Nachspeise

Abtenauer Haubeikrapfn

„Haubeikrapfn“ sind eine alte Abtenauer Spezialität: hauchdünne Germteig-Fladen, in heißem Fett gebacken.

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Foto: Eisenhut & Mayer
 

Haubeikrapfn – eine Spezialität mit Tücken

Die Abtenauer Haubeikrapfen gehören zur Geschichte der Ansässigen einfach dazu. Früher gaben Mütter und Schwiegermütter die Kunst des Krapfenbackens an die jungen Frauen weiter. Von der Hitze des Schmalzes, vom Druck der heißen Luft und natürlich vom Geschick der Köchin hängt’s ab, ob sich die Haube auch schön bildet.

Ein bisserl Übung braucht‘s natürlich schon fürs Haubeikrapfnbacken. Doch längst wissen heute nicht mehr alle, wie‘s richtig geht und, wenn überhaupt werden sie nur noch zu besonderen Anlässen gebacken.

Mager muss der Germteig sein, manche nehmen nur 1 Ei und ein bisserl Öl. Dann muss er gehen, und wenn er die doppelte Größe erreicht hat, formt man kleine Kugeln daraus. Etwa fünf Zentimeter groß und glatt „geschliffen“, wie der Fachausdruck für das richtigen Rollen der Teigkugeln ist. Noch einmal darf der Teig rasten und die Kugel darf nun nicht mehr umgedreht werden.

Die alte Kunst des Ausbackens

  • Nach einer Viertelstunde Rasten, Auswalken und wieder Rasten walkt und zieht man die Kugel, bis der Teig so dünn ist, dass man die Zeitung durch ihn lesen könnte.

  • Sehr heiß, rund 200 Grad, muss das Butterschmalz sein, damit sich aus dem Teig die Haube wölben kann.

  • Man nimmt eine Flade, taucht die untere Kante ins heiße Fett und wirft sie mit einer kleinen Bewegung aus dem Handgelenk in den Topf. Die heiße Luft treibt den Teig sofort zehn bis fünfzehn Zentimeter in die Höhe.

  • Vorsichtig wird nun mit dem Schöpflöffel Fett über die Wölbung gegossen, nach einer Minute hebt man das „Haubei“ aus der Pfanne.

  • Maximal sechs bis sieben Stück lassen sich aus einem Teig machen, dann wird neuer Teig hergerichtet – denn, wenn er zu lange geht, reißt er beim Ziehen.

  • Dazu gibt‘s den sogenannten „Fuchs“ – ein Kompott, zubereitet aus Dörrpflaumen und Dörrbirnen – oder Kaffee.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im Juni 2012 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Zubereitungszeit Gesamtzeit
15 Stück 1 Stunde 1:15 Stunden
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Zutaten
500 g glattes Weizenmehl
0.5 Würfel Germ
250 ml lauwarme Milch
5 EL Öl
1 Ei
0.5 TL Salz
Zucker
Prise Zimt
Butterschmalz (oder Öl) zum Ausbacken
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Zubereitung
  1. 1 EL Mehl mit Germ und 100 ml Milch glatt rühren, 15 Minuten rasten lassen. Dann mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten, in eine Schüssel geben, mit einem feuchten Tuch bedecken und wieder gehen lassen, bis der Teig etwa doppelt so groß ist.

  2. Mit einem Löffel den Teig portionieren und in der gewölbten Hand zu Kugeln von etwa 5 cm Durchmesser schleifen. Wieder gehen lassen. (Achtung: Die Oberseite der Teigkugel bleibt jetzt immer die Oberseite.) Schließlich die Teigkugeln auswalken und erneut gehen lassen.

  3. Dann zu Fladen von etwa 20 cm Durchmesser hauchdünn ausziehen. In einem passenden Topf das Fett auf etwa 170–180 °C erhitzen. Die Teigfladen einzeln ins heiße Fett legen und die Krapfen goldbraun backen. Auf einem Gitter abtropfen lassen.

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