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Handwerk

Honig und Chili vom Bio-Bauernhof Rohrauer

Seit Generationen sind die Rohrauers aus Lackendorf Imker. Und schon Mama Inge kochte Pfefferoni mit Honig ein. Jetzt serviert uns Junior Georg herrliche Chilipasten nach Art des Hauses.


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Foto: Daniel Gebhart De Koekkoek
Georg und Annemarie Rohrauer „bieten, was die Natur bietet".

Im Juni, wenn die Zeit der burgenländischen Paprika und Pfefferoni gekommen ist, muss man sich bei den Rohrauers gut anziehen – und zwar Handschuhe. Denn jetzt werden die scharfen Schoten frisch vom Feld und von Hand verarbeitet. Die ganze Familie hilft jedes Jahr zusammen, wenn’s den Chilis, die hier immer schon Pfefferoni hießen, an die Kerne geht: Eltern, Geschwister, selbst die Oma macht mit, wenn auf langen Heurigentischen draußen vor dem Wirtschaftsgebäude die Schoten aufgeschüttet, verlesen, aufgeschnitten und Stück für Stück entkernt werden.

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„Wir verarbeiten nur das reine Fruchtfleisch ohne Kerne“, sagt Georg Rohrauer, der Juniorchef des kleinen landwirtschaftlichen Unternehmens im Mittelburgenland. „Und zwar deshalb, damit unsere Produkte später nicht diesen metallisch­scharfen Ton bekommen.“ Da heißt es eben Handschuhe anziehen. Am besten gleich einige Paar übereinander, denn mit der durchdringen­ den Schärfe ist nicht zu spaßen.

Ausgehend vom Basisprodukt Honig, entwickelten die beiden ihre „dazu“-Linie. Viele Rezepturen wurden in der Küche daheim im Burgenland selbst erprobt. Die nötige Schärfe und Farbe liefern die Chilis.

Georg Rohrauer stellt gemeinsam mit seiner Freundin Annemarie Wanner Chilipasten her. Aus Pfefferoni, Honig und sonst nix. Und ist das Fruchtfleisch der Schoten einmal ausgelöst, dann ist der aufwendigste Verarbeitungsschritt erledigt. Danach wird ganz nach traditioneller Art und Weise im großen Kupferkessel eingekocht. „Das funktioniert wie bei Marmelade. Meine Mutter hat das früher immer gemacht, wenn die Pfefferoni im Garten reif waren, wir aber nicht alle auf einmal auf­ essen konnten.“

Honig kann schließlich so viel mehr. Er macht eine wunderbare Farbe, ist ein natürlicher Geschmacksverstärker und bringt eine tolle Konsistenz.
Georg Rohrauer

Gesüßt wird Eingekochtes bei den Rohrauers dabei ausschließlich mit Honig. Das ist genau genommen der Anfang der Geschichte jener kleinen Produktlinie, die Georg und Annemarie seit kurzem unter dem Namen „dazu“ verkaufen – auch bei Servus am Marktplatz – der Heimat des Handwerks zu entdecken. „Wir wollten beim Honig bleiben, aber nicht unbedingt bei der Süße allein“, er­ zählt Georg. „Honig kann schließlich so viel mehr. Er macht eine wunderbare Farbe, ist ein natürlicher Geschmacksverstärker und bringt eine tolle Konsistenz. Seit Jahrtausenden schon wird er zum Konservieren eingesetzt.“

Mittlerweile ist eine Reihe kleiner, feiner Produkte nach dieser Philosophie entstanden. Verschiedene feurige Chilipasten sind da ebenso vertreten wie Honig-Senf-Saucen, Marmeladen, Eingemachtes oder Blütenpollen.

Ein Bienenparadies aus Streuobstwiesen

Den Grundstein für all diese süß-scharfen Köstlichkeiten legte bereits Georgs Urgroßvater. Er kam aus der Steiermark hierher nach Lackendorf und blieb einfach da, weil es so schön war. Der Uropa pflanzte Streuobstgärten, baute Gemüse an, hielt Bienen und war ein richtiger Selbstversorger

Die nächsten Generationen setzten dann fort, was er begonnen hatte. „Ich glaub, es gibt kein Obst, das in unserer Gegend wachsen würd, das wir nicht haben“, sagt Georg. Marillenbäume stehen da ebenso inmitten der sanft hügeligen Wiesen wie Apfelbäume, Mispeln, Maulbeeren oder sogar Mandelbäume – das wunderbare mittelburgenländische Klima macht’s möglich. 

Die Bienen von Annemarie Wanner und Georg Rohrauer leben in einem Paradies aus Streuobstwiesen, die schon Georgs Uropa angelegt hat.

Das freut natürlich auch die Bienen. Insgesamt 150 Bienenvölker gehören mittlerweile zum Betrieb. Gewirtschaftet wird streng biologisch, selbst das Einzugsgebiet der kleinen Helfer ist einzigartig in der gesamten Region: wunderschön erhaltene Streuobstwiesen, die es hier im Mittelburgenland noch gibt und die sogar unter Naturschutz stehen. 

Georg Rohrauer ist übrigens der Erste in der Familie, der den klassischen Nebenerwerbsbetrieb zum Hauptberuf machen möchte und dabei auch ein wenig über die Regionsgrenzen blickt. 

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Foto: Daniel Gebhart De Koekkoek
Georg Rohrauer umsorgt liebevoll die Bienenstöcke der Familie.

Beim Anbau der Chilis kooperiert er mit einem Partner im burgenländischen Seewinkel. Sieben Sorten werden heuer angebaut und verarbeitet. Und das Saatgut dafür wird zum Teil selbst vermehrt. Oder man arbeitet mit Saatgut-Initiativen zusammen, die sich auf die Erhaltung alter, traditioneller Sorten spezialisiert haben. 

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