Wie schafft es mein Garten durch die Trockenheit?
Sommer werden heißer, Winter milder, der Frühling 2026 ist so trocken wie lange nicht. Das Klima verändert sich und mit ihm die Vegetation. Gartenexpertin Veronika Schubert zeigt, wie Sie Garten und Balkonpflanzen akut und langfristig unterstützen können.
Klimaschutz beginnt im Kleinen, auch im Garten – und der kleinste Garten ist tatsächlich ein Blumentopf. Außerdem hilft jede Pflanze, Kohlendioxid abzubauen. Man darf sich also zu Recht ein Stück grüner fühlen, wenn man gärtnert. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Garten klimafit machen können und auch bei anhaltender Trockenheit unterstützen können.
Vorweg: Wer das im Sinne des Klimaschutzes tut, arbeitet mit der Natur: mit vorbeugender Pflanzenstärkung, der richtigen Pflanze am richtigen Standort, Pflanzenvielfalt und Kompostwirtschaft.
Schritt für Schritt zum klimafesten Garten:
1. Die richtige Pflanze am richtigen Standort
Ändern sich die klimatischen Bedingungen, wollen Pflanzen, die jahrelang gut gewachsen sind, nicht mehr so recht gedeihen. Sie verhalten sich wie wir Menschen: Geht es uns gut, haben wir ausreichend Nahrung, den richtigen Platz zum Leben und sind keinen schlechten Umwelteinflüssen ausgesetzt, bleiben wir gesund und sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten aller Art. Stehen Pflanzen am falschen Standort, brauchen sie all ihre Energie, um mit der für sie schlechten Situation zurechtzukommen. Ihnen bleibt keine Kraft mehr übrig, um sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen.
Eine Staude, einen Strauch oder einen Baum an den richtigen Standort zu setzen, ist also die beste Vorsorge für Pflanzen. Trockenheitsliebende Gewächse aus dem Gebirge oder aus südlichen Gegenden etwa brauchen sehr sonnige Plätze und wasserdurchlässige, steinige Böden. Pflanzen, die in ihrer Heimat und in freier Natur in feuchten Schattenwäldern wachsen, gedeihen auch im Garten nicht an sonniger und trockener Stelle. Bevor Sie also eine neue Pflanze, einen Baum, Kräuter oder Blumen in Ihren Garten oder auf die Terrasse holen – informieren Sie sich, welcher Standort der beste wäre.
Soll man im Frühling trotz einer längeren Trockenphase setzen und säen? Ja, man kann auch bei Trockenheit etwas säen, aber nur, wenn man sicherstellen kann, dass regelmäßig und durchdringend gegossen wird. Besser ist es, auf Regenperioden zu warten oder kurz vor angekündigtem Landregen zu säen, damit die Keimung zuverlässig klappt. Empfindliche Kulturen sollte man lieber in Töpfen/Platten vorziehen, wo man die Feuchtigkeit besser kontrollieren kann, und später pflanzen.
2. Kompost für einen gesunden Boden
Humos und nährstoffreich, locker und feuchtigkeitsspeichernd, aber ohne Staunässe, so soll der Boden für die meisten Pflanzen beschaffen sein. Geänderte Klimabedingungen wie längere Hitze- und Trockenheitsperioden oder Starkregen machen unseren Böden zu schaffen.
Um jene Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum dem Boden entzieht, wieder rückzuführen, sollte die Kompostwirtschaft fixer Bestandteil sein. Zurecht als „Gold des Gärtners“ bezeichnet bringt Kompost viele Vorteile: Bodenlockerung und Strukturverbesserung, langsam abbaubare und rasch verfügbare Nährstoffe, Förderung von Bodenlebewesen wie Regenwürmern und zersetzenden Mikroorganismen.
3. Mulchen und Harken: Das Gebot der Stunde
In der Natur ist die Erdoberfläche niemals unbedeckt. Selbst nach einem Brand beginnen Pionierpflanzen den Boden rasch wieder zu erobern. Das hat seinen guten Grund: Nur durch den Schutz des Bodens können die Bodenlebewesen erhalten bleiben. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt, Gründüngung, Rindenmulch, Laub und Holzhäcksel bewahrt die Oberfläche vor dem Austrocken. Ist diese Erdschicht intakt, speichert sie Nährstoffe und Feuchtigkeit optimal.
Weiterlesen: Mulchen und Gründüngung: Wie wir dem Boden Gutes tun
4. Wasser sparen
Ein kluges Wassermanagement wird Gärtnerinnen und Gärtner in Zukunft immer mehr beschäftigen, auch wenn wir Gestaltungen und Pflanzenauswahl dem Klimawandel anpassen. In den längeren Trockenperioden bleibt das Wasser aus, um unsere Gärten dann fallweise als Starkregen regelrecht zu überschwemmen. Es lohnt sich, jeden Tropfen zu speichern, angefangen mit der guten alten Regentonne bis hin zu Zisternen und Brunnen.
Für intensivere Kulturen wie Rasen und Gemüse sollte man sich eine dauerhafte Bewässerung überlegen. Terrassierte Hänge bremsen ablaufendes Wasser bei Starkregen, trocken verlegte und damit nicht versiegelte Flächen sorgen für den nötigen Wasserabzug.
5. Richtig gießen
Gießen Sie lieber weniger oft, dafür ausreichend! Damit die Feuchtigkeit tief eindringt, gilt die Faustregel: 20 Liter auf einen Quadratmeter. Für diese Menge bekommt man ein Gefühl, wenn ein 10-Liter-Kübel mit dem Gartenschlauch befüllt und dabei die Zeit gestoppt wird.
Leichter bei Trockenheit haben es jene Pflanzen, die lange Wurzeln bilden und in tiefere Bodenschichten vordringen können wie Föhre, Tanne, Rose, Pracht-Storchschnabel, Pastinake, Spargel und Paradeiser. Auch die Trockenheitskünstler wie Fette Henne, Königskerze und Thymian halten regenarme Zeiten besser aus.
Gegossen wird im Garten immer in den Morgen- und Abendstunden, da in der Mittagshitze zu viel Wasser direkt von der Oberfläche verdunstet und Verbrennungen entstehen können.
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