Die Region St. Johann in Tirol im Winter
Foto: Gudrun Mitterhauser

72 Stunden unterwegs in der Region St. Johann in Tirol

Drei Tage, vier Orte und unendlich viel Wintergefühl: Die Region St. Johann in Tirol zeigt, wie vielseitig die kalte Jahreszeit sein kann – zwischen naturbelassenen Wegen, Panorama-Pisten und gemütlichen Hüttenmomenten.
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Wer im Winter nach St. Johann in Tirol reist, erlebt die Kitzbüheler Alpen von ihrer ursprünglichen, aktiven und zugleich erholsamen Seite. Zwischen Wilder Kaiser und Kitzbüheler Horn wechseln sich bestens präparierte Pisten, sonnige Höhenwege und Loipen mit stillen Schneepfaden und aussichtsreichen Rodelstrecken ab.

In St. Johann, Oberndorf, Kirchdorf und Erpfendorf zeigt sich der Winter vielfältig und nahbar – vom Langlaufen auf den Hochfeld-Loipen über Naturrodelwege im Kaiserbachtal bis zur Einkehr auf der neu aufgebauten Griesner Alm. Wer Tiroler Küche und eine ehrliche Hüttenatmosphäre schätzt, findet hier den passenden Rahmen für einen genussvollen Winterurlaub.

Nach einem Tag draußen im Schnee schmeckt ein frisch gebackener Kaiserschmarrn auf der Hütte gleich doppelt gut.

Wir haben 72 Stunden in der Region verbracht und zeigen, wie der Winter hier wirklich schmeckt, klingt und sich anfühlt.

Tag 1 – Auf dem Schneepfad des Glücks

Am ersten Tag steht eine Schneeschuhwanderung auf dem Programm: Gut ausgerüstet treffen wir die Tiroler Wanderführerin Elisabeth „Lisi“ Klöbl und schnallen die Schneeschuhe an. Die klare Luft, das leise Knirschen unter den Sohlen und der freie Blick auf die umliegenden Gipfel lassen uns beim Gehen ganz gegenwärtig werden.

Eine wunderbare Beschäftigung draußen: Schneeschuhwandern!

Auf der Tour „Dem Glück auf der Spur“ führt der Weg durch stille Wälder und über sanft verschneite Hänge der Kitzbüheler Alpen. Nach rund dreieinhalb Stunden moderater Wanderung sind wir angenehm müde und zugleich frisch im Kopf – denn diese Art von Bewegung an der frischen Winterluft tut nicht nur dem Körper, sondern vor allem auch der Seele gut.

Tag 2 – Zu Gast beim Wilden Kaiser

Gastfreundschaft wie bei Oma und Opa – dafür steht Johanna Dornauer, die Wirtin der Griesner Alm. Als die Hütte vor einigen Wintern komplett abbrannte, war für die Familie schnell klar: Diese Alm darf nicht verschwinden. Die Tochter und ihr Partner wagten den Wiederaufbau und setzten dabei auf Naturmaterialien, liebevolle Details und ein zeitgemäßes Verständnis von Regionalität. Heute führen die beiden gemeinsam mit den Eltern den Betrieb – jung, bodenständig und mit viel Herzblut.

Die Mohnnudeln auf der Griesner Alm müssen nach der Schneeschuhwanderung unbedingt probiert werden.
Es muss nicht alles „perfekt“ sein – das was wichtig ist, sind die schönen Stunden mit lieben Menschen. Die Kunst ist nur noch, diese Momente zu erkennen und zu genießen!
Johanna Dornauer von der Griesner Alm

Mit dem Wilden Kaiser als Nachbarn genießt man hier nicht nur einen grandiosen Ausblick, sondern auch eine Küche, die tief in der Tiroler Tradition verwurzelt ist. Von vertrauten Klassikern bis zu regionalen Spezialitäten reicht das Spektrum – vom Apfelstrudel mit Vanillesauce bis zur herzhaften Gamssuppe. Und wer länger bleiben möchte, kann sogar auf der Griesner Alm übernachten – mit einem kaiserlichen Panorama, versteht sich.

