Rasen winterfit machen: die letzten Handgriffe im Herbst
Bevor der erste Frost kommt, hat der Rasen noch etwas Aufmerksamkeit verdient. Mähen, Laub rechen, vertikutieren, nachsäen – was jetzt noch zu tun ist.
Noch wächst das Gras, noch lässt sich nachsäen und nachbessern. Wer die letzten milden Wochen nutzt, legt den Grundstein für einen dichten, gesunden Rasen im Frühling.
1. Regelmäßig mähen – solange das Gras wächst
Bis Ende September darf der Rasenmäher noch wöchentlich raus – außer wenn es wirklich kalt wird. Lässt das Wachstum nach, werden die Abstände zwischen den Schnitten einfach größer. Zu lange stehen lassen ist übrigens genauso ungünstig wie zu kurz mähen: Langes Gras fault unter Laub und Herbstfeuchtigkeit schneller als man denkt.
2. Laub rechen – damit kein Schneeschimmel entsteht
Herbstlaub auf dem Rasen klingt malerisch – ist es für den Rasen aber nicht. Bleibt es liegen, entsteht im Winter Schneeschimmel. Das Geräusch von nachfedernden Metallzinken beim Kehren gehört zu einem sonnigen Herbsttag im Garten.
Das gerechte Laub muss aber nicht weit: In bunten Herbstblättern steckt schon die Kraft fürs nächste Jahr – aus ihnen entsteht Humus, der dem Garten wieder zugute kommt. Unter Bäumen und in Blumenbeeten darf Laub dagegen gerne liegen bleiben, wo es den Boden schützt und Nährstoffe einbringt.
3. Vertikutieren – einmal durchatmen lassen
Verfilzte Flächen können jetzt durch einen Vertikutierdurchgang gestärkt werden. Dabei werden große Mengen an Rasenfilz und Moos aus der Grasnarbe geholt – der Rasen kann wieder „atmen“ und kommt so besser durch den Winter.
Das Gerät stanzt mit Metallzinken zylinderförmige, bis zu 10 cm tiefe Löcher in den Boden. Je dichter sie stehen, desto größer ist der erzielte Effekt. Noch wirkungsvoller wird das Ganze mit anschließendem Besanden: Gewaschener Quarzsand in die Bodenlöcher gefüllt fördert die Durchlüftung und reduziert Bodenverdichtungen – mit der Zeit gelangt er auch in tiefere Erdschichten.
4. Kahle Stellen nachsäen – bevor die Kälte kommt
Stark verkahlte Stellen – etwa auch dort, wo Gartenmöbel standen oder Trittsteine entfernt wurden – anschließend nachsäen. Die Mühe lohnt sich: Je schneller die Rasennarbe geschlossen ist, desto geringer ist die Keimchance für Unkräuter. Eventuelle Kahlstellen deshalb sofort nachsäen.
5. Der letzte Dünger der Saison – und der heißt Kalium
Jetzt noch düngen – ja, aber mit dem richtigen. Der Nährstoff zur Steigerung der Winterhärte heißt Kalium. Er festigt die Zellwände und lässt die Triebe aushärten und ausreifen.
Stickstoff ist im Herbst keine gute Idee: Gar keine Nährstoffe ab September sind besser als zu viele. Wer das Wachstum zu spät anregt, riskiert Neutriebe, die beim ersten Frost erfrieren. Am besten also nur den Rasen kalibetont düngen – und den restlichen Garten bis zum Frühling in Ruhe lassen.
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