Nachspeise

Gebackene Apfelradln mit Zimt

Ob sie für die Großfamilie kochte oder nur für sich selbst: In der Küche der Oma von Bergwelten-Autorin Katharina Lechner roch es oft nach Gebackenen Apfelradln mit Zimt.

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Foto: Ingo Eisenhut
Zu den gebackenen Apfelradeln passt am besten ein Glas Milch.  

Das Rezept für Apfelradln ist sehr einfach:

  • Man schält Äpfel, sticht das Kerngehäuse aus und schneidet sie in dicke Scheiben.

  • Dann tunkt man die Räder in den Teig und bäckt sie im Fett heraus. Das geht recht schnell, bei kleinen und bei großen Mengen.

  • Eine perfekte Speise also, wenn man für Leute kocht, die zu unterschiedlichen Zeiten kommen und gehen, oder auch nur für sich selbst.

Interessanterweise habe ich bis heute noch nie dran gedacht, selber Apfelradln zu machen. Nicht einmal, als ich in meiner ersten eigenen Wohnung gelebt habe. Aber wer weiß, vielleicht ist es irgendwann einmal meine Küche, in der alle zusammenkommen – da sehe ich mich dann schon am Herd stehen und Apfelscheiben tunken.

Ein Haus, viele Generationen

Ich bin in einem Großfamilienhaus aufgewachsen. Meine Mama, meine Schwester und ich haben im Dachgeschoß gewohnt, meine Oma darunter in der rechten Haushälfte und mein Onkel in der linken. Zumindest zeitweise, denn in diesem Haus wurde ständig umgezogen.

Genug Platz war da – mein Opa hatte es in den 1960er- und 1970er-Jahren so gebaut und erweitert, dass es Zimmer für sieben Kinder gab, ein paar weitere für eine Gästepension und eine große Küche mit viel Platz am Mittagstisch für alle Arbeiter seines Sägewerks.

Jahrzehnte später waren dann eben nur noch wir übrig: drei Erwachsene und zwei Kinder. Es war ein sehr unabhängiger Haushalt, wie man sich vorstellen kann, und gleichzeitig waren die Grenzen zwischen meiner Wohnung und den anderen fließend. Schon allein deshalb, weil alle schon einmal in jeder Ecke des Hauses gewohnt hatten.

„Was unsere drei Parteien immer am stärksten verband, war Omas Küche.“

Ob sie nun im Erdgeschoß war oder zeitweise ganz oben unterm Dach, dort sind wir alle zusammengekommen: meine Schwester und ich nach der Schule, meine Mama und mein Onkel nach der Arbeit. Dort hat es immer was gegeben. Wenn gerade nichts zu essen, dann eben einen Platz zum Ausruhen, zum Erzählen oder zum Kreuzworträtseln.

Am besten waren die Tage, an denen uns der Duft nach Herausgebackenem schon beim Öffnen der Haustür begrüßte: Apfelradln! Die Vorfreude auf süße, warme Apfelscheiben mit goldgebackenem Teig drum herum, die Vorfreude auf das Knacken des Kristallzucker-Zimt-Gemischs zwischen den Zähnen, dem einzig wahren süßen Belag.

Zum Autor: Katharina Lehner ist in Seefeld in Tirol groß geworden, arbeitet in Wien als Redakteurin bei „Bergwelten“ und hat eben ihre eigene Familie gegründet: Im September war Hochzeit.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im Oktober 2020 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Gesamtzeit
4 Portionen 30 Minuten
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Zutaten
4 große Backäpfel wie etwa Boskoop
Zitronensaft zum Beträufeln
Butterschmalz zum Backen
Für den Backteig
3 Bauern-Eier
1 EL Feinkristallzucker
1 Prise Salz
1 TL echter Vanillezucker
225 ml Milch
200 g griffiges Mehl
Außerdem
2 EL Kristallzucker
3 TL Zimtpulver
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Zubereitung
  1. Äpfel schälen, in dicke Scheiben schneiden und das Kerngehäuse ausstechen. Apfelradeln mit Zitronensaft beträufeln.

  2. Butterschmalz in einer breiten, tiefen Pfanne behutsam erhitzen.

  3. Eier trennen und die Eiweiße mit Zucker und Salz zu einem geschmeidigen Schnee schlagen.

  4. Dotter mit Vanillezucker, Milch und Mehl glatt rühren.

  5. Eischnee luftig unter den Teig heben.

  6. Die Apfelradeln mit einem Holzstaberl durch den Backteig ziehen und in heißem Schmalz goldgelb backen.

  7. Auf Küchenpapier entfetten und flott anrichten. Zucker und Zimt mischen und über die heißen Apfelradeln streuen. Mit einem Glas Milch servieren.

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