Das alte Wissen des Paracelsus: Ein Servus-Podcast

Vergoren, destilliert und verbrannt: Der berühmte Mediziner Paracelsus war überzeugt, dass er mit der Kunst der Alchemie die Heilkraft von Pflanzen erhöhen und diese in Alkohol festhalten kann. Er nannte diesen Vorgang Spagyrik.
Das alte Wissen des Paracelsus (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt
Das alte Wissen des Paracelsus
Foto: Andreas Posselt

Servus-Kolumnist Harald Nachförg und Naturapotheken-Expertin Margret Handler sprechen über das faszinierende Leben und Wirken des Paracelsus. Wir freuen uns, wenn Sie den Kanal abonnieren und uns eine Bewertung da lassen – auf SpotifyApple Podcasts und Google Podcasts.

Wer war Paracelsus?

Paracelsus hieß eigentlich Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim. Der Arzt, Alchemist, Astrologe und Philosoph wurde 1493 in der Schweiz geboren und starb 1541 in Salzburg. Er gilt als Begründer der Signaturenlehre. Seine Heilerfolge sind legendär.

Die drei Prinzipien des Paracelsus: Geist, Seele, Körper

  1. MERKUR, DAS FLÜCHTIGE
    Merkurielle Stoffe sind dünnflüssig und leicht destillierbar. Sie sind kalt oder heiß und abwechselnd hart oder weich. Durch Gärung erfolgt chemische Umwandlung zu Ethanol. Zum Merkurprinzip zählt die leichte Küche (Blattgemüse, Pilze, Obst), pochierter Fisch, Limonade, Sekt, aber auch hochprozentige Gärprodukte, sprich: Schnaps. Anregende Wirkung auf den Geist.
  2. SULFUR, DAS BRENNENDE
    Sulfur ist heiß, trocken und scharf. Sulfurstoffe sind zähflüssig, ölig und bleiben beim Destillieren zurück. Zwischen Merkur und Sulfur herrscht ein starker Gegensatz. Sulfur ist in der scharfen oder in der sehr fettigen Küche zu finden. Weiters in Gegrilltem, Nüssen sowie milchsauren Produkten. Sulfur stärkt das Immunsystem, und dieses saniert die Darmflora.
  3. SAL, DAS FESTE
    Sal schafft Form und Struktur. Salhafte Stoffe sind fest und kristallisieren, im Bereich der Pflanzen und Kräuter werden sie von Mineralsalzen verkörpert. Dem gegensätzlichen Paar Merkur und Sulfur steht Sal als vermittelndes Element gegenüber. Zu Sal zählen unter anderem Zucker, Salz, Wurzelwerk, Fleisch, Käse, Kartoffeln oder Mehlgerichte. Regenerierende Wirkung.

Die wundersamen Kräfte der Pflanzen

Spagyriker wie Helga Thun-Hohenstein sind überzeugt, dass Arnika, Wacholder oder Enzian mehr sind als Blüte und Blätter, Stängel und Wurzel. In ihnen wirkt eine Energie, die Körper, Geist und Seele des Menschen ins Gleichgewicht bringen kann.

1. Gänseblümchen

„Ich bringe dir Liebe.“

Gänseblümchen (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Das liebliche Pflänzchen steckt seinen Kopf als eines der ersten in die Frühlingsluft und versprüht kindlichen Frohsinn. Das Gänseblümchen soll helfen, seelische Wunden zu heilen – besonders solche aus der Kindheit. Trotz seiner zarten Anmutung ist das Gänseblümchen robust. Körperlich lindert es Verletzungen und wird bei Blutergüssen, Muskelschmerzen und Zerrungen angewandt.

2. Johanniskraut

„Ich sorge für Licht.“

Johanniskraut (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Von allen Heilpflanzen hat das Johanniskraut die stärkste Beziehung zum Licht. Es soll die aufgenommene Sonnenkraft in Nervenstärke verwandeln. Gleichzeitig weckt es das Vertrauen und steht für Stabilität. Auf Körperebene heilt es Stich- und Schnittwunden, lindert Ischiasbeschwerden sowie Nerven- und Rückenschmerzen. Fieberblasen lassen sich ebenfalls mit Johanniskraut behandeln.

3. Gelber Enzian

„Ich helfe dir, zu verdauen.“

Gelder Enzian (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Der Gelbe Enzian tut dem Bauch gut. Er hilft beim Verarbeiten – körperlich wie auch seelisch. Man sagt, er habe die Fähigkeit, bei der Bewältigung von Gefühlen und prägenden Lebensereignissen zu unterstützen. Im Körper kurbelt der Gelbe Enzian die Eiweißverdauung an. Besonders bei der Aufspaltung von Kuhmilchprodukten sowie warmen Käsespeisen leistet er wertvolle Dienste.

