Dass die Winzerei seine Berufung ist, wusste René Rinnerthaler, seit er als Bursch das erste Mal zu Besuch in der Wachau war. Heute ist er tatsächlich Weinbauer. In einer Gegend, in der das viele für unmöglich gehalten hätten. Und mit Blick auf den Traunstein.

Text Elisabeth Ruckser

Nein, es ist keine Heurigen-Gegend. Und nein, Weingärten gab’s bislang hier auch nicht. Wenigstens ein wenig Obstbau daheim? Auch negativ. Weder in René Rinnerthalers Familie noch in seiner unmittelbaren Umgebung existierte bislang viel, was mit dem Anbau oder der Produktion von Früchten oder gar Wein zu tun. Dennoch hat sich der Oberösterreicher mit großer Begeisterung auf dieses Abenteuer eingelassen. Seit seiner Jugend wollte der gelernte Koch nämlich nur eines: Winzer werden.

Vor einigen Jahren hat er deshalb begonnen, ein Weingut im Hausruckviertel aufzubauen und auf einem Hang in der Nachbarortschaft einen Weingarten angelegt. Hier wachsen nun seine Solaris und Muscaris-Reben und hier verbringt er jede Minute, die er dafĂĽr freischaufeln kann.

Das Reben-Virus hatte René Rinnterthaler schon vor langer Zeit befallen. (Foto: Tom Son)

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17. Aug

Vorreservieren ist ratsam

René Rinnerthaler ist in Regau im Hausruckviertel daheim. Es ist nicht weit zum Attersee oder zur Traun und auch zu den Stadtgebieten Linz oder Wels. Ringsum grüne Hügel, da grasen Kühe, dort flattern Hühner und jede Menge Obstbäume stehen in der Landschaft. Und wo er als Bub mit seinem Bruder im Garten Fußball gespielt hat, liegt heute ein kleiner, feiner Heurigenkeller. Dort kredenzt dort seit etwas über einem Jahr Schinken, Speck, Aufstrich oder Bratl. Und dazu Wein aus eigenen Rieden.

Die Wachau ist meine zweite Heimat geworden“, sagt er heute „und ich hab bei jedem Winzer mitgearbeitet, bei dem ich konnte oder durfte.

René Rinnerthaler

Jedes zweite Wochenende von Freitag bis Sonntag ist seitdem geöffnet, nur nach Weihnachten ist ein paar Wochen Pause. Und mittlerweile sollten Gäste lieber vorreservieren. Denn Keller und Garten, in dem regelmäßig das Feuer im Holzbackofen lodert, auf dass der nächste Schweinsbraten im Pfandl garen kann, sind inzwischen mehr als beliebt. UrsprĂĽnglich nur als Buschenschank geplant machte man inzwischen mangels gesetzlicher Basis  – „Das gibt’s in Oberösterreich nicht“– einen Gastronomiebetrieb daraus. Jedes Deckerl, jede Blume, jede Heurigenplatte und jeder Käseaufstrich tragen die höchstpersönliche und liebevolle Handschrift der Familie. 

Hier kommt Nachhaltiges auf den Tisch

Im Kellerstüberl erzählen Bilder und Texte Iris’ und Renés Liebesgeschichte und seinen Weg zum Wein. Dazwischen geht der Ragdoll-Kater Benko spazieren und lässt sich von den Gästen bewundern. Und rundherum entstand sogar eine Lärmschutzwand aus lauter Holzscheiten – „mussten wir machen“ –, die sich perfekt ins Ambiente einfügt. „Inzwischen bin ich froh, dass wir sie haben, das gibt dem ganzen so einen schönen Hof-Charakter.“

Der Winzer wollte unbedingt einen Weinkeller wie in der Wachau. Also wurde wieder gebaggert und gegraben, ausgehoben und gebaut. Bis schlieĂźlich ein grasgedeckter Weinkeller-HĂĽgel mit gemĂĽtlichem Gastgarten rundherum, KĂĽche, Weinlager und Schankraum entstanden war. (Foto: Tom Son)

Ebenso wie beim Wein ist René in der Küche nachhaltiges Arbeiten besonders wichtig. Das Bratl-Fleisch kommt vom Bauernhof Buchinger in Oberweis am Traunsee, das Brot wurde eigens von der Bäckerei Spreumühle im wenige Kilometer entfernten Attnang–Puchheim entwickelt. „Das verlangen die Leute auch schon dort im Geschäft. Das freut mich und das ist mir wichtig. Ich such mir genau aus, was es bei uns gibt.“

Buschenschank Rinnerthaler
Riedl 1
4844 Riedl

Tel:+4369911131959
www.weinausoberoesterreich.at/

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