefmĂŒtterchens hilft bei Hautproblemen, aber auch bei rheumatischen Beschwerden.

10. Schafgarbe

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Die Schafgarbe kann auf energetischer Ebene eine Entscheidungshilfe geben, indem sie gegensĂ€tzliche Möglichkeiten erkennen lĂ€sst und zum Weg der goldenen Mitte fĂŒhrt. Sie eignet sich gut fĂŒr Menschen mit EntscheidungsschwĂ€che, aber auch fĂŒr jene, die zu entschieden auftreten. Auf körperlicher Ebene ist sie das Frauenheilkraut, fördert die venöse Durchblutung und heilt entzĂŒndliche Haut und Schleimhaut.

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