Anno dazumal kam der Weber ins Haus, um das mühsam versponnene Garn in Stoffe zu verwandeln. Wie sich das Handwerk heute hält, verrät Peter Hofer, Webermeister in dritter Generation. GEWINNSPIEL!

Als im Jahr 1929 Peter Hofers Großvater die Weberei im Murtal gründete, sah das Gewebe-Gewerbe noch ganz anders aus. Die Bauern bauten ihr eigenes Leinen an und versponnen es selbst zu Garn. Der Weber kam ins Haus, blieb dort mehrere Wochen und verarbeitete es gemäß den Wünschen der Bauern zu Stoffen. Niemals hätten die Bauern ihr wertvolles Leinen aus der Hand gegeben.

WEIHKORBDECKCHEN ZUM SELBER STICKEN GEWINNEN

Bis in die 50er Jahre war der Großvater auf den Höfen unterwegs. Erst nach dem Krieg veränderte sich der Beruf und er richtete sich einen Weberei-Raum im eigenen Wohnhaus ein. Mit der Umstellung auf mechanische Webstühle wurde schließlich ein eigenes Betriebsgebäude errichtet.

Webkunst auf höchstem Niveau (Bild: Stefan Pfeiffer)
Webkunst auf höchstem Niveau (Bild: Stefan Pfeiffer)

Peter Hofers Vater übernahm 1969 die kleine Firma vom Großvater, modernisierte und begann, eine neue zusätzliche Produktionsschiene aufzubauen: Handarbeitsstoffe aus glatten Garnen in verschiedenen Feinheiten. Auch Hemdstoffe und Geschirrtücher wurden zu Zeiten des Vaters produziert, aber bald schon stelle sich heraus, dass man hierbei durch die Massenproduktion in Asien sprichwörtlich „kein Leiberl“ hat.

Mut zur Nische

Die Firma stand auf drei soliden Standbeinen, als der Vater sie 1988 an zwei von vier Kindern übergab: Heimtextilien wie Vorhänge und Tischdecken, Handarbeitsstoffe und Teppiche.

Geschickt manövrierten die Brüder die Firma durch den Konkurrenzdruck der weltweiten Vernetzung, suchten immer wieder nach Nischen und konnten diese vor allem mit den extrem genau gearbeiteten Handwerksstoffen bestens besetzen.

„Diese Genauigkeit von Fadengleichheit und Färbung bekommt man in der Massenproduktion in Fernost gar nicht so hin.“

Peter Hofer
Weber Peter Hofer (Bild: Stefan Pfeiffer)
Weber Peter Hofer produziert hochwertige Textilien in dritter Generation (Bild: Stefan Pfeiffer)

Ein Beispiel für die hohe Qualität ist das Weihkorbdeckchen: Die Idee ist so einfach wie praktisch. Wer selbst stickt, der weiß, am Anfang steht das mühsame Auszählen, denn begonnen wird in der Mitte und zwar genau in der Mitte, sonst stimmt alles nicht mehr zusammen.

Diesen Schritt nimmt die Firma Hofer den Kunden ab: Das Weihkorbdeckchen wird mit einem in den Stoff eingewebtem Muster geliefert. Dabei werden traditionelle Muster mit Kreuzen genauso übernommen, wie neue, modernere Varianten. Immer noch aber steht das Weihkorbdeckchen für Tradition und Heimatverbundenheit und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Weihkorbdeckchen zum Selbstbesticken (Bild: Markus Pfeiffer)
Traditionelles Weihkorbdeckchen zum Selbstbesticken (Bild: Markus Pfeiffer)

Wie es mit der Murtaler Weberei weitergehen wird, kann Peter Hofer noch nicht sagen. Seit der Pensionierung seines Bruders führt er das Unternehmen alleine. Problematisch sei das „Wegsterben“ der kleinen Geschäfte, die jahrelang für eine gute Kleinkundenstruktur gesorgt haben. Eines stehe jedenfalls fest: „Die Nischenprodukte sind der Grund, warum es uns noch gibt.“

Die handverlesenen Textilien der traditionsreichen Weberei Hofer aus dem Oberen Murtal finden Sie bei Servus am Marktplatz.

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