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Garten

Natürlich düngen: Kompost, Mist und Brennnesseljauche richtig einsetzen

Wer organisch düngt, füttert Pflanzen und den ganzen Boden. Gartenexperte Johannes Käfer erklärt, warum Kompost, Mist und Brennnesseljauche so wirkungsvoll sind – und wie Sie guten Flüssigdünger selbst herstellen können. So geht Düngen ohne Chemie!

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Foto: Mauritius Images / Frank Hecker / Alamy / Alamy Stock Photos
Die Regentonne ist mit Wasser und Brennnesselkraut gefüllt.

Die wichtigsten Fragen rund ums natürliche Düngen:

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Foto: Roland Vorlaufer

Johannes Käfer, Gärtner im Mostviertel, teilt sein Expertenwissen rund um Flora und Fauna.

1. Sind chemische Dünger wirklich so schlecht?

Spricht man von chemiefreien Düngern, fallen schnell die Begriffe „Kompost“, „Mist“ und „Brennnesseljauche“. Aber warum sind diese so gut? Und sind chemische Dünger wirklich so schlecht?

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Bei der Produktion von chemischen Düngern umgeht man den langwierigen Prozess der Kompostierung und produziert hochkonzentrierte Pflanzennährstoffe synthetisch. Solche Nährstoffe benötigt die Landwirtschaft, die auf immer kleiner werdenden Flächen möglichst hohe Erträge erzielen soll.

  • Der große Nachteil: Der Humusanteil im Boden wird immer geringer, und die Mikroorganismen haben nichts mehr zu fressen. Das Ergebnis ist tote Erde – ein Boden, der zwar Nährstoffe liefert, aber kein Leben mehr trägt.

2. Warum sind organische Dünger so gut für den Boden?

  • Mit organischen Düngern ernährt man nicht nur die Pflanzen, sondern füttert gleichzeitig die Mikroorganismen im Boden – und die versorgen dann ihrerseits wieder die Pflanzen.

  • Kompost, Mist und Jauche fördern also einen echten Kreislauf im Boden, statt ihn zu erschöpfen. Ein gesunder Boden voller Mikroorganismen ist die Grundlage für kräftige, widerstandsfähige Pflanzen.

3. Wie entsteht natürlicher Dünger in der Natur?

In unseren Gärten lassen sich natürliche Kreisläufe nur schwer aufrechterhalten. Das liegt vor allem daran, dass wir mehr Biomasse herausnehmen, als wir zurückgeben: Wir ernten Obst und Gemüse, mähen den Rasen, entfernen das Laub und schneiden ab, was optisch nicht unseren Anforderungen entspricht.

In der Natur hingegen bleiben organische Abfälle dort, wo sie anfallen – am Boden. Unzählige Lebewesen ernähren sich davon, Schicht für Schicht:

  • Vögel, Nagetiere und Wild suchen sich Samen, Beeren und Gräser heraus, verdauen sie und geben dem Boden die Nährstoffe als Exkremente zurück – das ist der erste Naturdünger: Mist.

  • Schnecken, Asseln und Regenwürmer zerkleinern die Reste weiter, bis Rohkompost entsteht.

  • Milliarden von Mikroorganismen – Bakterien, Einzeller und Pilze – fressen munter weiter und produzieren schließlich genau die Nährstoffe, die Pflanzen zum Leben brauchen.

So entsteht Kompost – der wichtigste Dünger im Garten. Er enthält fast alles, was Pflanzen brauchen, und gibt dem Boden zurück, was das ganze Jahr über geerntet und entfernt wurde.

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Foto: Mauritius Images/ Deborah Vernon / Alamy
Herbstzeit ist Laubzeit. So werden die Blätter zu wertvollem Kompost.

4. Wie verwende ich tierischen Mist als Dünger?

Ganz gleich ob Stalldung, Pferde- oder Hühnermist: Die tierischen Exkremente enthalten alle wichtige Pflanzennährstoffe in konzentrierter Form. Bevor Mist als Dünger eingesetzt wird, sollte er gut abgelegen sein – das dauert rund fünf bis sechs Monate.

Einzige Ausnahme: Vor dem Bepflanzen der Beete kann auch frischer Mist in die Erde eingearbeitet werden. Nach einigen Wochen ist das Anpflanzen von Gemüse und Blumen dann möglich.

5. Was kann ich aus der Küche als Dünger verwenden?

Bio-Dünger fällt fast täglich ganz einfach in der eigenen Küche an:

  • Kaffeesud: Sammeln und in die Erde mischen. Kaffeesud verbessert den Boden und setzt Nährstoffe frei. Alleskönner Kaffeesatz: 7 Anwendungen für Haushalt und Schönheit

  • Erdäpfelkochwasser: Unbedingt aufbewahren und nach dem Abkühlen die Pflanzen damit gießen. Es ist ein fantastischer Mineraldünger mit vielen Spurenelementen.

  • Eierschalenwasser: Eierschalen einige Tage ins Wasser geben und das Wasser dann zum Gießen verwenden.

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Foto: iStock
Kaffeesatz lässt sich bestens wieder verwenden – und das nicht nur in der Küche.

6. Wie stelle ich Brennnesseljauche her?

Brennnesseljauche ist ein sehr wirkungsvoller Flüssigdünger und lässt sich mit etwas Geduld leicht selbst herstellen:

  1. Eine Regentonne locker mit Brennnesselkraut füllen. Beinwell und Lungenkraut können ebenfalls dazugegeben werden – sie haben die gleiche Wirkung.

  2. Die Tonne mit Wasser füllen und die Öffnung bedecken, sodass keine Tiere hineinfallen können, Luft aber weiterhin zugeführt wird.

  3. Die Tonne an einen sonnigen Standort stellen – das Wasser erwärmt sich rasch und die Brühe beginnt zu gären.

  4. Einmal täglich umrühren und Steinmehl in die Jauche streuen. Das Steinmehl verringert die Geruchsbildung – und der Geruch ist sehr intensiv, das merkt man schnell.

  5. Nach etwa zwei Wochen, wenn die Jauche nicht mehr schäumt, ist sie fertig.

  6. Nach dem Abseihen im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und anwenden.

Wer viel Brennnesseln im Garten hat, kann daraus Jauche zum Düngen machen.
Johannes Käfer

7. Wofür eignet sich Brennnesseljauche?

Die fertige Brennnesseljauche ist der ideale Dünger für:

  • Fruchtgemüse (z. B. Tomaten, Zucchini, Paprika)

  • Beerenobst

  • Kübelpflanzen und Balkonblumen

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