7 Ausflugsideen für Wien

Besonders charmante Plätze entdeckt man auf einer Reise in die Vorstädte. Im Süden ist Wien, wie es ist.
Wiener Prater (Foto: Philipp Horak)
Foto: Philipp Horak
Sonntags geht der Wiener in den Grünen Prater, der mitten in der Großstadt auf Dschungel macht.
Foto: Philipp Horak

Wenn Sie in Wien auf Entdeckungsreise gehen möchten und ein bisschen mehr von dem sehen wollen, was nicht nur dem Touristen, sondern auch dem Wiener gefällt, empfehlen wir, sich mindestens drei Tage Zeit zu nehmen – selbst wenn Sie schon Teile der österreichischen Hauptstadt kennen.

1. Europas ältester Alpengarten

Alpengarten im Belvedere (Foto: Kerstin White)
Foto: Kerstin White
1803 von Erzherzog Johann mit selbst gesammelten Pflanzen angelegt, wurde der Alpengarten 1865 von Schönbrunn ins Belvedere verlegt.

Wir beginnen unseren Spaziergang an einem Ort, der auf jedem Zettel steht: beim Schloss Belvedere. Allerdings biegen wir sofort ab und schlupfen durch ein verstecktes Tor in Europas ältesten Alpengarten. Still ist es hier. Es scheint, als würden die 47.000 Gebirgspflanzen, insgesamt 4.000 Arten aus aller Welt, den Lärm der Großstadt schlucken. Gegründet wurde der exquisite Garten 1803 von Erzherzog Johann, vor 40 Jahren kam noch eine Bonsai-Sammlung dazu.

Alpengarten im Belvedere
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wien

Tel.: +43/1/795 570
www.belvedere.at

2. Essigverkostung mit Wienblick

Essigfabrik Gegenbauer (Foto: Philipp Horak)
Foto: Philipp Horak
In der Essigfabrik Gegenbauer gärt der Balsamico bei bestem Wienblick in Fässern auf dem Dach.

Wir überqueren jetzt den Gürtel, schauen im Skulpturengarten des Belvedere 21 vorbei, bewundern die luftige Architektur des neuen Hauptbahnhofs samt dahinterliegendem Sonnwendviertel und landen in der Essigmanufaktur von Erwin Gegenbauer. Er hat aus der Gemüsekonservenfabrik seines Großvaters mitten in Favoriten eine Art urbanen Bauernhof gemacht. Neben den erlesenen Essigen, die in den besten Restaurants der Welt verwendet werden, wird hier in Handarbeit Bier gebraut, Kaffee geröstet und Öl gepresst.

Bei den Balsamicofässern, die auf dem Dach mit bestem Wienblick vor sich hin gären, wohnen vier Bienenvölker, im Hof laufen Hühner herum, die mit dem Trester aus der Ölproduktion gefüttert werden. Ihre Eier und der Honig vom Dach werden den Gästen der vier im Fabrikdesign eingerichteten Hotelzimmer serviert. Alles baut hier auf Tradition auf, passiert in Kreisläufen, nichts wird verschwendet.

Essigfabrik Gegenbauer
Waldgasse 3
1100 Wien

Tel.: +43/1/604 10 88
gegenbauer.at

3. Schnecken in Freilandhaltung

Schneckenmanufaktur Gugumuck (Foto: Michael Reidinger)
Foto: Michael Reidinger
Weinbergschnecken wurden einst in Kochbüchern ganze Kapiteln gewidmet. Andreas Gugmuck hat die „Wiener Auster“ wiederentdeckt und zieht sie auf seinem Favoritner Bauernhof naturnah und umweltschonend.

Einer alten Wiener Tradition hat sich auch Andreas Gugumuck ganz draußen am Rand von Favoriten verschrieben. Der gelernte Wirtschaftsinformatiker übernahm vor zehn Jahren den Bauernhof, der seit 1720 in Familienbesitz ist, und begann mit einer Weinbergschneckenzucht.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Wien das Schneckenzentrum Europas, Schnecken galten als Delikatesse, die sogenannten Wiener Austern waren heiß begehrt. Am Gugumuck-Hof werden die Schnecken in Freilandhaltung nach Permakultur-Prinzip gezogen und nur mit Pflanzen aus dem eigenen Anbau gefüttert. Sie schmecken zart, fleischig und so delikat, dass sich die Wiener Restaurants darum reißen. Was übrig bleibt, wird direkt am Hof händisch weiterverarbeitet und im Hofladen verkauft.

Schneckenmanufaktur Gugumuck
Rosiwalgasse 44
1100 Wien

Tel.: +43/1/650 57 49
gugumuck.com

4. Auf ein Joghurttörtchen in den Kurpark

Von dort ist es nicht weit zum Kurpark Oberlaa, wo 1974 eine große Gartenschau stattfand. 860.000 Quadratmeter groß ist das Areal, auf dem nicht nur die Vorstadtwiener gern freie Zeit zelebrieren. Im Stammhaus der exzellenten Patisserie weiß man gar nicht, wofür man sich entscheiden soll. Tipp: Das Joghurttörtchen geht immer.

Kurkonditorei Oberlaa
Kurbadstraße 12
1100 Wien

Tel.: +43/1/689 258 90
oberlaa-wien.at

5. Der Kleine Bruder des Wurstelpraters

Wir ziehen weiter zum Böhmischen Prater, dem kleinen Bruder des Wurstelpraters. Beschaulich und vergnügt geht es hier zu, mit Ringelspiel und Autodrom und fast so wie bei der Gründung vor 150 Jahren. Natürlich gibt es auch ein Riesenrad mit spektakulärem Panoramablick über Wien.

Böhmischer Prater
Laaer Wald 216
1100 Wien

Tel.: +43/664 160 89 00
boehmischer-prater.at

6. Kunst in der Brotfabrik

Wer dazwischen auch noch einen Besuch in der alten Ankerbrotfabrik geschafft hat, die heute ein zeitgenössischer Kunstraum mit Schwerpunkt Fotografie ist, war Freitag und Samstag ganz schön unterwegs.

Brotfabrik Wien
Absberggasse 35-37
1100 Wien

Tel.: +43/1/601230
brotfabrik.wien

7. Ins Lusthaus flanieren

Wiener Prater (Foto: Philipp Horak)
Foto: Philipp Horak
Sonntags geht der Wiener in den Grünen Prater, der mitten in der Großstadt auf Dschungel macht.

Ja, und am Sonntag dann kann man mit all den Wienern in den Grünen Prater gehen, radeln oder skaten, dort auf der Allee flanieren, hinterm Lusthaus durch die Auwälder pirschen und auf der Jesuitenwiese in der Sonne herumkugeln, bis man sich schließlich im Schweizerhaus bei einer Stelze und einem Krügerl miteinander verbrüdert.

Lusthaus
Freudenau 254
1020 Wien

lusthaus-wien.at

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