Winterquartiere für Tiere im Garten schaffen
Vogelhäuschen, Totholzhaufen, Nützlingshotel: Ein paar einfache Maßnahmen machen den Garten im Winter zum Refugium für Tiere – und zum Blickfang noch dazu.
So können Sie Tiere unterstützen:
- 1. Am Futterplatz: Energiequellen für heimische Vögel
- 2. Kekse für die Meise: ein Rezept für selbst gemachte Futterringe
- 3. Totholz: Winterstarre unter der Rinde
- 4. Ruheräume: Holz und Laub für Winterschläfer
- 5. Beeren und Samen: Gedeckter Tisch im Garten
- 6. Krötenquartier: Leben unter Abfällen
- 7. Schlupflöcher: Nistkasten und Nützlingshotel
1. Am Futterplatz: Energiequellen für heimische Vögel
Heimische Vögel, die nicht in den Süden gezogen sind, brauchen im Winter vor allem eines: ausreichend Nahrung. Ihre Körpertemperatur liegt bei 41 °C – und um diese Wärme zu halten, zittern sie nachts buchstäblich mit den Muskeln. Kohl- und Blaumeisen gehen noch einen Schritt weiter und verfallen in eine Art Kältestarre (Torpor), bei der ihre Körpertemperatur um bis zu 10 °C sinkt – eine effiziente Art, Energie zu sparen.
Ein Vogelhäuschen als Futterplatz erleichtert den Tieren das Überleben und bietet uns Menschen einen seltenen Einblick: Spatzen, Meisen, Amseln und manchmal auch ein Specht lassen ihre Scheu fallen, wenn der Hunger kommt.
Worauf es beim Aufstellen ankommt:
Mehrere Futterstellen anlegen – das vermindert Revierkämpfe rund ums Häuschen.
Sonnige, offene Standorte wählen, damit Vögel herannahende Gefahr früh erkennen können.
Finken und Spatzen bevorzugen die Bodensuche: Sämereien großzügig und regelmäßig auf den Boden streuen.
2. Kekse für die Meise: ein Rezept für selbst gemachte Futterringe
Es muss nicht der fertige Futterring aus dem Handel sein. Jede Ausstechform – auch ein Herz oder ein Stern – kann als Gussform dienen.
So wird's gemacht:
Palmfett oder Rindertalg langsam in einem Topf schmelzen.
Eine Körnermischung aus Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, Hirse, Leinsamen, Buchweizen, Haferflocken und Rosinen einrühren, dazu ein Schuss Speiseöl.
Die Masse in die Formen füllen und abkühlen lassen.
Mit einer Nadel ein Loch stechen, ein Band durchfädeln – fertig.
Die fertigen Meisenkekse schmücken die kahlen Äste der Bäume und sorgen für stimmungsvolle Winterbilder im Garten.
3. Totholz: Winterstarre unter der Rinde
Ein Totholzhaufen aus dem Schnittgut der vergangenen Gartenmonate ist mehr als ein schlichter Abfallhaufen. Er bietet dichtes Geäst mit vielen Hohlräumen – ein ideales Winterquartier für eine Vielzahl von Tieren.
Wer findet Unterschlupf im Totholz:
Käfer bohren Fraßgänge ins morsches Holz, in denen später Wildbienen brüten.
Kröten und Schlangen suchen darin nach Insekten und Würmern.
Grau- und Grünspecht klopfen im Haufen nach Nahrung; der Buntspecht bevorzugt einen aufrechten Stamm.
Marienkäfer versammeln sich in Gruppen unter Baumrinden oder zwischen Laub und Moos und fallen gemeinsam in die Winterstarre.
Marienkäfer sind dabei bemerkenswert kälteresistent: In ihrem Körper zirkulieren Glyzerin und andere Zucker als natürliches Frostschutzmittel – das ermöglicht ihnen, Temperaturen bis minus 15 °C zu überstehen. Verirrt sich ein Marienkäfer ins Haus, sollte er rasch wieder ins Freie gebracht werden – im Warmen verbraucht er zu viel Energie.
