Hauptspeise

Mühlviertler Oa-in-Schmalz-Knödel

Das Gericht stammt aus der oberösterreichischen Lein-Gegend. Im Frühling wurde dort traditionell der Flachs angebaut, und die üppigen Eierknödel spielten dann sogar auf dem Feld eine wichtige Rolle.

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Foto: Eisenhut & Mayer
Zu den Schmalz-Knödeln passt hervorragend ein grüner Salat.  

Das Innenleben der Knödel besteht aus gestockter Eiermasse, auch die restlichen Zutaten sind schlicht: Erdäpfel und Mehl und das Schmalz sorgt für eine angenehme Sättigung.

Wissenwertes rund um die Kugel

„Gesottene oder gebackene Ballen von sehr verschiedener Zusammensetzung und Größe, die in der Küche aus freier Hand geformt werden und nach ihren Hauptbestandtheilen mannigfache Spezialnamen führen ...“ Das sind Knödel. Laut Definition des „Appetit-Lexikons, herausgegeben anno 1894 von Rudolf Habs und Leopold Rosner.

  • Die Geschichte der gschmackigen Kugeln reicht in der österreichischen Küche bis in das Mittelalter zurück, ursprünglich waren sie eine typische Kost des alpinen Raums. Diese Gestalt war es auch, die den Knödeln ihre lange Tradition in der bäuerlichen Küche bescherte. Bis weit in die Barockzeit aß man schließlich hauptsächlich mit den Fingern, und so ein runder Knödel liegt einfach gut in der Hand.

  • Das Land ob der Enns gilt heute als Knödel-Heimat schlechthin.

  • Auch das Rezept der deftigen Eier-in-Schmalz-Knödel kommt in der Rezeptsammlung des Mühlviertler Parade-Kochs Georg Friedl gefunden. „Der Oa-in-Schmalz-Knödel war traditionell eine sehr fette Angelegenheit“, schreibt er.

    Und zwar aus gutem Grund: Zur Zeit der Leinaussaat im März wurden die in Butter oder Schmalz gebackenen Knödel zur Mittagszeit aufs Feld gebracht. Dort hat man sie ganz ohne Gabel und Löffel verzehrt – und dabei auch gleich die Hände eingefettet. Beim nachfolgenden Säen gingen die Bauern dann nicht nur gestärkt ans Werk, die Leinsaat verteilte sich aus der sogenannten „heilen“ Hand gleich noch einmal so gut auf dem Ackerboden.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im März 2018 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Zubereitungszeit Gesamtzeit
4 Portionen 1 Stunde 2 Stunden
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Zutaten
400 g mehlige Erdäpfel
4 Eier
40 g Butter oder Schmalz
Salz und Pfeffer
geriebene Muskatnuss
100 g griffiges Mehl
2 Dotter
1 EL Kartoffelstärke
40 g Butter für die Bratrein
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Zubereitung
  1. Erdäpfel kochen und passieren.

  2. Das Backrohr auf 160°C vorheizen.

  3. Eier versprudeln. Butter (oder Schmalz) in einer Pfanne oder Rein heiß werden lassen und die versprudelten Eier dazugeben.

  4. Im Rohr bei 160°C stocken lassen, herausnehmen und auskühlen lassen.

  5. Wenn die Masse erkaltet ist, in 12 gleich große Würfel schneiden und erst jetzt mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

  6. Die lauwarmen, passierten Erdäpfel mit Mehl, Dotter und Stärke schnell und glatt abarbeiten, in 12 Stücke teilen und jeden Ei-Würfel in Erdäpfelteig einschlagen.

  7. In einer Bratrein Butter zergehen lassen, die Knödel darin wenden und nebeneinander in die Rein setzen.

  8. Bei 150°C Umluft im Rohr 25–30 Minuten backen oder 10–12 Minuten in Salzwasser kochen.

  9. Mit grünem Salat oder Krautsalat servieren.

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