Die Servus-Redaktion war für 72 Stunden in der frühlingshaften Südsteiermark unterwegs.
Foto: Regine Schöttl

72 Stunden unterwegs an der Schilcher Weinstraße in der Südsteiermark

Wer an die Südsteiermark denkt, hat meist zuerst ein Glas Wein vor Augen. Doch entlang der Schilcherweinstraße zeigt sich schnell: Der Genuss reicht hier weit über das Weinglas hinaus. Wir haben uns aufgemacht, die Region genauer zu erkunden.
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Es duftet nach kulinarischen Schmankerln, frisch gepresstem Kürbiskernöl und dem Holz alter Weinkeller. Dazwischen ziehen sich Radwege und Wanderpfade wie feine Linien durch die sanften Hügel. Eine Landschaft, wie gemacht für einen kleinen Ausflug – das dachten wir uns auch in der Servus-Redaktion.

Unterwegs entlang der Schilcher Weinstraße – wo Orte und Landschaft ineinander übergehen.
Foto: Achromatic Photography
Unterwegs entlang der Schilcher Weinstraße – wo Orte und Landschaft ineinander übergehen.

In diesem Frühling haben wir uns aufgemacht, die Südsteiermark für 72 Stunden zu erkunden – mit dem Ziel, auch die stilleren, weniger bekannten Ecken zu entdecken und Menschen zu begegnen, die der Region ihren unverwechselbaren Charakter geben.

Tag 1 - Ankommen im Zeitwert & Radeln durch die Schilcherhügel

Zum Auftakt zieht es uns dorthin, wo der Charakter einer Region am deutlichsten spürbar wird: in die Küche.

Gemeinsam mit den Köchen des Restaurants Koarl zaubern wir einen österreichischen Klassiker, den viele noch aus Kindheitstagen kennen: Apfelradl im Bierteig, goldbraun gebacken, mit Zimt und Zucker bestreut und begleitet von einem Kugerl Vanilleeis. Etwas, das dabei in der Südsteiermark auf keinen Fall fehlen darf, ist die Kombination aus kaltem Vanilleeis und einem Schuss nussig-schmeckendem Kürbiskernöl. Wer das noch nicht probiert hat, weiß jetzt, welche Eiskreation diesen Sommer unbedingt auf den Mittagstisch gehört. Die Servus-Redaktion kann sie von Herzen empfehlen. Besonders begeistert sind wir auch von unseren Gastgebern.

Sie wollen das Rezept nachkochen? Lesen Sie dazu gerne unseren Rezept-Artikel zu den Apfelradln im Bierteig.

Am späteren Nachmittag tauschen wir den Herd gegen den Sattel. Direkt am Hotel vorbeiführend liegt die Radroute „Schilcher Tour Süd Nr. 701“ – ein idealer Einstieg, um die Region aus eigener Muskelkraft zu erleben. Die Hügel sind sanft, aber fordernd genug, um die Beine zu spüren.

Zwischen kurzen Anstiegen und weiten Abfahrten öffnen sich immer wieder neue Ausblicke: auf die rötlich schimmernden Schilcher-Reben, auf Obstgärten und kleine Kapellen, die wie selbstverständlich in der Landschaft liegen. Wer mag, kehrt unterwegs ein, genießt ein Glas Traubensaft oder Schilcher und lässt den Blick über die Hügel schweifen. Für uns bildet diese Runde den stimmigen Ausklang des ersten Tages – ein Auftakt, der uns sofort in das Lebensgefühl der Region eintauchen lässt.

Tag 2 - Zu Gast bei Familie Farmer-Rabensteiner: Öl, Essig, Wein & Urlaub am Bauernhof

Der zweite Tag führt uns auf den Hof der Familie Farmer-Rabensteiner - ein echter Genusshof, auf dem man traditionelle Landwirtschaft nicht nur sieht, sondern wirklich erlebt. Schon bei der Ankunft spüren wir: In jedem Produkt steckt viel Handarbeit, noch mehr Erfahrung und vor allem Begeisterung für das, was man tut.

