Entlang der grĂĽnen Grenze zwischen Tirol und Bayern kommt die Milch mit der Seilbahn, und Uhu und Luchs sagen einander Guten Tag.

Rund um Kufstein waren sich Tiroler und Bayern immer schon sehr nahe. Geschichtlich und geografisch. Hier verlässt der Inn österreichisches Gebiet und bildet bis knapp nach Erl auf der einen und kurz vor Fischbach auf der anderen Seite die Grenze. In einem Umkreis von etwa 40 Kilometern lockt auf deutscher Seite die grüne Natur des bayerischen Alpenvorlandes mit den Orten Bayrischzell und Fischbachau sowie dem Wendelstein und dem Tatzelwurm. Auf der österreichischen Seite liegt der Ort Thiersee mit dem Pendling im Hinter- und dem Thierberg im Vordergrund. Und von beinahe überall winkt das Kaisergebirge im Osten.

1. Wo frische Milch mit der Seilbahn von der Alm kommt

Käselaiber in der Biosennerei Hatzenstädt und die Materialseilbahn. (Foto: Philipp Horak)

Im Tiroler Niederndorferberg haben sich die Bergbauern 1937 zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und ein ausgeklĂĽgeltes Materialseilbahnsystem entwickelt. Manche Kanne muss dreimal umsteigen, bis sie ihr Ziel erreicht hat.

Als bio in den 1980er-Jahren fast noch ein Fremdwort war, begannen die Bergbauern der Sennerei-Genossenschaft Hatzenstädt bereits, auf Chemie zu verzichten. Die frische Milch wird zweimal täglich mittels Materialseilbahnen von den abgelegenen Höfen direkt in die Sennerei transportiert, die am weitesten entfernten Kannen müssen dreimal „umsteigen“. Zehn Prozent der Milchprodukte (Käse, Butter, Joghurt) werden im eigenen Laden, der Rest wird im Biofachhandel verkauft.

Biosennerei Hatzenstädt
Gränzing 22
6346 Niederndorferberg

Tel.: +43/5373/617 13
www.hatzenstaedt.at/


2. Die beliebteste Kulisse fĂĽr Heimatfilme

Als Thiersee vor 60 Jahren die beliebteste Kulisse für Heimatfilme war, hat man in der Waschkuchl des Gasthauses Schneeberg die Kostüme genäht und sich mit „auszogane Nudeln“ von Mama Anni Mairhofer verköstigt. Heute steht ihr Sohn Andreas am Herd und serviert Köstlichkeiten wie selbst gebrockte Schnecklinge (Märzenpilze) aus dem Achenseetal, Schrobenhausener Spargel aus Bayern oder selbst gemachten Heidelbeerlikör.

Gasthof Schneeberg
Schneeberg 50
6335 Thiersee

Tel.: +43/5376/52 88
www.gasthof-schneeberg.at

3. Auf der Alm da gibt’s den besten Kaiserschmarren

Domitius, der Bruder von Andreas Mairhofer, betreibt die Kala-Alm am Pendling, dem Hausberg der Kufsteiner. Auf dem einstündigen Weg hinauf wandert man nach der Schneeschmelze durch eines der größten Schneerosengebiete Österreichs. Oben erwartet einen nicht nur der lustige Hüttenwirt, sondern genau die Kost, die man braucht: Speckknödel, Schweinsbraten und vermutlich der beste Kaiserschmarren Tirols, in der Pfanne serviert.

Kala-Alm
Schneeberg 50a
6335 Thiersee

Tel.: +43/664/394 42 84
www.kala-alm.at

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Raus in die Natur – und durchatmen. Bergwelten.com-Chefredakteurin Mesi Tötschinger verrät, wo es sich im Spätherbst schön wandern lässt.

31. Aug

4. Biofleisch mit Erfolgsrezept

Metzger Anton Juffinger und seine BiowĂĽrste. Der Bergbauernsohn und gelernte Metzger Anton Juffinger betreibt Tirols erste Biofleischerei in Thiersee. Foto: Philipp Horak

Bioprodukte können nur frei von Zusätzen sein, wenn Schlachtung, Transport, Verarbeitung, Veredelung und Verpackung in einer Hand sind – so lautet das Credo, mit dem Anton Juffinger vor knapp 20 Jahren die erste Biofleischerei Tirols aufgebaut hat. Fleisch, Wurst und Speck reifen auf 1.000 Meter Höhe im Berg und werden nach alten Rezepturen hergestellt.

Bio-Metzgerei Anton Juffinger
Marbling 15
6335 Thiersee

Tel.: +43/5376/213 00
www.juffinger.co.at


5. Einkehren an der Deutschen AlpenstraĂźe

Schweinsbraten, Gulasch und Obstknödel: im Gasthof Maierhofer gibt es gute Hausmannskost. Foto: Philipp Horak

Seit 1805 ist das denkmalgeschützte Gasthaus direkt an der Deutschen Alpenstraße im Besitz der Familie Mairhofer. Als Herberge diente die ehemalige Postkutschenstation noch länger. Die Oma des heutigen Wirts Martin heiratete aus Innsbruck ein, daher hat man auch Tiroler Verwandtschaft. Vorm Haus ein Bauerngartl, daneben eine Pferdekoppel, gilt die Wirtschaft als die Adresse für eine zünftige Einkehr.

Gasthof Mairhofer
AlpenstraĂźe 2
83730 Fischbachau-Aurach

Tel.: +49/8028/859
www.gasthof-mairhofer.de

6. Wo Luchs und Uhu einander Guten Tag sagen

Der Anblick von Wildtieren aus nächster Nähe ist ein Erlebnis für Jung und Alt. Dieser Luchs lässt sich bereitwillig beobachten. Foto: Philipp Horak

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wildbichl um das Jahr 1200 herum. Beim alten Passübergang zwischen Bayern und Tirol gibt es seit Jahrhunderten eine Raststätte für Pferdefuhrwerker. Da hier eine Zollstation war, gab es rundherum unzählige Schmugglerpfade. Auch König Ludwig III. (1845–1921) versteckte sich hier auf der Flucht während der Bayern-Revolution 1918. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Gasthof im Besitz von ein und derselben Familie. Der Münchner Richard Summerer hat die Tiroler Erbin Greta vor 30 Jahren geehelicht und ringsum einen Wildpark mit großzügigen Freigehegen u. a. für Luchse, Steinböcke und Uhus errichtet.

Wildpark Wildbichl
Gränzing 30
6342 Niederndorf bei Kufstein

Tel.: +43/5373/622 33
www.wildbichl.com


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