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Garten

Wasser sparen im Garten: So nutzen Sie jeden Regentropfen

Regenwasser auffangen, den Boden verbessern, zur richtigen Zeit gießen: Wer ein paar einfache Dinge im Garten beachtet, braucht viel weniger Wasser – und hat trotzdem einen blühenden, gesunden Garten.

Wasser im Garten sparen (Bild: Thinkstock), Servus
Foto: Thinkstock
Gerade in trockenen Perioden ist es wichtig Wasser gut einzuteilen.

Wasser sparen im Garten:

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1. Warum Wasser im Garten so wertvoll ist

Nach einem warmen Sommerregen riecht die Luft frisch, Gräser sprießen und Blüten richten sich wieder auf – Regenwasser ist das beste, was dem Garten passieren kann. Doch versiegelte Flächen, betonierte Wege und Terrassen verhindern, dass das Wasser überhaupt im Boden versickern kann.

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Ein erster, einfacher Schritt: Trittsteine trocken verlegen, also in Sand setzen und Fugen lassen. So kann das Wasser direkt in den Boden eindringen, statt in die Kanalisation abzufließen.

2. Welchen Boden brauche ich für gute Wasserspeicherung?

Nicht jeder Gartenboden speichert Wasser gleich gut. Schwere, lehmreiche Erde lässt Wasser kaum abfließen und neigt zu Staunässe. Sandige, lockere Böden hingegen lassen alles rasch durchrinnen. Die goldene Mitte – ein humusreicher, mittelschwerer Boden – speichert Regenwasser am besten und versorgt Pflanzen gleichmäßig.

Was hilft bei schlechtem Boden?

Bodentyp

Problem

Lösung

Schwerer Lehmboden

Staunässe, kein Abfluss

Sand und Humus einarbeiten

Sandiger Boden

Wasser versickert zu schnell

Kompost einarbeiten

Steiniger Boden

Wenig Wasserspeicherung

Kompost einarbeiten

Tipp: Eine Bodenprobe bei einer Bodenuntersuchungsstelle bringt Klarheit über den eigenen Gartengrund, bevor man mit Verbesserungen beginnt.

3. Welche Pflanzen kommen mit wenig Wasser aus?

Die richtige Pflanze am richtigen Ort ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um Wasser zu sparen. Heimische Stauden, Sträucher und Bäume sind an das regionale Klima und den jeweiligen Boden gewöhnt – sie brauchen kaum zusätzliche Bewässerung.

Trockenkünstler für wasserdurchlässige, trockene Böden:

  • Feldahorn

  • Sanddorn

  • Weißdorn

  • Schlehe

  • Wacholder

  • Hundsrose und andere Wildrosen

Feuchtigkeitsliebende Gehölze für nasse Lagen:

  • Weiden

  • Holunder

  • Grauerle (gedeihen auch direkt neben der Sickergrube)

Wichtig: Die Pflanzenauswahl sollte sich an den voraussichtlichen Niederschlagsmengen der eigenen Region und den Bodenbedingungen orientieren.

4. Wie lege ich eine Sickermulde oder einen Sammelteich an?

Wer einen Gartenteich hat, kann ihn als natürlichen Regenwasserspeicher nutzen – solange er nicht ganz gefüllt ist, nimmt er bei starkem Regen noch zusätzliches Wasser auf. Bei Starkregen leitet ein Überlauf das Wasser in eine tiefer gelegene Sickermulde.

Sickermulde ohne Teich anlegen – was ist zu beachten?

  • Mindestabstand zum Haus: 2 Meter

  • Die Sickermulde muss tiefer als das Erdniveau des Hauses liegen, damit kein Wasser in den Keller eindringt

  • Eine Hanglage ist ideal: Das Regenwasser läuft automatisch abwärts in Teich oder Mulde

  • Immer sinnvoller, als das Wasser ungenutzt in die Kanalisation abzuleiten

Geeignete Pflanzen für Sickermulden (sie vertragen sowohl Trockenheit als auch Überschwemmung):

Pflanzenname

Botanischer Name

Kiel-Lauch

Allium carinatum

Blutweiderich

Lythrum salicaria

Bachnelkwurz

Geum rivale

Echter Eibisch

Althaea officinalis

Sumpfdotterblume

Caltha palustris

Bertram-Schafgarbe

Achillea ptarmica

Kantenlauch

Allium angulosum

Sumpfwolfsmilch

Euphorbia palustris

Echtes Labkraut

Galium verum

Pfennigkraut

Lysimachia nummularia

5. Regentonne oder Zisterne: Was lohnt sich?

130 Liter Trinkwasser verbraucht jede Person täglich – das zeigt, wie wertvoll jeder Liter ist, den man stattdessen aus dem Regen auffangen kann. Regenwasser hat gegenüber Leitungswasser einen entscheidenden Vorteil: Es ist weich und kalkarm, hat den idealen Härtegrad fürs Gießen und bekommt den meisten Pflanzen besser als kalkhaltiges Trinkwasser.

Wie viel Regenwasser lässt sich sammeln?

  • Ein Dach mit 50 m² Fläche liefert pro Jahr rund 35.000 Liter Regenwasser

  • Damit lässt sich ein 90 m² großer Gemüsegarten vollständig versorgen

  • Gemüsekulturen brauchen im Schnitt 200 bis 600 mm Niederschlag pro m² und Jahr

Welche Speichermöglichkeiten gibt es?

Variante

Fassungsvermögen

Besonderheit

Regentonne / Amphore / Fass

Klein (wenige 100 Liter)

Einfach, kostengünstig, optisch ansprechend

Wandbehälter

Klein bis mittel

Platzsparend

Ausgediente Badewanne

Mittel

Zweitverwertung

Unterirdische Zisterne

Groß (mehrere Tausend Liter)

Ideal für größere Gärten

Gartenteich

Variabel

Natürlicher Regenwasserspeicher

6. Wann und wie gieße ich richtig?

Auch das Gemüsebeet braucht zusätzliche Bewässerung – aber gezielt und zur richtigen Zeit. Wer hier ein paar Regeln beachtet, spart nicht nur Wasser, sondern fördert auch gesundes, tiefwurzelndes Pflanzenwachstum.

Die wichtigsten Gießregeln:

  • Morgens gießen ist am besten – das abendliche Wässern lockt Schnecken an

  • Nie in der Mittagshitze gießen: Zu viel Wasser verdunstet sofort

  • Blätter trocken halten – Wassertropfen auf Blättern wirken wie Brenngläser und fördern Pilzerkrankungen

  • Selten, aber durchdringend gießen: So bilden Pflanzen tiefe Wurzeln und erreichen auch die Feuchtigkeit in unteren Bodenschichten

  • Mulden und Rinnen rund um die Pflanzen anlegen: Sie sammeln das Wasser und lassen es gezielt versickern

7. Weitere Tipps zum Wassersparen im Überblick

  • Beetflächen mulchen: Grasschnitt oder Stroh als Abdeckung reduzieren die Verdunstung spürbar – und halten gleichzeitig Unkraut in Schach

  • Tröpfchenschläuche als einfaches, wassersparendes Bewässerungssystem einsetzen

  • Durstige Pflanzen zusammenstellen, damit die Gießwege kurz bleiben

  • Pflanzenwahl an die regionalen Niederschlagsmengen und den Bodentyp anpassen

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