Hecke, Sichtschutz, WIldrose
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Schützende Hecken: Arten, Standort & Pflege

Seit der Mensch Gärten anlegt, nützt er Sträucher - um Grenzen zu ziehen, Rückzugsorte zu schaffen, sich den Rücken frei zu halten. Hecken sind aber auch ein reizvoll schmückender Lebensraum für Tiere.
Text: Veronika Schubert

Ein gemütlicher Winkel im Garten, ein Rückzugsort, an dem man die Stille genießen kann. Das hat immer auch etwas mit dem urmenschlichen Bedürfnis nach Abgeschiedenheit zu tun, mit geschütztem Rücken und dem beruhigenden Gefühl, unbeobachtet zu sein. Jenseits der stabilen Mauern des Hauses haben hierbei seit jeher Hecken wunderbare Dienste geleistet. Sie bilden einerseits einen Schutzwall, der Geborgenheit zu bieten vermag, und sind dennoch lebendig und grün.

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Ein solcher Hag, wie man die Hecke früher nannte, wurde aber auch genützt, um Grundstücks-, insbesondere Acker- und Weidegründen, witterungsunabhänigig zu markieren. Dies erwies sich - einmal angelegt – als weit weniger arbeitsintensiv, als etwa einen Holz- oder Flechtzaun wind- und wetterfest instand zu halten. In den Namen Hagebuche, Hagebutte oder Hagedorn steckt der alte Wortstamm übrigens bis heute und lässt damit auch keinerlei Zweifel über die bevorzugte Nutzung dieser Straucharten. 

Welche Pflanzen sich am besten für eine Hecke eignen und wie man sie setzt, das beobachtet man am besten an Waldrändern. Wo die Bäume aufhören, beginnen nicht einfach die vom Menschen geschaffenen Wiesen und Weiden. Dort umschließt die natürliche Hecke wie ein grünes Mäntelchen den Waldrand von allen Seiten.

Woraus diese Waldhecke besteht, bestimmen die Bodenqualität und der Lichteinfall:

  • So eignen sich jene Pflanzen, die in der Natur an der Südseite des Waldes wachsen, auch für sonnige Gärten.

  • Jene, die im sogenannten Schattenmantel gedeihen, brauchen diese Bedingungen genauso anderswo. 

Gleiches gilt für den ökologischen Wert der Hecke. In der Natur wie im Garten ist sie Nistplatz für allerlei Getier – viele davon sind auch Schädlingsvertilger. Und in Gestalt von Hagebutten, Schlehen, Felsenbirnen und Dirndln liefert sie Mensch und Tier schmackhafte Nahrung.

Wilde Blütensträucher

Hecken aus fruchttragenden Gehölzen blühen nicht nur sehr attraktiv im Frühling, ihre Blätter färben sich im Herbst auch in leuchtende Gelb- und Orangetöne. Das gilt zum Beispiel für die Felsenbirne (Amelanchier ovalis). ihre kleinen, zart duftenden weißen Sternchenblüten brachten ihr auch den Namen Edelweißstrauch. Die schwarzen Früchte sind bei Vögeln und menschen gleichermaßen beliebt, und das ganze Gehölz glüht im Herbst förmlich, wenn die Blätter vor den Wintermonaten ihre Farbe wechseln. 

Schön anzusehen in einer Hecke sind auch Wildrosen. Ihre stacheln bieten den Tieren Schutz. bei uns heimisch sind auch Dirndlsträucher, Hage- und Weißdorn sowie Schlehen und Pfaffenkapperln. Daher gedeihen sie besonders gut im Garten. Einst zu uns gereist sind Blütensträucher wie Flieder, Forsythie, Ranunkelstrauch, Weigelie, Zierquitte, Pfeifenstrauch und Sommerflieder. Sie eignen sich zwar ebenfalls gut für eine bunte Hecke, sind allerdings in der heimischen Tierwelt weniger beliebt, weil sie kaum Nahrung bieten. 

Gartengestaltung, Schlehe, Hecke
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Ein Sichtschutz aus Hainbuchen

  • Wildstrauchhecken beanspruchen viel Platz und sind daher für kleinere Gärten eher ungeeignet.

  • Genauso ökologisch wertvoll wie Wildstrauchhecken sind die Hage- oder Hainbuchen-Hecken (Carpinus betulus), obwohl sie nicht blühen und Früchte tragen. Die sommergrünen Laubbäume wachsen strauchartig bis zu drei Meter hoch und lassen sich sehr gut schneiden. Der Boden sollte nicht zu trocken sein, sonst aber sind Buchenhecken anspruchslos. 

Pflege der Hecke

Geschnitten wird eine solche Hecke ein- bis zweimal jährlich, am besten Mitte Juni nach Abschluss des ersten Sommertriebes und dann im August nach Beendigung des zweiten Blattaustriebes, der auch Johannistrieb genannt wird. Der Schnitt sollte trapezförmig verlaufen, also oben etwas schmäler werden, damit ausreichend Licht zu allen Blättern gelangt und die Äste nicht von innen heraus verkahlen. Hainbuchen verlieren ihre Blätter im Winter nicht, auch wenn sie braun und trocken werden, und bieten dadurch auch in der kalten Jahreszeit einen guten Sichtschutz. 

Hecke, Hainbuche
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Dunkles Eibengrün für Geduldige

Wer Nadelgehölze bevorzugt, dem sei die Eibe (Taxus baccata) ans Herz gelegt. Dieser heimische Nadelbaum stellt eine Ausnahme dar, denn er trägt als einziger keine Zapfen. Seine Samen sind einzeln verpackt in scharlachrote „Früchte“. Die Eibe und auch ihre braunen Samen enthalten reichlich den Giftstoff Taxin. Die fleischigen roten Mäntelchen (Arillus) hingegen sind essbar und schmecken süß. Der giftige Samen darin muss aber unbedingt ausgespuckt werden!


Eiben sind etwas für geduldige Menschen, denn sie wachsen sehr langsam. Entsprechend geschnitten, bilden sie dann aber sehr schöne dunkelgrüne Hecken. Das machte sie zum Liebling barocker Gartengestalter. Schon damals wusste man, dass Eiben weder zu nassen Boden noch sehr trockenen Untergrund vertragen, aber ausgesprochen gut im Schatten gedeihen.

Gartengestaltung, Eibe, Hecke
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Unter idealen Bedingungen können Eiben mehr als 1.000 Jahre alt werden. Leider gibt es nur noch wenige in der freien Natur. Denn sie waren im bayerischen und österreichischen Alpenraum wegen ihres harzfreien Holzes ausgesprochen begehrt. Heute stehen sie unter Naturschutz. 

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