4. Engelwurz

„Ich beschütze dich.“

Engelwurz (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Man nannte sie ursprünglich Schutzengel der Pflanzen und Meisterin des Annehmens. Die Engelwurz soll das Urvertrauen stärken sowie Grübeleien und Alltagssorgen mäßigen, die sich oftmals auf den Magen schlagen. Sie fördert die Heilung alter Wunden und die Versöhnung. Im Körper regt die Engelwurz Magen und Bauchspeicheldrüse an und wirkt besonders kraftvoll bei der Fett- und Eiweißverdauung.

5. Wacholder

„Ich entfache das Lebensfeuer.“

Wacholder (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Einst galt er als Symbol für das ewige Leben, als seelenschützende, heilige Pflanze. Wacholder bringt dem betrübten Gemüt die Freude zurück, er schenkt Zuversicht und lindert starke Emotionen. Körperlich regt sein ätherisches Öl die Durchblutung der Niere an. Daher wird er gern bei Steinleiden oder bei chronischen Blasenbeschwerden eingesetzt, aber auch bei Rheuma, Gicht oder zur Unterstützung der Verdauung.

6. Thymian

„Ich erlöse dich von deiner Traurigkeit.“

Thymian (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Der unscheinbare, kleinblättrige Thymian kümmert sich um das innere Kind, jenen Anteil im Menschen, der die Erfahrungen und Gefühle der frühesten Kindheit gespeichert hat. Er löst die Traurigkeit und lässt fehlende Lebensfreude wieder wachsen. Auf der Körperebene wird Thymian bei Atemwegserkrankungen oder bei Magenkrämpfen eingesetzt.

7. Wilde Karotte

„Ich lasse dich das Wesentliche erkennen.“

Wilde Karotte (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Die Wilde Karotte hilft, kreisende Gedanken zu beruhigen und den Blick auf den Kern einer Sache zu lenken. Ganz besonders bei Unschlüssigkeit oder wenn es an Konzentration mangelt, klärt sie den Blick und zentriert. Auf Körperebene findet die Wilde Karotte Anwendung auf dem Gebiet der Frauenheilkunde, wo sie der Zystenbildung entgegenwirken und die Monatsblutung anregen soll.

8. Arnika

„Ich gebe dir Kraft.“

Arnika (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Arnika ist eine der ältesten Heilpflanzen, denen man schützende Kräfte zuschrieb. Sie gilt als rein, anmutig und äußerst wirksam. Sie soll dabei unterstützen, standfest zu bleiben und zur eigenen Kraft und Stärke zu finden. Auf körperlicher Ebene lindert sie Schmerzen nach Stürzen und Verletzungen oder hilft bei Verstauchungen und Prellungen. In „freier Wildbahn“ ist Arnika nur noch selten zu finden und steht daher unter Naturschutz.

9. Acker-Stiefmütterchen

„Ich zeige dir dein wahres Gesicht.“

Acker-Stiefmütterchen (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Lass die Maske fallen und trau dich, deine Verletzlichkeit zu zeigen, möchte das Ackerstiefmütterchen sagen. Sein Pflanzenwesen motiviert, sich authentisch und ungeschminkt zu präsentieren. Es geht um die sichtbare Oberfläche. Körperlich betrachtet wirkt die Pflanze daher auf die Haut als Spiegel der Seele. Die Salicylsäure. des Ackerstiefmütterchens hilft bei Hautproblemen, aber auch bei rheumatischen Beschwerden.

10. Schafgarbe

„Ich stärke die Wahrnehmung.“

Schafgarbe (Illustration: Andreas Posselt)
Foto: Andreas Posselt

Die Schafgarbe kann auf energetischer Ebene eine Entscheidungshilfe geben, indem sie gegensätzliche Möglichkeiten erkennen lässt und zum Weg der goldenen Mitte führt. Sie eignet sich gut für Menschen mit Entscheidungsschwäche, aber auch für jene, die zu entschieden auftreten. Auf körperlicher Ebene ist sie das Frauenheilkraut, fördert die venöse Durchblutung und heilt entzündliche Haut und Schleimhaut.

Abo
Abo mit Servus-Gartenbuch als Geschenk
  • 12 x Servus in Stadt & Land

  • Servus Gartenbuch: Ein Streifzug durchs Gartenjahr auf 216 Seiten gratis dazu

  • nur € 49,90

Jetzt Prämie sichern!

Servus entdecken