Nachspeise

Linzer Sonnwendkrapfen

Der Beginn der schönsten Zeit des Jahres wird gerne mit Süßspeisen gefeiert. In Oberösterreich begrüßt man den Sommer traditionell mit einer Spezialität aus weichem Nudelteig: den Sonnwendkrapen.

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Foto: Eisenhut & Mayer
Köstliche herausgebackene Krapfen.  

Die Sonnwendkrapfen werden ähnlich zubereitet wie die Schneeballen, die man aus der Faschingszeit kennt:

  • Ein weicher Rahmteig wird mög­lichst dünn zu etwa handtellergroßen Flecken ausgewalkt. Mithilfe eines Teigrads werden die Flecken in Streifen geschnitten.

  • Allerdings darf man nicht zur Gänze durch­radeln – rundherum müssen sie von einem Teigrahmen zusammengehalten werden. Dann zieht man die Teig­ streifen ein bissel durcheinander und fertig ist das „Son­nengeflecht“, das in heißem Fett herausgebacken wird.

Die Sonnwendkrapfen und ihre Kollegen

Wie bei vielen „Klassikern“ ist das übrigens nicht die einzi­ge Form, die für die Sonnwendkrapfen überliefert ist. Es gibt auch Varianten aus Germteig, etwa aus dem Ausseer­land. Dort gehört noch ein Schuss Kirschwasser in den Teig, der dann rund ausgestochen und nicht geflochten wird. Beim Servieren kommt noch ein flüssiges Butter­-Honig­-Gemisch über die ganze Herrlichkeit.

Auch gebackene Mäuse wurden und werden zum Sommer­beginn in Oberösterreich gern zubereitet, ebenso wie Top­fen-­ oder Butterkrapfen, Strauben oder Flecken. Denn, so heißt es hier: Zur Sonnenwende müssen „neunerlei“ Krapfen gegessen werden.

Hochsaison für Schmalzgebäck

Gegen Ende Juni, da geht’s rund. Da bietet der bäuerliche Festtagskalender gleich drei Möglichkeiten, den Sommer nach Herzenslust zu begrüßen und zu feiern. So gilt es, am 21. Juni den astronomischen Sommerbeginn zu begehen, am 24. Juni das Fest des heiligen Johannes und schließlich am 29. Juni noch den Namenstag von Petrus, dem Schutzpatron der Fischer, und von Paulus.

Gemeinsam ist den verschiedenen Anlässen, dass zu Ehren der Feiertage große Freudenfeuer entzündet werden, vom Sonnwendfeuer über das Johannisfeuer bis hin zum „Peterlverbrennen“ – einem uralten Brauch, bei dem eine Strohpuppe als Abwehrzauber gegen Dämonen und böse Mächte den Flammen übergeben wird. In den Küchen haben jetzt die Festtagskrapfen Hochsaison.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im Juni 2013 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Zubereitungszeit Gesamtzeit
4 Portionen 45 Minuten 1 Stunde
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Zutaten
150 g Weizenmehl
150 g Roggenmehl
150 g Topfen
125 ml Rahm
1 Eidotter
1 EL Apfelessig
1 Prise Salz
Öl zum Herausbacken
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Zubereitung
  1. Die Zutaten auf einem Brett rasch zu einem Teig verkneten. Er soll die Beschaffenheit eines weichen Nudelteigs haben. Das erreicht man durch die Zugabe von mehr oder weniger Rahm.

  2. Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen, dann so dünn wie möglich auswalken. Quadrate von ca. 8 cm Seitenlänge ausschneiden. Jedes Quadrat in fingerbreite Streifen radeln, aber nicht ganz bis zum Rand durchschneiden.

  3. Die Streifen durcheinander ziehen und die Krapfen in heißem Fett schwimmend herausbacken.

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