Bauerngarten, Gemüsegarten, Garten
Foto: Mauritius Images / imageBROKER / Wolfgang Weinhäupl

Bauerngarten: So legt man ihn richtig an

Die ideale Lage, der optimale Grundriss, eine kluge Mischung von Gemüse, Kräutern und Blumen – erfahren Sie, wie man Schritt für Schritt einen traditionellen Bauerngarten plant und gestaltet.

Was ist ein Bauerngarten?

Ein traditioneller Bauerngarten ist nicht nur schön, sondern auch nützlich. Denn neben bunten Blumen gedeihen hier auch frisches Gemüse und duftende Kräuter. Charakteristisch für den Bauerngarten sind symmetrische Beete, klare Wege und Zäune sowie die besondere Mischung aus Nutz- und Zierpflanzen. Bauerngarten anlegen in 5 Schritten:

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1. Wie sieht der typische Grundriss im Bauerngarten aus?

Die Anlage orientiert sich an einem formalen Grundmuster, das macht den Bauerngarten übersichtlich für die Bearbeitung. Eine quadratische Fläche wird in vier Beete geteilt, auf das Wegkreuz in der Mitte gehören Bäumchen, Blumengruppen, Brunnen, Wasserbecken, Vogeltränken oder auch eine hübsche Sonnenuhr. Schmale Beete säumen die Umgrenzung, und ein umlaufender Weg sorgt für die gute Erreichbarkeit aller Anbauflächen.

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Foto: Julia Lammers
Der Garten wird in vier Hauptgebiete unterteilt: Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen.

2. Wo legt man einen Bauerngarten am besten an?

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Foto: Stefan Pfeiffer
Die Nähe zum Haus ist der wichtigste Punkt bei der Wahl des Ortes.

Die richtige Lage: Die Nähe zum Haus und vor allem zur Küche ist das Um und Auf eines praktischen Bauerngartens. Die Fläche selbst sollte entweder nach Osten oder Süden ausgerichtet sein. Eine Lage an einer Mauer bietet guten Schutz vor Kälteströmungen und Wind. In flachen Lagen ist Windschutz besonders wichtig; er verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet. Auch eine Hecke kann diese Funktion übernehmen.

3. Wie baue ich Gartenwege im Bauerngarten?

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Foto: Stefan Pfeiffer
Die Wege werden mit Kies oder Steinen befestigt.

Die Materialwahl für die Wege im Bauerngarten richtet sich heute ganz nach Gestaltungsvorlieben: vom einfachen Weg aus Kies, Schotter oder Rindenmulch bis zu verlegten Platten. Wer eine einfache Lösung und Rohstoffe aus der Region wählt, liegt immer richtig.

Früher wollten die Bäuerinnen verständlicherweise möglichst wenig Arbeit haben, also gingen sie einfach auf festgetretenen Erdwegen oder belegten diese mit Brettern. Wer lockeren Kies oder Schotter als Wegbelag verwendet, braucht eine Abtrennung mit Holzlatten zu den Gartenbeeten hin.

4. Welcher ist der beste Zaun für einen Bauerngarten?

Der ursprüngliche Bauerngarten war nicht Teil des bestehenden Gartens, sondern ein eigener Nutzgarten vor dem Haus. Es war also wichtig, ihn mit einem Zaun vor Wild und Weidetieren zu schützen. Für diese Begrenzung verwendete man vielerorts regionaltypisches Material. Die handwerklich unterschiedlichen Zäune prägten jeweils ganze Landschaften.

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Foto: Pixabay
Ein einfacher Holzzaun ist eine perfekte Abgrenzung.

Heute sind Flechtzaun, Bänderzaun und andere traditionelle Formen nur noch selten anzutreffen. Ein klassischer Lattenzaun aus heimischem unbehandeltem Holz ist für Bauerngärten allerdings eine gute, das Auge erfreuende Lösung.

