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Garten

Zu Besuch in einem Weinviertler Familiengarten

Der Weinviertler Familiengarten von Brigitte Fröhlich in Ziersdorf blüht vom Beginn des Frühlings bis in den späten Herbst einfach durch. Sorgfältige Planung und viel Erfahrung machen es möglich.

Gartenbesuch Gartenhütte Garten Frühling
Foto: Simone Andress
Die kleine Hütte ganz hinten im Garten wurde 1936 gebaut und ist zu jeder Jahreszeit ein verlässlich leuchtender Blickfang.
Foto: Simone Andress

Alte, von den Vorfahren angelegte Gärten bewahren ihr Aussehen oft über Generationen. Von dem Garten, in dem Brigitte Fröhlich ihre Kindheit verbrachte, kann man das beim besten Willen nicht behaupten. Aus dem Nutzgarten ihrer Großeltern, seinerzeit bestückt mit nicht weniger als 60 Obstbäumen, hat sie seit den 1980er-Jahren ein durchdachtes Paradies gemacht. „Eigentlich ist unser Garten nicht das Ergebnis von architektonischer Planung“, sagt Brigitte, „er ist einfach mit unseren Bedürfnissen gewachsen.“ 

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Obwohl: Vom ursprünglichen Rasen verblieben nur mehr die Wege zwischen den Staudenbeeten und eine Ruhefläche beim Teich. Auch wurden die Beete mit der Zeit immer größer und neuerdings ist ihre farbliche Abstimmung Herzensangelegenheit. 

Blick über andere Gartenzäune

Zwölf Jahre lang war Brigitte Fröhlich als Betreuerin für Dorf- und Stadterneuerung in Niederösterreich unterwegs, da konnte sie über viele Gartenzäune schauen und allerlei Anregungen mit nach Hause nehmen. 2008 entstand dann ihr „Schaugarten“ mit Schwerpunkt Stauden, auf den sie sichtlich stolz ist. „Jetzt sollen die Leute gerne zu mir kommen!“, sagt sie. 

Gartenplan Gartenbesuch Garten
Foto: Julia Lammers
Familie Fröhlichs grünes Paradies

Gleich neben dem Haus hat Brigitte ihren Gemüse- und Kräutergarten angelegt, denn ein Garten ohne frisches Gemüse hat für sie seinen Zweck verfehlt. 

An der Hausmauer findet sich eine Besonderheit, die im Frühling viel Freude macht: ein entzückendes „Aurikeltheater“ Was das ist? Auflösung weiter unten.

Tulpen Forsynthie Gamswurz Garten
Foto: Simone Andress
Prächtige Tulpen wetteifern mit Forsythien und Gemswurz um die Aufmerksamkeit des Betrachters.

Das Prinzip Gelassenheit 

Der Garten ihrer Kindheit begleitet Brigitte Fröhlich nun schon durch viele Lebensjahrzehnte. „Mein Motto des Alters ist Gelassenheit“, lächelt sie versonnen. „Ich lasse es wachsen und greife nur ein, wenn es absolut notwendig ist.“ Das gleiche Prinzip gilt auch für den Garten: Der Frühlingsflor aus Tulpen, Narzissen und Vergissmeinnicht wird abgelöst von Rosen und Pfingstrosen, Rittersporn und Federmohn. Zu jeder Jahreszeit gibt es hier Neues und Interessantes zu entdecken.

Mehr Infos: www.froehlichergarten.com 

Abenteuer Schwimmteich 

„Wir haben ein tiefes Loch gegraben, besser: graben lassen“, erzählt Brigitte vom „Abenteuer Schwimmteich“, der seit 1992 dem Garten sein Gesicht gibt. „Die Technik für die Anlage naturnaher Teiche war damals neu, und es gab wenig Erfahrung, wie mit Algen und anderen Überraschungen umzugehen war.“ Doch seit vielen Jahren funktioniert alles klaglos, die Tierwelt erobert sich ihren Lebensraum zurück. Ringelnattern, Frösche und andere Lebewesen sind hier immer herzlich willkommen. 

Schwimmteich Garten Gartenbesuch
Foto: Simone Andress
Der Schwimmteich, ein erfrischender Anblick. Der Sumpfbereich links davon hat im Lauf der Jahre ein erwünschtes Eigenleben bekommen.

Imposantes Blumentheater 

Gartenaurikeln sind die elegantesten Mitglieder der Primel-Familie. Dazu Ludwig Reinhardt in der „Kulturgeschichte der Nutzpflanzen“ (1911): „Die Ausgangsform der Gartenaurikel ist die auf Torfboden und an Felsen der Voralpen und Alpen wachsende Primula auricula mit mehlig bestäubten Blättern und schwefelgelben, wohlriechenden Blüten mit flachem Saum.“ Jetzt ist aus dem alpinen Ahnen die Zierde jedes Frühlingsgartens geworden: Durch Einkreuzung anderer Primelarten entstanden die Gartenaurikeln (Primula × pubescens), bei uns kultiviert seit dem 16. Jahrhundert. Einst gab es große Aurikel-Wettkämpfe, bei denen die schönsten Exemplare prämiert wurden. Auf dem Höhepunkt ihrer Beliebtheit zählte man an die tausend Aurikelsorten. 

Primeln Aurikeltheater Gartenbesuch Garten
Foto: Simone Andress
Die Primeln treiben es bunt und stehen gern im Rampenlicht. Darum hat man für Primeln einst regelrechte Bühnen errichtet, genannt „Aurikeltheater“. Brigitte Fröhlich hat ihres an der Außenmauer des Hauses aufgebaut.

Duftende Kräuterspirale 

Das hübsche „Kräuterkörberl“ hat Brigitte von ihrem Sohn zum Geburtstag bekommen. Die Kreisform war durch ein bestehendes Rondeau vorgegeben, doch die Schneckenform war eine Überraschung. Ganz oben hat Brigitte Salbei in verschiedenen Sorten gepflanzt, er verträgt Trockenheit und blüht attraktiv. Darunter wachsen Schokoladenminze, Estragon und Kerbel. Die unterste Ebene beherbergt Winterheckenzwiebeln, Schnittknoblauch und Schnittlauch.

Kräuterspirale Weidegeflecht Garten Kräuter
Foto: Simone Andress
Die Spirale aus Weidengeflecht hält zwar nicht besonders lang, doch weil sie so hübsch ist und die Pflanzen darin so gut gedeihen, repariert Brigitte Fröhlich die Konstruktion immer wieder geduldig.
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