Laub richtig kompostieren: Tipps vom Mostviertler Gärtner Johannes Käfer
Herbstzeit ist Laubzeit. Was viele als lästige Arbeit sehen, ist im Garten ein echter Schatz – als Mulch, als Kompost und als schützendes Winterquartier für Igel und Kröten. So verwandelt man auch schwer kompostierbare Blätter in guten Bodennährstoff.
1. Warum soll ich Laub nicht einfach entsorgen?
Laubkompost ist ein großartiger organischer Bodenverbesserer. Je nach Laubart kann er vielseitig eingesetzt werden – darum sollte Laub in jedem Garten kompostiert werden.
In bunten Herbstblättern steckt schon die Kraft fürs nächste Jahr. Aus ihnen entsteht Humus, der dem Garten wieder zugeführt werden sollte. Der Kreislauf des Waldes ist dabei Vorbild.
2. Welches Laub eignet sich für den Kompost?
Grundsätzlich eignet sich das Laub der meisten Bäume und Sträucher für den Kompost. Besonders gut verrottet Laub von beispielsweise Linde, Ahorn, Spiraea, Pfeifenstrauch und Trompetenbaum.
Schwerer zersetzbar ist dagegen das Laub von Walnuss, Eiche, Pappel und Platane. Es enthält Gerbstoffe und andere Inhaltsstoffe, die den Abbau verlangsamen und für Regenwürmer sowie andere Bodenorganismen schwerer verdaulich sind. In kleinen Mengen kann dieses Laub dennoch kompostiert werden – am besten gut zerkleinert und mit anderem Laub gemischt.
Wer verschiedene Gehölze im Garten hat, sollte das Laub möglichst durchmischen. Zusätzlich sorgen Rasenschnitt, kleine Äste und andere pflanzliche Bioabfälle für eine ausgewogene Mischung und eine gute Belüftung des Komposts.
Gut zu wissen: Krankes oder von Schädlingen befallenes Laub – etwa von Rosen – gehört besser nicht auf den eigenen Kompost. Andernfalls können Krankheitserreger oder Schädlinge weiterverbreitet werden. Solches Laub sollte über die Biotonne oder entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgt werden. In professionellen Kompostieranlagen wird das Material in der Regel unter kontrollierten Bedingungen und bei hohen Temperaturen verarbeitet.
3. Kann man Nusslaub kompostieren?
Dass Nusslaub grundsätzlich nicht kompostierbar ist, stimmt nicht. Die Blätter von Walnuss, Kastanie und Eiche enthalten jedoch viele Säuren und Gerbstoffe. Deshalb verrotten sie langsamer als viele andere Laubarten.
Wer das Laub vor dem Kompostieren häckselt oder zerkleinert, beschleunigt den Zersetzungsprozess. Außerdem sollte es möglichst mit anderem Laub und weiteren organischen Materialien gemischt werden.
Aus schwer verrottbarem, gerbstoffhaltigem Laub von Eichen, Walnussbäumen und Kastanien lässt sich auch ein eigener Laubkompost herstellen. Dafür ist allerdings Geduld erforderlich: Die Rotte kann bis zu zwei Jahre dauern.
Das Ergebnis ist ein eher saurer Humus, der sich als Torfersatz für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren und Azaleen eignet. Auch Heidelbeeren profitieren von diesem sauren Substrat.
4. Wo darf Herbstlaub liegen bleiben – und wo nicht?
Blätter sind wertvoll für den Garten und sollten nicht grundsätzlich entfernt und entsorgt werden. Auf dem Rasen sollte das Laub allerdings nicht liegen bleiben, da sich darunter Schneeschimmel bilden kann. Unter Bäumen und Sträuchern schützt es den Boden dagegen als natürliche Mulchschicht.
Auch im Staudenbeet und unter Rosen darf das Laub liegen bleiben. Eine dünne Schicht schützt den Boden vor Austrocknung und Temperaturschwankungen. Damit der Wind die Blätter nicht verteilt, können sie mit etwas Reisig oder Erde bedeckt werden.
Käfers Tipp für den Rasen: Wer das Falllaub mit dem Rasenmäher aufsammelt, zerkleinert die Blätter gleichzeitig. Dadurch verrotten sie schneller. Das zerkleinerte Laub muss nicht zwingend auf den Kompost – es kann direkt als Mulchschicht unter Gehölzen und in Beeten verwendet werden.
Sammeln Sie das Falllaub mit dem Rasenmäher ein, so werden die Blätter zerkleinert und verrotten noch schneller.
5. Wie lege ich einen Laubkompost an
Wenn nach dem Mulchen von Pflanzen und Beeten noch größere Laubmengen übrig bleiben, können sie in großen Haufen oder Drahtgitterbehältern gesammelt werden. Eine dünne Erdschicht schützt das Material und unterstützt die Verrottung. Im folgenden Sommer lässt sich das Laub dann nach und nach und schichtweise in den Kompost einarbeiten.
Wie beschleunige ich die Reife?
Frischer, nährstoffreicher Kompost kann die Verrottung des Laubs beschleunigen. Wer den pH-Wert des Komposts anheben möchte, kann außerdem Algenkalk oder ein vergleichbares Kalkprodukt untermischen. Kalk sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, da ein zu hoher pH-Wert den Rotteprozess und das Bodenleben beeinträchtigen kann.
Tipp: Ob der Kompost reif ist, lässt sich mit einem einfachen Kressetest prüfen.
Dazu sät man Kressesamen in eine Handvoll Kompost.
Keimen die Samen gleichmäßig und entwickeln sich die Pflänzchen gesund, ist der Kompost in der Regel ausreichend reif.
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