5. Was pflanzt man in einem Bauerngarten an?

Was darf alles in einen Bauerngarten? Welche Kräuter sollte man auf jedem Fall pflanzen, und was sind die Klassiker unter den Bauerngartenblumen.

Typische Pflanzen für den Bauerngarten:

  • Pfingstrose, Akelei, Stockrose

  • Schmuckkörbchen, Ringelblume, Mohn, Kapuzinerkresse

  • Bohnen, Kürbis

  • Salbei, Rosmarin, Majoran, Schafgarbe, Melisse, Kamille

  • Liebstöckel, Sellerie, Schnittlauch, Petersilie, Thymian, Oregano

  • Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Paradeiser, Gurken, Kohl, Erdbeeren

Wie es dazu kam, dass manche Pflanzen im traditionellen Bauerngarten fest verwurzelt sind? Hinter vielen Gartenpflänzchen steckt so manch nützliche Geschichte.

Die Blumenklassiker

Der Garten als Freizeitparadies – ein Gedanke, der in der bäuerlichen Welt von einst für Kopfschütteln gesorgt hätte. Ein Garten diente damals nahezu ausschließlich der Selbstversorgung – und das bei möglichst geringem Arbeitsaufwand.

Deshalb haben sich langlebige und robuste Pflanzen im Bauerngarten etabliert. Sei es, weil sie an guten Plätzen sehr alt werden, wie die Pfingstrose. Oder weil sie durch Samenverbreitung immer wieder auftauchen, wie etwa die Akelei. Die Bauerngarten-Pfingstrose trägt ihre Tradition sogar im Namen.

Aber auch die hohen Blütenstiele der Stockrose und die intensiv duftenden Blüten der Madonnenlilie sind seit jeher typisch für den Bauerngarten. Und natürlich gehört zumindest eine robuste, duftende Rosensorte als Blickfang im Zentrum oder am Eingang des Gartens dazu.

Blumenideen für den Bauerngarten. Bilder: Pixabay

Die einjährigen Sommerblumen

Einmal gesät, tauchen sie immer wieder auf: die einjährigen Sommerblumen. Wichtig war einst, dass sie keine Vorkultur im Haus und auch keine anderen besonderen Behandlungen brauchten, sondern direkt ins Beet gesät werden konnten. Schmuckkörbchen, Ringelblume, Mohn oder auch die Jungfer im Grünen gehen immer wieder auf und bringen als bunte Farbtupfer Leichtigkeit in den Garten.

Einige von ihnen helfen auch, Schädlinge wie Blattläuse und Raupen fernzuhalten. Das tun Weinraute, Sommer-Bohnenkraut und Kapuzinerkresse, während Ringelblume und Studentenblume gegen Nematoden wie z. B. Wurzelälchen helfen.

Blumen für einen Sommer. Bilder: Pixabay

Die Kletterpflanzen

Ein blühender Rosenbogen, durch den man den Bauerngarten betritt, ist zwar ein romantisches Portal, hatte aber früher im Bauerngarten keine Bedeutung. Heute ist er ein Zugeständnis an eine Zeit, in der Garteln auch Erholung ist. Wer Klettergerüste beernten will, setzt Bohnen oder Kürbis. In einem traditionellen Bauerngarten sollten die Rankhilfen immer aus Holz sein.

Die Heilkräuter

Die Grenze zwischen Küchen- und Heilkräutern verläuft fließend wie bei Salbei, Rosmarin und Majoran. Die meisten Gewürze haben durch wertvolle Inhaltsstoffe auch unterstützende Wirkung auf unsere Gesundheit.

Andere Kräuter wurden aber im Bauerngarten ausschließlich wegen ihrer Heilkräfte kultiviert – dieses Wissen wurde aus den Klostergärten überliefert. Die eigenen Heilkräuter vor der Haustür bedeuteten auf abgelegenen Höfen eine gewisse medizinische Unabhängigkeit und waren manchmal sogar überlebenswichtig.