Auch Steinhaufen eignen sich als Winterquartier, zum Beispiel für Blindschleichen: Sie puffern Temperaturschwankungen ab und bieten frostsichere Unterschlüpfe.
4. Ruheräume: Holz und Laub für Winterschläfer
Igel und Fledermäuse legen keine Vorräte an. Stattdessen haben sie sich im Herbst einen Fettpolster angefressen und verschlafen den Winter an frostfreien Plätzen.
Fledermäuse überwintern gern in Brennholzstapeln. Wichtig: Holzvorräte, in denen Fledermäuse Unterschlupf gefunden haben, dürfen im Winter nicht zum Heizen verwendet werden. Am besten mehrere Holzlager an verschiedenen Stellen anlegen und vor dem Angreifen genau hinsehen.
Igel hingegen ziehen sich in Laub- oder Reisighaufen zurück. Das herbstliche Laub deshalb nicht vollständig entfernen, sondern einige große Haufen in geschützten Ecken belassen. Die Verrottung der Blätter erzeugt selbst an kalten Tagen Wärme, die das Innere des Haufens angenehm temperiert. Wer möchte, kann auch ein Igelhaus aus Fichten- oder Kiefernholz bauen und es unter einem Strauch aufstellen – trocken, windgeschützt, sicher.
Wichtig: Igel und Fledermäuse dürfen im Winterschlaf auf keinen Fall gestört werden – das kann für die Tiere tödlich enden.
5. Beeren und Samen: Gedeckter Tisch im Garten
Eine Wildstrauchhecke oder ein naturnaher Gartenwinkel ist das ganze Jahr über Nahrungsquelle – und im Winter besonders wertvoll.
Pflanze | Nutzen für Tiere |
|---|---|
Brombeere | Blüten für Bienen, Früchte für Vögel, Laub für Schmetterlinge |
Dirndlstrauch | Blüten für Bienen |
Heckenkirsche | Blüten für Hummeln |
Blüten für Bienen und Hummeln, Beeren für Vögel | |
Wildrose | Hagebutten bis ins Frühjahr, Blüten für Käfer |
Beeren oft bis zum nächsten Frühjahr |
Trockene Blütenstände von Beetstauden sollte man über den Winter stehen lassen – Körnerfresser picken die verbliebenen Samen heraus. Je mehr Beeren und Samen im Garten vorhanden sind, desto geringer ist der Bedarf an Zufütterung.
6. Krötenquartier: Leben unter Abfällen
Amseln sind das ganze Jahr aktiv und durchsuchen Kompost nach Regenwürmern, kleinen Insekten oder angefaulten Äpfeln. Wer die oberste Schicht des Haufens mit dem Spaten etwas aufsticht und Schnee oder Laub zur Seite schiebt, macht ihnen die Nahrungssuche leichter.
Hat der Kompostbehälter an der Unterseite einen offenen Zugang, finden Kröten darin ein frostfreies Winterquartier – ganz ohne zusätzlichen Aufwand.
7. Schlupflöcher: Nistkasten und Nützlingshotel
Nistkästen sollten im Winter unbedingt draußen hängen bleiben. Sie dienen nicht nur in der Brutzeit: Haselmäuse, Siebenschläfer, Fledermäuse und Meisen suchen darin in der kalten Jahreszeit Schutz.
Nützlingshotels bieten vielen Insektenarten gute Überlebenschancen und sind – mit Sorgfalt gebaut – ein dekoratives Element im winterlichen Garten.
Geeignete Materialien und Aufbau:
Material | Vorbereitung |
|---|---|
Baumstämme / Hölzer | Mit Bohrern von 3–10 mm Stärke, 3–10 cm tief anbohren |
Gelochte Ziegel | Mit Löchern nach außen aufstellen |
Hohle Pflanzenstängel | Hohlräume in Holz oder Ziegel einstopfen |
Die Bohrlöcher und Hohlräume dienen als Schlafplätze und Bruträume für Wildbienen, Florfliegen und viele weitere Insekten.
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