„Qualität beginnt bei uns schon bei der Frucht“ - dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch den Betrieb. Egal ob auf dem Kürbisacker, unter den Apfelbäumen, neben den Aroniasträuchern oder zwischen den Weinreben: Alles, was hier wächst, wird mit Ruhe gepflegt, beobachtet und sorgfältig selektiert. Nur das Beste findet später seinen Weg in die hofeigenen Produkte. Neben hochwertigen Essigen, Weinen und Säften entdecken wir hier etwas Besonderes: eine hauseigene Kürbiskernölmühle. Spätestens jetzt haben wir das Gefühl, wirklich in der Südsteiermark angekommen zu sein.

Wer an einer Betriebsbesichtigung bei Farmer-Rabensteiner teilnimmt, merkt schnell: Man ist hier nicht nur Gast, sondern mittendrin im Hofleben. Zwischen Hofladen, Presshaus und Feld begegnet man den Familienmitgliedern, kommt ins Gespräch und erfährt aus erster Hand, wie viel Sorgfalt und Erfahrung in Anbau, Ernte und Verarbeitung steckt. Bald wird verständlich, was diesen Ort prägt: die spürbare Freude an der eigenen Arbeit – und genau die schmeckt man auch.

Urlaub am Bauernhof

Wer das selbst erleben möchte, kann direkt vor Ort bleiben: Die Familie Farmer-Rabensteiner bietet auch Urlaub am Bauernhof an – ein Angebot, das gerade in der Südsteiermark ideal für alle ist, die Natur und Regionalität nicht nur anschauen, sondern leben möchten.

Tag 3 - Herrgotthö & Herrgotthof: Demeter-Wein, Weitblick & Wanderwege

Zum Abschluss geht’s noch einmal hinauf: Herrgotthö und Herrgotthof verbinden biodynamischen Weinbau mit moderner Küche und weitem Blick über die Südsteiermark.

Am Herrgotthof entstehen Demeter-Weine im Einklang mit der Natur – mit Zeit, Handarbeit und einem klaren Fokus auf Qualität. Neben klassischem Schilcher finden sich auch spannende PIWI-Sorten wie Muscaris oder Souvignier Gris, die zeigen, wie innovativ die Region heute arbeitet.

Oben auf der Herrgottshöh wird dieses Handwerk spürbar: im Restaurant, auf der Terrasse oder einfach beim Blick über die Hügel. Die Küche setzt auf Regionalität und Produkte vom eigenen Hof – unkompliziert, aber mit Anspruch.

Was den Ort besonders macht, ist die Kombination aus allem: Wein, Kulinarik, Natur und die Menschen dahinter. Wer möchte, bleibt gleich über Nacht und genießt die Ruhe noch ein bisschen länger. Ein kurzer Spaziergang durch die Weingärten rundet den letzten Tag perfekt ab – und macht klar, warum man hier gerne länger bleibt.

Unsere Unterkunft

Ausgangspunkt unserer Reise ist das Hotel Das Zeitwert – ruhig gelegen, mitten in den Weinbergen. Der Name ist Programm: Es geht um Zeit. Zeit zum Ankommen, zum Durchatmen und dafür, die Umgebung vor der Tür zu erkunden. Klare Linien, natürliche Materialien und eine reduzierte Gestaltung prägen das Haus. Die Zimmer sind hell, oft mit Balkon oder Terrasse und Blick ins Grüne. Von hier aus führt uns der Weg zu Betrieben und Menschen, die tief in der Region verwurzelt sind – und zeigen, wie das Leben an der Schilcher Weinstraße schmeckt und gelebt wird. Am Ende des Tages kehrt man gerne zurück: kein übertriebener Luxus, sondern wohltuende Einfachheit.