Im heutigen Bauerngarten können Heilkräuter auch in Gestalt von Teekräutern vertreten sein wie z. B. Schafgarbe, Melissen-Arten, Herzgespann, Eibisch, Kamille und Johanniskraut. Sie werden an einem luftigen, dunklen Ort – beispielsweise auf dem Dachboden – getrocknet, bis sie rascheln, und danach in luftdichten Gläsern lichtgeschützt aufbewahrt.

Die besten Heilkräuter für den Bauerngarten. Bilder: Pixabay

Die Küchenkräuter

Kräuter sind genügsame Geschöpfe, die auf kargem, trockenem Boden intensiven Duft und Geschmack entwickeln. Das stimmt zwar oft, gilt jedoch nicht für alle Kräuterarten.

Klassische Suppenkräuter wie Liebstöckel, Sellerie, Schnittlauch und Petersilie brauchen nährstoffreiche, gut mit Kompost und Hornspänen versorgte Böden. Für die Asketen unter den Küchenkräutern – Thymian, Rosmarin, Oregano und Salbei – mischt man die Erde mit Kies und Sand und macht sie so durchlässiger.

Vorsicht aber vor den zahlreichen Minze-Arten: So herrlich erfrischend ihre ätherischen Öle duften, so rasch erobern sie den ganzen Bauerngarten. Man sollte sie deshalb besser in Töpfen kultivieren.

Das Gemüse

Der ideale Boden für Gemüse hat einen hohen Humusanteil, ist locker, krümelig, enthält ausreichend Luft und speichert Wasser ohne Staunässe. Aber der Boden allein macht den Erfolg noch nicht aus: So wie unter Menschen gibt es auch unter Pflanzen verlässliche Partner, die einander unterstützen und das Leben erleichtern.

Mischkultur heißt das Zauberwort, das für gesunde, reiche Ernte sorgt. Die Karottenfliege etwa mag den Geruch von Zwiebeln nicht, man pflanzt daher Karotten zwischen Zwiebeln. Knoblauch schützt Paradeiser, Gurken und Erdbeeren vor Pilzkrankheiten. Paradeiser bewahren den Kohl vor Kohlweißlingen; Kohl wiederum wirkt bei Paradeisern gegen die Blattfleckenkrankheit.

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Foto: Evi Pelzer
Natürlich kann der Bauerngarten mit alten Töpfen, Pfannen und Hufeisen geschmückt werden.

Bilder von schönen Bauerngärten

Inspirationen für Bauerngärten

Häufig gestellte Fragen zum Bauerngarten

Wie legt man einen Bauerngarten an?

Einen Bauerngarten legt man in fünf Schritten an: 1. Grundriss planen, 2. Lage wählen, 3. Zaun abstecken, 4. Wege anlegen, 5. Nutz- und Zierpflanzen setzen.

Wann legt man einen Bauerngarten an?

Der beste Zeitpunkt, um einen Bauerngarten anzulegen, ist der Frühling, wenn der Boden nicht mehr gefroren und nicht zu nass ist (in der Regel März bis April). Dann können Sie die Beete einteilen, Wege anlegen und die ersten robusten Gemüse- und Blumensorten säen. Die grobe Bodenvorbereitung (Umgraben, Kompost einarbeiten) erledigen Sie am besten bereits im Herbst, damit der Boden über Winter ruhen und sich setzen kann.

Welche Pflanzen gehören in einen Bauerngarten?

Typisch sind Blumen wie Pfingstrosen, Mohn oder Ringelblumen, Heil- und Küchenkräuter wie Rosmarin, Schnittlauch, Melisse und Schafgarbe sowie Gemüse wie Karotten, Zwiebeln und Paradeiser.

Wie groß sollte ein Bauerngarten sein?

Bauerngärten lohnen sich schon auf kleiner Fläche. Wichtig ist vor allem, das Quadratprinzip einzuhalten, denn es erleichtert Planung, Pflege und Nutzung des Gartens.

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