Tag 3 – In der Lederhosenmanufaktur

Am dritten Tag führt unser Weg in die Lederhosenmanufaktur von Markus Ritsch. Begonnen hat alles vor vierzig Jahren mit einer Nähmaschine, ein paar Lederhäuten und der Idee, eine eigene Marke zu schaffen. Heute steht sein „BEINKLEID“ für ein Handwerk, das Tradition, Charakter und eine spürbare Liebe zum Detail vereint. Genäht wird hier mit Tran aus heimischen Gerbereien, angefertigt nach Maß. Wir dürfen einen Blick in die Werkstatt werfen und zuschauen, wie mit ruhiger Hand Kreidelinien gezogen, kräftige Nadelstiche gesetzt und feine Stickereien angebracht werden – bis aus Leder ein Kleidungsstück wird, das mehr ist als Mode: ein Stück tragbares Kunsthandwerk.

Mit Sorgfalt und Erfahrung entsteht hier echte Handarbeit. Lederhosenschneider Markus Ritsch in seinem Lederstadl.

Marktrundgang „Historisches St. Johann in Tirol“

Wenn der Marktplatz von St. Johann in Tirol im Winter ruhiger wird, verändert sich auch sein Erscheinungsbild. Wo in den warmen Monaten regionale Produkte angeboten werden, rücken nun Architektur und Geschichte in den Vordergrund. Barocke Fassaden, Arkaden und historische Innenhöfe prägen das Ortszentrum und erzählen von früheren Zeiten.

St. Johann in Tirol im Winter
Foto: Claudia Egger
Beim Marktrundgang in St. Johann in Tirol gibt es einige Schätze zu entdecken.

Wer sich noch intensiver mit der Geschichte des Ortes beschäftigen möchte, findet im Museum St. Johann hinter der Dekanatspfarrkirche weitere Einblicke. Neben der Ortsgeschichte widmet sich die Ausstellung „Felsenreich – Mythos und Erlebnis Kaisergebirge“ der Bedeutung des Wilden Kaisers – geografisch, kulturell und mythologisch.

Gut zu wissen

  • Nachhaltig unterwegs: Die Region setzt verstärkt auf sanften Tourismus und wurde dafür mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Tourismusdestinationen ausgezeichnet. Ziel ist es, Angebote zu schaffen, die Naturerlebnis und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen miteinander verbinden.

  • Okto-Wintersportbus: Mit dem neuen Okto-Wintersportbus sind Gäste und Einheimische kostenlos unterwegs. Auf sechs Routen verbindet der Bus Skigebiete, Loipeneinstiege und Ausgangspunkte für Winter- und Schneeschuhwanderungen – eine unkomplizierte und umweltfreundliche Alternative zum Auto, besonders in der kalten Jahreszeit.

  • Geführte Touren: In St. Johann in Tirol lässt sich der Winter nicht nur auf eigene Faust entdecken, sondern auch im Rahmen zahlreicher geführter Touren buchen. Ob geführte Schneeschuh-Wanderungen, Winterspaziergänge oder Themenführungen – Ortskundige zeigen Wege, erzählen Hintergründe und machen die Region so noch erlebbarer.

Wilder Kaiser, Tirol, Winter, Urlaub
Foto: Mirja Geh
Der Wilde Kaiser zeigt sich im letzten Licht des Tages.

Was gibt es noch in den Kitzbüheler Alpen zu entdecken?

  • Lift & Liebe: Bei der Aktion „Lift & Liebe“ wird der Zweiersessellift im Skigebiet zum Ort spontaner Bekanntschaften. Jeden Samstag rund um den Valentinstag treffen sich hier Singles zu einer gemeinsamen Liftfahrt – ganz ohne Anmeldung, dafür mit viel Leichtigkeit und winterlicher Bergkulisse.

  • Retro-Skitag: Am 28. Februar 2026 steht alles im Zeichen vergangener Skitage. Beim Retro-Skitag holen Einheimische und Gäste alte Skianzüge, Holzski und nostalgische Accessoires aus dem Keller. Gefahren wird wie früher – mit Stil, Humor und einer kleinen Portion Zeitreisegefühl.

  • Dirndl & Lederhosen Skitag: Am 14. März 2026 steht das Skigebiet St. Johann in Tirol ganz im Zeichen der Tracht. Skifahrerinnen und Skifahrer mit Dirndl und Lederhosen sind herzlich dazu eingeladen, einen vergnüglichen Tag auf den Pisten von St. Johann in Tirol und Oberndorf zu verbringen.