Das Zeitwert: Ruhig zwischen den Weinbergen gelegen, ein Ort zum Ankommen – klar gestaltet, mit weitem Blick ins Grüne.

Was gibt es noch in der Südsteiermark zu entdecken?

  • Burg Deutschlandsberg: Ein Stück Geschichte hoch über der Region erzählt die Burg Deutschlandsberg. Das ehemalige Wehrbauwerk beherbergt heute ein Museum und eröffnet zugleich einen weiten Blick über die Weststeiermark – ein stiller Ort mit viel Vergangenheit.

  • Stainzer Flascherlzug: Gemächlicher geht es mit dem Stainzer Flascherlzug weiter. Die historische Schmalspurbahn tuckert durch Wiesen und Weingärten, begleitet von Ziehharmonikaklängen und kurzen Stopps – etwa für eine kleine Weinverkostung entlang der Strecke.

  • Schilcher-Schaukeln: Nicht weit davon, bei Bad Gams, laden die sogenannten Schilcher-Schaukeln zu einer Pause ein. Große Holzschaukeln mitten im Weingarten, mit Blick über die Hügel – schlicht, aber besonders.

  • Abstaller Weinberg-Warte: Einen noch weiteren Blick bietet die Abstaller Weinbergwarte. Der moderne Aussichtsturm fügt sich ruhig in die Landschaft und eröffnet eine Rundumsicht bis zur Koralpe und hinüber nach Slowenien.

  • Schilcher-Vinotheken: Wer tiefer in die Vielfalt der Region eintauchen möchte, macht Halt in einer der Schilcher-Vinotheken, etwa in Stainz. Hier lässt sich die Bandbreite des Schilchers an einem Ort entdecken – vom frischen Sekt bis zum kräftig ausgebauten Wein.

Tipp: Schilcherfrühling 2026

Mit dem Schilcherfrühling beginnt in der Region rund um die Schilcher Weinstraße offiziell die Weinsaison. offiziell die Weinsaison. In den Weinorten Wies, Eibiswald und Pölfing-Brunn findet dazu vom 28. bis 31. Mai 2026 ein gemeinsames Genussevent statt.

Das Programm im Überblick:

  • Donnerstag, 28. Mai 2026: Den Auftakt macht am Abend eine gemeinsame Eröffnung im Freibad Eibiswald. Winzer aus der Region präsentieren ihre Weine, dazu gibt es regionale Spezialitäten und einen ersten stimmungsvollen Einblick in das, was die nächsten Tage bereithalten.

  • Freitag und Samstag, 29. und 30. Mai 2026: Zahlreiche Betriebe öffnen ihre Türen. Zwischen 11 und 18 Uhr kann man durch Kellereien und Höfe ziehen, verkosten, ins Gespräch kommen – und die Vielfalt des Schilchers direkt vor Ort erleben.

  • Sonntag, 31. Mai 2026: Gemütlicher Ausklang mit Frühschoppen bei den teilnehmenden Betrieben ab 09:00 Uhr. Ein passender Abschluss für ein Wochenende, das ganz im Zeichen von Wein, Landschaft und Begegnung steht.

So schmeckt der Frühling in der Südsteiermark.
Foto: Lukas Elsneg
So schmeckt der Frühling in der Südsteiermark.

Fazit: 72 Stunden, die nachwirken

Drei Tage entlang der Schilcher Weinstraße zeigen vor allem eines: Die Südsteiermark ist mehr als eine schöne Kulisse. Es ist das Zusammenspiel aus Landschaft, Kulinarik und Menschen, das diese Region so besonders macht. Vom ersten Glas Schilcher in Kitzeck über ehrliche Handarbeit am Bauernhof bis hin zu biodynamischem Weinbau mit Weitblick – jede Station erzählt ihre eigene Geschichte. Und doch fügt sich alles zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt hier nicht nur eine Region, sondern ein Lebensgefühl: entschleunigt, bewusst und nah an der Natur.