Wasser sparen im Garten: So nutzen Sie jeden Regentropfen
Regenwasser auffangen, den Boden verbessern, zur richtigen Zeit gießen: Wer ein paar einfache Dinge im Garten beachtet, braucht viel weniger Wasser – und hat trotzdem einen blühenden, gesunden Garten.
Wasser sparen im Garten:
- 1. Warum Wasser im Garten so wertvoll ist
- 2. Welchen Boden brauche ich für gute Wasserspeicherung?
- 3. Welche Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus?
- 4. Wie lege ich eine Sickermulde oder einen Sammelteich an?
- 5. Regentonne oder Zisterne: Was lohnt sich?
- 6. Wann und wie gieße ich richtig?
- 7. Weitere Tipps zum Wassersparen im Überblick
1. Warum Wasser im Garten so wertvoll ist
Nach einem warmen Sommerregen riecht die Luft frisch, Gräser sprießen und Blüten richten sich wieder auf – Regenwasser ist das beste, was dem Garten passieren kann. Doch versiegelte Flächen, betonierte Wege und Terrassen verhindern, dass das Wasser überhaupt im Boden versickern kann.
Ein erster, einfacher Schritt: Trittsteine trocken verlegen, also in Sand setzen und Fugen lassen. So kann das Wasser direkt in den Boden eindringen, statt in die Kanalisation abzufließen.
2. Welchen Boden brauche ich für gute Wasserspeicherung?
Nicht jeder Gartenboden speichert Wasser gleich gut. Schwere, lehmreiche Erde lässt Wasser kaum abfließen und neigt zu Staunässe. Sandige, lockere Böden hingegen lassen alles rasch durchrinnen. Die goldene Mitte – ein humusreicher, mittelschwerer Boden – speichert Regenwasser am besten und versorgt Pflanzen gleichmäßig.
Was hilft bei schlechtem Boden?
Bodentyp | Problem | Lösung |
|---|---|---|
Schwerer Lehmboden | Staunässe, kein Abfluss | Sand und Humus einarbeiten |
Sandiger Boden | Wasser versickert zu schnell | Kompost einarbeiten |
Steiniger Boden | Wenig Wasserspeicherung | Kompost einarbeiten |
Tipp: Eine Bodenprobe bei einer Bodenuntersuchungsstelle bringt Klarheit über den eigenen Gartengrund, bevor man mit Verbesserungen beginnt.
3. Welche Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus?
Die richtige Pflanze am richtigen Ort ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Wasser zu sparen. Heimische Stauden, Sträucher und Bäume sind an das regionale Klima und den jeweiligen Boden gewöhnt – sie brauchen kaum zusätzliche Bewässerung.
Trockenkünstler für wasserdurchlässige, trockene Böden:
Feldahorn
Sanddorn
Weißdorn
Schlehe
Wacholder
Hundsrose und andere Wildrosen
Feuchtigkeitsliebende Gehölze für nasse Lagen:
Weiden
Holunder
Grauerle (gedeihen auch direkt neben der Sickergrube)
Wichtig: Die Pflanzenauswahl sollte sich an den voraussichtlichen Niederschlagsmengen der eigenen Region und den Bodenbedingungen orientieren.
4. Wie lege ich eine Sickermulde oder einen Sammelteich an?
Wer einen Gartenteich hat, kann ihn als natürlichen Regenwasserspeicher nutzen – solange er nicht ganz gefüllt ist, nimmt er bei starkem Regen noch zusätzliches Wasser auf. Bei Starkregen leitet ein Überlauf das Wasser in eine tiefer gelegene Sickermulde.
Sickermulde ohne Teich anlegen – was ist zu beachten?
Mindestabstand zum Haus: 2 Meter
Die Sickermulde muss tiefer als das Erdniveau des Hauses liegen, damit kein Wasser in den Keller eindringt
Eine Hanglage ist ideal: Das Regenwasser läuft automatisch abwärts in Teich oder Mulde
Immer sinnvoller, als das Wasser ungenutzt in die Kanalisation abzuleiten
Geeignete Pflanzen für Sickermulden (sie vertragen sowohl Trockenheit als auch Überschwemmung):
Pflanzenname | Botanischer Name |
|---|---|
Kiel-Lauch | Allium carinatum |
Blutweiderich | Lythrum salicaria |
Bachnelkwurz | Geum rivale |
Echter Eibisch | Althaea officinalis |
Sumpfdotterblume | Caltha palustris |
Bertram-Schafgarbe | Achillea ptarmica |
Kantenlauch | Allium angulosum |
Sumpfwolfsmilch | Euphorbia palustris |
Echtes Labkraut | Galium verum |
Pfennigkraut | Lysimachia nummularia |
5. Regentonne oder Zisterne: Was lohnt sich?
130 Liter Trinkwasser verbraucht jede Person täglich – das zeigt, wie wertvoll jeder Liter ist, den man stattdessen aus dem Regen auffangen kann. Regenwasser hat gegenüber Leitungswasser einen entscheidenden Vorteil: Es ist weich und kalkarm, hat den idealen Härtegrad fürs Gießen und bekommt den meisten Pflanzen besser als kalkhaltiges Trinkwasser.
Wie viel Regenwasser lässt sich sammeln?
Ein Dach mit 50 m² Fläche liefert pro Jahr rund 35.000 Liter Regenwasser
Damit lässt sich ein 90 m² großer Gemüsegarten vollständig versorgen
Gemüsekulturen brauchen im Schnitt 200 bis 600 mm Niederschlag pro m² und Jahr
Welche Speichermöglichkeiten gibt es?
Variante | Fassungsvermögen | Besonderheit |
|---|---|---|
Regentonne / Amphore / Fass | Klein (wenige 100 Liter) | Einfach, kostengünstig, optisch ansprechend |
Wandbehälter | Klein bis mittel | Platzsparend |
Ausgediente Badewanne | Mittel | Zweitverwertung |
Unterirdische Zisterne | Groß (mehrere Tausend Liter) | Ideal für größere Gärten |
Gartenteich | Variabel | Natürlicher Regenwasserspeicher |
6. Wann und wie gieße ich richtig?
Auch das Gemüsebeet braucht zusätzliche Bewässerung – aber gezielt und zur richtigen Zeit. Wer hier ein paar Regeln beachtet, spart nicht nur Wasser, sondern fördert auch gesundes, tiefwurzelndes Pflanzenwachstum.
Die wichtigsten Gießregeln:
Morgens gießen ist am besten – das abendliche Wässern lockt Schnecken an
Nie in der Mittagshitze gießen: Zu viel Wasser verdunstet sofort
Blätter trocken halten – Wassertropfen auf Blättern wirken wie Brenngläser und fördern Pilzerkrankungen
Selten, aber durchdringend gießen: So bilden Pflanzen tiefe Wurzeln und erreichen auch die Feuchtigkeit in unteren Bodenschichten
Mulden und Rinnen rund um die Pflanzen anlegen: Sie sammeln das Wasser und lassen es gezielt versickern
7. Weitere Tipps zum Wassersparen im Überblick
Beetflächen mulchen: Grasschnitt oder Stroh als Abdeckung reduzieren die Verdunstung spürbar – und halten gleichzeitig Unkraut in Schach
Tröpfchenschläuche als einfaches, wassersparendes Bewässerungssystem einsetzen
Durstige Pflanzen zusammenstellen, damit die Gießwege kurz bleiben
Pflanzenwahl an die regionalen Niederschlagsmengen und den Bodentyp anpassen
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