Theresia Innerhofer ist BĂ€uerin mit Leib und Seele. Wir haben sie einen Tag lang auf ihrem Hof im Pinzgauer Hollersbach begleitet.

Es ist die Zeit, in der gerade ein­mal die Vögel zum ersten Mal loszwitschern. Die Zeit, in der unten im Tal die Dunkelheit noch alle Konturen ver­schluckt und hoch droben die Gipfel der Dreitausender der Hohen Tauern eine zackige Linie in den nachtblauen Himmel zeichnen. Die Zeit also, in der wir uns gerne noch einmal umdrehen, bevor genĂŒgend Helligkeit den Tag und uns erwachen lĂ€sst.

„Gemmagemma, Kathrin, eini do“, ruft zu dieser Zeit Theresia Innerhofer, kurz Resi genannt, im hell erleuchteten Stall und bug­siert Milchkuh Kathrin sanft auf ihren Melk­platz. Es ist 4.50 Uhr, und die BĂ€uerin vom Reiterbauerhof ist zwar munter, aber noch nicht ganz so wie ihre KĂŒhe. Die drĂ€ngeln ungeduldig hinter einem Gatter um die beste Position, wer als NĂ€chste drankommen darf.

Vier PlĂ€tze gibt es, an denen eine nach der anderen mit der Melkmaschine verbun­den wird, nachdem Resi zuvor ihre Euter hĂ€ndisch zum Milchgeben aktiviert hat. Die Maschine haben wir uns vor 14 Jahren zugelegt, sagt sie und dass das heute fast so altmodisch ist, als wĂŒrde sie nur mit den HĂ€nden melken. Mittlerweile gibt es ja Melkroboter um ein paar Hunderttausender, die sich aber so ein Mittelstandsbetrieb wie ihrer nie und nimmer leisten kann.

Kontakt zu Tieren erhalten

Zirka sechzig KĂŒhe leben auf dem Biohof, etwa zwanzig davon sind MilchkĂŒhe, von denen eine im Jahr im Schnitt 7.500 Liter reinste Bio-Laufstallmilch liefert. Außer­dem will ich den Kontakt zu meinen Tieren nicht verlieren, sagt Resi noch, wĂ€hrend bei Kathrin jetzt ein gelb blinkendes LĂ€mpchen signalisiert, dass sie fertig ist.

Wie es Ida, eine zart gebaute Jersey, ge­schafft hat, sich gegen die mĂ€chtigen, bis zu 750 Kilo schweren Fleckvieh-und Pinzgauer­damen durchzusetzen, um jetzt an die Reihe zu kommen, ist unsereins schleierhaft. Resi natĂŒrlich nicht, die kennt den Charakter jeder Einzelnen sehr genau und weiß, dass Ida recht stur sein kann.

Nachdem Ida versorgt ist, krault Resi der daneben stehenden Donna den RĂŒcken, untermalt vom gleichmĂ€ĂŸigen, rhythmischen Klopfen der Melkmaschine und dem alten Hadern „Lemon Tree“, den Radio Salzburg durch den Stall schickt. Fröhlich summt Resi mit, der umgeschnallte Melkschemel wippt wie ein Kuhschwanz im Takt, und im Stall sind jetzt alle putzmunter.

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