Hauptspeise

Laare Bladln mit Sauerkraut

Wenn das Pinzgauer Traditionsgericht zubereitet wird, ist ein Rezept nur bedingt hilfreich. So gut wie die Oma von ServusTV-Moderatorin Conny Bürgler kriegt man es nur nach langem Üben hin.

Bladln werden mit einem Löffel mit Sauerkraut belegt. Darunter steht ein weißer Keramikteller mit vereinzelten Blumenmuster. Daneben sieht man eine weiße Schüssel mit Sauerkraut und ein Servierteller mit Bladln. Alles steht auf einem Holztisch mit einer rote Tischdecke mit weißem Muster.
Foto: Ingo Eisenhut
Das wichtigste Besteck beim Essen von Bladln? Die Finger.  

Tipp von Connys Mama:

  • „Oa Guss, oa Griff – und es muaß passn.“ (Ein Guss, ein Griff – und es muss passen.)

Immer, wenn ich die Frage nach meinem Lieblingsessen mit „Laare Bladln mit Sauerkraut“ beantworte, ernte ich fragende Blicke. Ich muss dann immer schmunzeln, denn des Rätsels Lösung ist einfacher, als es klingt. „Laare“ heißt auf gut Salzburgerisch „leere“, also nicht gefüllte, und ein Bladl ist eine Art Krapfen.

Es ist ein typisches Pinzgauer Gericht, das ich von klein auf kenne und bis heute liebe. Kochen kann es natürlich die Mama am besten, und sie hat es wiederum von ihrer Mama gelernt und die von ihrer und so weiter.

Und wie so oft bei „OmaMama-Rezepten“ kriegt man auf die Frage „Und wie geht des?“ die Antwort: „Schau halt zua!“

Es geht dabei viel ums Gefühl

Das bekommt man nur, wenn man die Bladln selber macht. Ich habe sie oft gemeinsam mit meiner Mama zubereitet. Dann gelingen sie immer. Probiere ich sie hingegen allein in meiner Küche, dann werden sie nie so gut. Wahrscheinlich hängt es mit den alten Pfannen und Töpfen zusammen, die sie nur für die Bladln nimmt.

Sie sagt immer: „Der Teig muss beim ersten Mal gelingen. Ein Guss, ein Griff. Sobald du irgendeine Zutat noch einmal dazugeben musst, ist es vorbei. Dann werden sie nix.“ Das macht Druck!

Die Bladln sind deftig und geben Kraft

Sie waren ursprünglich ein Essen für die hart arbeitenden Bauersleute, Dirnen und Knechte. Bei uns am Hof lieben alle die Bladln. Mein Vater und Bruder sind ja heute noch Landwirte, und immer wenn es diese Speise gibt, zaubert sie ihnen ein Lächeln in ihre Gesichter. Ich erinnere mich gerne an unsere alte Bauernküche ohne Dunstabzug zurück. Denn wenn man die Bladln im heißen Fett herausbäckt, riecht das ganze Haus danach. Meine Mama sagt „dieser Gestank“ dazu.

Aber für mich riecht es wunderbar. Es weckt Erinnerungen an meine Kindheit und an den Moment, wenn dann die Rein mit dampfenden Bladln und Sauerkraut mitten auf dem Tisch steht und alle gleichzeitig zugreifen, damit sie ja genug erwischen.

  • Wichtig ist, dass man die Bladln richtig isst. Als Erstes legt man einen Bladl auf den Teller. Wenn er richtig gemacht ist, hat er einen „Bauch“, er hat also Blasen geschlagen. Diesen drückt man mit dem Löfel oder der Gabel ein, damit das Sauerkraut gut Platz hat. Davon nimmt man einen guten Esslöfel voll, platziert ihn in der Mitte vom Bladl und klappt ihn zusammen. Und jetzt das Wichtigste: mit der Hand zugreifen.

Wer beim Bladlessen Besteck verwendet, hat schon verloren. Die Finger müssen fettig sein, und der Saft vom Sauerkraut muss herausrinnen. Nur dann ist es richtig.

Allein beim Schreiben kriege ich wieder Lust auf Bladln. Ich glaube, ich werde mich jetzt gleich daheim zum Bladlessen einladen.

Zur Autorin: Conny Bürgler ist ServusTV-Moderatorin der Sendungen „Heimatleuchten“, „Hoagascht“ und „Servus Musikantenstammtisch“. Sie ist sehr viel unterwegs, zum Kochen kommt sie daher selten, aber sie kehrt immer gern bei ihren Eltern ein.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im April 2025 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Gesamtzeit
4 Portionen 1 Stunde
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Zutaten
400 g glattes Roggenmehl
100 g glattes Weizenmehl
0,5 TL Salz
40 g weiche Butter
300–350 g Wasser
Butterschmalz zum Backen
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Zubereitung
  1. Mehl in der Schüssel mischen, salzen, Butter und Wasser dazugeben. Den Teig kneten, bis er geschmeidig ist, und 15 Minuten rasten lassen.

  2. Eine Rolle aus dem Teig formen. Gleichmäßige Stücke abschneiden und zu handgroßen dünnen Fladen ausrollen.

  3. Diese in der Hälfte durchschneiden, sodass sie wie Halbmonde ausschauen.

  4. Butterschmalz heiß machen (170– 180 °C). Kein Öl oder anderes Fett, sonst werden sie nicht so gschmackig. Dann die Bladln beidseitig ausbacken, bis sie Blasen schlagen. Abtropfen lassen und mit traditionell gewürztem Sauerkraut servieren (Kümmel, Wacholder, Lorbeer).

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