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Garten

Mulchen im Garten und im Kübel: So geht’s richtig

Mulchen hält den Boden feucht, belebt ihn von innen und hält Unkraut in Schach. Gärtner Johannes Käfer erklärt, womit man mulcht, worauf man achtet – und warum auch Kübelpflanzen davon profitieren.

Mulchen, Garten, Servus
Foto: Thinkstock
Mulchen ist das Abdecken des unbewachsenen Bodens mit organischen Materialien

Wissenswertes über Mulchen:

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Foto: Roland Vorlaufer

Der Mostviertler Gärtner Johannes Käfer teilt sein Expertenwissen rund um Flora & Fauna.

1. Was bedeutet Mulchen überhaupt?

  • Mulchen bezeichnet das Abdecken von unbewachsenem Boden mit organischen oder anorganischen Materialien. Klassische organische Mulchmaterialien sind abgestorbene Pflanzenteile, angerotteter Kompost oder Rinde. Auch Karton, Papier und Folien werden zum Mulchen verwendet.

  • Das klingt simpel – und das ist es auch. Dahinter steckt aber ein einfaches Naturprinzip: Im Wald liegt der Boden niemals blank. Eine Schicht aus Laub, Ästen und Pflanzenresten schützt ihn, nährt ihn und hält ihn lebendig. Mulchen bedeutet, dieses Prinzip in den eigenen Garten zu holen.

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2. Warum sollte man mulchen?

Aus dem Bedecken des Bodens mit Mulch ergeben sich laut Gärtner Johannes Käfer vier wesentliche Effekte:

Effekt

Was passiert

Weniger Verdunstung

Je nach Material wird die Wasserverdunstung um bis zu 30 Prozent verringert – das spart Gießaufwand.

Bessere Bodenqualität

Mulch fördert das Bodenleben: Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen ernähren sich von organischer Substanz – und die holen sie sich aus der Mulchdecke.

Weniger Bodenabtrag

Die Abdeckung schützt vor Erosion durch Wind und mindert die Auswirkungen starker Regengüsse. Außerdem vertreibt sie Erdflöhe und bietet Laufkäfern und Spinnen Unterschlupf.

Weniger Unkraut

Gerade im Blumenbeet, unter Hecken und im Gemüsegarten ist das der häufigste Grund, warum Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner zur Mulchschicht greifen.

Mulch fördert wichtige Mikroorganismen und verhindert das Abtragen des Bodens.
Johannes Käfer

3. Womit mulcht man am besten – je nach Bereich?

  • Im Gemüsebeet: Hier sollten Sie nur weiche Pflanzenteile zum Mulchen verwenden, etwa angetrockneten Grasschnitt und zerkleinertes Unkraut. Auch Ernterückstände von abgeerntetem Gemüse sind ideal. Tipp: So bleibt das Gemüsebeet schädlingsfrei und gesund.

  • Im Blumenbeet: Angetrockneter Grasschnitt eignet sich besonders gut für Blühpflanzen, Rosen und Stauden.

  • Für Hecken und Sträucher: Gröbere Materialien wie Rindenmulch aus reiner Nadelholzrinde eignen sich gut zur Unkrautvermeidung. Die Rinde von Lärchen, Föhren und Fichten hat ebenfalls einen hohen Gerbstoffgehalt, der keimhemmend auf Unkrautsamen wirkt. Um bestehende Wurzelunkräuter einzudämmen, sollten Sie die Rinde mindestens acht Zentimeter dick auftragen.

Vorsicht mit Hackgut und Stroh: Gewöhnliches Hackgut aus Holz bindet beim Verrotten Stickstoff aus dem Boden – genau den Stickstoff, den Pflanzen zum Wachsen brauchen. Wer dennoch Hackgut oder Stroh verwendet, sollte dem Mulch immer etwas Hornspäne beimischen, um die Stickstoffbindung auszugleichen.

4. Häufige Fehler beim Mulchen

  • Zu dick aufgetragen: Sehr oft sehe ich dick aufgetragenen Gras- und Rasenschnitt rund um Bäume und Sträucher. Tragen Sie solche Materialien nicht dicker als drei Zentimeter auf, sonst kann es zum Faulen und Verklumpen der Mulchschicht kommen, und diese wird für Wasser und Luft undurchlässig.

  • Zu wenig Abstand: Lassen Sie beim Mulchen auch etwas Abstand zu den Pflanzen. Beim Gemüse genügen zwei bis drei Zentimeter. Bei Obstbäumen und Sträuchern sollte mindestens ein Abstand von zehn Zentimetern sein. Beim direkten Kontakt mit dem Stamm kann es zu Schäden durch gefräßige Tiere oder Befall von Pilzen und Bakterien kommen.

Übrigens: Achten Sie beim Mulchen mit Wild- und Unkräutern darauf, dass keine samentragenden Pflanzen dabei sind. Jäten Sie am besten an einem heißen Tag und lassen Sie das Unkraut einige Stunden in der Sonne liegen, in diesem Fall sterben alle Pflanzenteile ab und es kann zu keiner Vermehrung kommen.

5. Mulchen von Kübelpflanzen

Auch Kübel- und Terrassenpflanzen profitieren von einer Mulchschicht – besonders in der warmen Jahreszeit, wenn die Erde im Topf schnell austrocknet.

Warum lohnt sich Mulchen im Kübel?

Der Boden in Töpfen und Kübeln erwärmt sich schneller und verliert Wasser rascher als offene Gartenerde. Eine dünne Mulchschicht auf der Topfoberfläche verlangsamt die Verdunstung spürbar, hält die Wurzeln bei Hitze kühler und schützt die Erde bei kühleren Temperaturen etwas vor starker Auskühlung.

Welches Material eignet sich für Kübelpflanzen?

Material

Eignung

Hinweis

Rindenmulch (fein)

✔ sehr gut

Ideal für mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander oder Olivenbäume

Kokosscheiben / Kokosfasern

✔ sehr gut

Sauber, leicht, gut anpassbar – praktisch für Terrassentöpfe

Kies oder Splitt

✔ gut

Dekorativ, verrottet nicht, hält Feuchtigkeit im Topf

Angetrockneter Grasschnitt

○ bedingt

Nur in dünner Schicht (max. 2 cm), sonst Schimmelgefahr

Rindenmulch (grob)

✗ weniger geeignet

Zu schwer für kleine Töpfe, verändert pH-Wert bei empfindlichen Pflanzen

Wie dick darf die Mulchschicht im Kübel sein? Maximal zwei bis drei Zentimeter – dicker sollte die Schicht im Topf nicht werden, da sonst die Wasserzufuhr beim Gießen behindert wird und Feuchtigkeit nicht gleichmäßig in die Erde gelangt.

Abstand zum Stängel: Wie im Garten gilt auch hier: Mulch nicht direkt an den Pflanzenstiel oder Stamm häufen. Ein Abstand von zwei bis drei Zentimetern zur Pflanze verhindert Fäulnis und Pilzbefall an der empfindlichen Basis.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Am sinnvollsten ist Mulchen im Kübel zu Beginn der wärmeren Jahreszeit – wenn die Erde bereits gut durchgewärmt ist. Im Herbst kann eine leichte Mulchschicht aus Kokosscheiben oder Rindenmulch auch als einfacher Frostschutz für die oberste Erdschicht dienen.

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