Brauchtum

Die Kraft der Speick-Pflanze

Von den Hochalmen Kärntens über die Handelswege des Orients bis hin zu den Manufakturen eines Familienunternehmens – die Speick-Pflanze hat eine lange Reise hinter sich. Ihre Geschichte lebt in jeder Speick-Seife weiter.

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Die Speick-Pflanze in der freien Natur
Foto: Speick Naturkosmetik

Zwischen kargen Felskuppen und klarer Bergluft verbirgt sich eine unscheinbare Pflanze, deren Geschichte so vielschichtig ist wie ihr Duft: der Speick. Einst als kostbare Heilpflanze geschätzt und begehrt, dann lange in Vergessenheit geraten, wurde er schließlich wiederentdeckt. So spannt er einen Bogen von der antiken Heilkunde bis zum traditionellen Familienbetrieb Speick Naturkosmetik.

Geschätzt, begehrt, vergessen und wiederentdeckt

Die Speick-Pflanze ist keine Entdeckung der Neuzeit. Ein Blick in die Geschichtsbücher der Heilkunde genügt, um festzustellen, dass die Speick-Pflanze schon zu vorchristlicher Zeit im Römischen Reich und in Palästina verwendet wurde. In Form von Duft- und Pflegeölen sowie als Medizin war der Speick im Orient sehr beliebt. In der Renaissance galt eine Mischung aus Speick und Wein als magenberuhigendes Hausmittel. Die Pflanze wurde auch in nachfolgenden Epochen über Handelswege nach Syrien und Ägypten exportiert. Das Wissen um diese Pflanze ging jedoch durch die wachsende Industrialisierung in Europa verloren. In den 1920er-Jahren entdeckte Walter Rau, ein Sprössling des Stuttgarter Familienbetriebs „Vereinigte Seifenfabriken“, die Speick-Pflanze wieder, erkannte ihr Potenzial und gründete die Kultmarke Speick Naturkosmetik. Er beschloss, aus dem Speick eine sanfte, natürliche Seife zur Körperpflege herzustellen – und damit war 1928 die Speick-Seife geboren.

Die verpackte Speickseife in der Herstellung am Fließband
Foto: Speick Naturkosmetik
Die Speick-Seife mit ihrem charakteristischen Duft und wohltuenden Pflegewirkung bleibt bis heute ihrer Originalrezeptur treu.

Die Speick-Pflanze im Überblick

  • Grazile Pflanze
    Die zierliche Pflanze erreicht lediglich eine Höhe von bis zu 15 Zentimetern. Ihre Blüten erscheinen in einem dezenten Zartgelb und heben sich damit kaum von der bunten Alpenflora ab.

  • Frischer Duft
    Besonders gegen Ende August, wenn sich die Blätter gelb färben, entfaltet sich der unverwechselbare Duft intensiv. Wer an einem warmen Spätsommertag über Almwiesen wandert, nimmt den kräftigen, herb-würzigen Geruch des Speicks deutlich wahr.

  • Wohltuend & harmonisierend
    Speick wird gemeinhin eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem nachgesagt, ohne dabei müde zu machen.

  • Sanfte Hautpflege
    In der Naturkosmetik wird er geschätzt: In Form von ätherischen Ölen wird der Speick zur Pflege sensibler Haut eingesetzt und kann die Hautpflege sanft ergänzen.

Eine echte Rarität der Naturkosmetik

Das Extrakt des wild wachsenden Speicks mit seinem charakteristischen Duft und der unverkennbaren lachsrosa Farbe ist bis heute das Herzstück aller Speick-Produkte. Die Pflanze wächst auf kalkarmen Böden in baumlosen Höhenlagen ab etwa 1.800 Höhenmetern und ist fast ausschließlich im heutigen UNESCO-Biosphärenpark Nockberge in Kärnten zu finden. Das intensive, hochalpine Licht, die klare Bergluft und das Zusammenspiel aus kalten Wintern und warmen Sommern verleihen dem Speick jedes Jahr aufs Neue seine geballte Wurzelkraft. Das Besondere daran ist die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe in der Pflanze. Bis heute lässt sich der Stoff synthetisch nicht herstellen – ein Umstand, der Forschende weiterhin vor ein Rätsel stellt.

Die Speick-Pflanze wildwachsend in der freien Natur
Foto: Speick Naturkosmetik
Der Speick zählt mit seinen wohltuenden Inhaltsstoffen zu einer seltenen Spezies in der Pflanzenwelt.

Handarbeit auf 1.800 Höhenmetern

Im Spätsommer wird die Speick-Pflanze von ansässigen Almbauernfamilien in Handarbeit geerntet – und das schon über Generationen hinweg. Die Ernte findet im sogenannten „Frauendreißiger“ zwischen den Festen Maria Himmelfahrt und Maria statt. Nach der Ernte wird der Speick in speziellen Scheunen, den „Schobern“, getrocknet. Die wenigen Almbauern, die dieses kunstvolle Handwerk beherrschen, sorgen dafür, dass diese jahrhundertealte Tradition und das Wissen nicht verloren gehen. Gleichzeitig stärkt dieser Vorgang die Verbindung zum Ursprung des hochalpinen Speicks und fördert ökologisches Handeln.

Tradition und Innovation

Auch heute, in vierter Generation, ist das Familienunternehmen von der Wirkung der einzigartigen Pflanze überzeugt. Mit einem tiefen Verständnis für die Verbindung von Menschen und Natur wurden über die Jahre Rezepturen verfeinert. Das Grundprinzip ist jedoch gleichgeblieben: hochwertige, natürliche Inhaltsstoffe, eine schonende Herstellung und das Herzstück der Marke – die Speick-Pflanze. Nach Jahren der Forschung und Innovation wurde die Auswahl an Speick-Erzeugnissen für die Haare, den Körper und Gesicht erweitert. Das neuste Produkt ist ein wohltuender Sonnenschutz.

Sonnencreme von. Speick Naturkosmetik in einem Pool
Foto: Speick Naturkosmetik
Der natürlich-mineralische Sonnenschutz mit Speick-Extrakt schützt die Haut sanft und zuverlässig vor der Sonne.