Gut für die Atemwege: Räuchern mit Bartflechte

Die antibiotisch wirkende Bartflechte ist eine Wohltat für gereizte Atemwege. Sie kann vorbeugend gegen Erkältungen eingesetzt werden.
Räucherkräuter auf einem silbernen Teller (Bild: Mauritius Images)
Foto: Mauritius Images
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Servus-Expertin Karin Buchart
Foto: Roland Vorlaufer
Karin Buchart erklärt Monat für Monat in Servus Stadt & Land die Heilkräfte der Natur und teilt auf servus.com regelmäßig ihr Expertenwissen rund um Ernährung, Kräuter und Heilpflanzen.
  • Hilft bei: Halsentzündungen, beruhigt die Schleimhäute und stärkt die Immunabwehr.
  • Wirkung: Entzündungshemmend und reizlindernd.
  • Anwendung: Auszug, Lutschtabletten, Räuchern.
  • Botanik: Unglaubliche 25.000 Flechtenarten gibt es weltweit, das Isländische Moos ist wohl die bekannteste. Auch die Bartflechte zählt dazu. Sie lebt nie allein, sondern auf einem Baum. Mystisch wirkt es, wenn sie von den Ästen hängt. Sie mag es, wenn die Luft kühl, feucht und sauber ist. Sehr lange Bärte an den Bäumen gibt es deshalb nur in Gegenden mit besonders guter Luftqualität. Die Bartflechte entsteht aus der Symbiose von einem Pilz mit einer Alge, wobei dem Pilz die Verbindung mit der Rinde des Baumes und damit der Zugang zu den Nährstoffen gelingt.
  • Geschichte: Getrocknete und gemahlene Bartflechten wurden früher dem Mehl zugesetzt, um die Ergiebigkeit zu steigern. In vielen alten Arzneibüchern finden wir Hinweise auf Flechten. Sie wurden u. a. gegen Husten, Gelbsucht und Erbrechen eingesetzt. Oft ist nicht mehr nachvollziehbar, welche Flechtenart gemeint war.
  • Inhaltsstoffe: Frisch fühlt sich die Bartflechte auf der Zunge etwas ruppig an. Sie schmeckt dumpf und bitter. Das lösen die beiden Hauptkomponenten aus: stabile, schleimbildende Zuckerbausteine (Polysaccharide) und bittere Flechtensäuren. Apotheker nennen diese Wirkstoffkombination Amara mucilaginosa – bitter und schleimig. Der Pilzanteil im Flechtenkörper bildet die Flechtensäuren.
  • Wirkung: Die Usninsäure, eine der Flechtensäuren, wirkt effizient gegen einige Arten von Bakterien und Pilzen, sie ist antibiotisch wirksam, speziell gegenüber Streptococcus aureus, Mykobakterien und Methicillin-resistenten Staphylokokken. Bekannt ist auch, dass die Bartflechte drei Bakterienarten stoppt, die bei Akne, Rosacea und unreiner Haut eine gewichtige Rolle spielen: Pityrosporon ovale, Propionibacterium acnes und  Cornyebacterium pseudodiphtericum. Insgesamt wirkt die Bartflechte entzündungshemmend und reizlindernd. Deshalb wird sie bei geröteten Schleimhäuten und bei überreiztem Magen geschätzt. Entzündungen in Mund und Rachen heilen mit der Bartflechte gut ab. Zudem bremst sie die Zellteilung. So kann Bartflechte etwa übermäßige Hornhautbildung hemmen.
  • Heilanwendung: Bei der Anwendung von Bartflechte ist Vorsicht geboten, weil der Grat zwischen Wirksamkeit und Überdosierung sehr viel schmaler ist als bei vielen anderen gebräuchlichen Kräutern. Wenn Mund und Rachen entzündet sind, hilft die Bartflechte nachweislich. Zum Beruhigen der Schleimhäute und zur Stärkung der Immunabwehr wird aus der Bartflechte ein kalter, wässriger Auszug gemacht. Auch Alkohol bringt die Wirkstoffe der Bartflechte zur Geltung. Dieser Auszug wird zur Herstellung von Lutschtabletten verwendet.
  • 1 Stück Bartflechte (klein)
  • 1 Prise Quendel (oder Thymian)
  • einige Fichtennadeln
  • 1 Räucherstövchen mit Sieb
  1. Die Kerze im Stövchen anzünden, Bartflechte aufs Sieb legen und bewusst den sanften Duft der Flechte wahrnehmen.
  2. Nach einigen Minuten Quendel und Fichtennadeln dazulegen und tief einatmen. Nehmen Sie sich dafür Zeit, 30 Minuten sollten Sie auf jeden Fall erübrigen.
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