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Garten

Tomaten richtig anpflanzen und pflegen

Wie kommt man zu schönen selbst gezogenen Paradeisern? Wie steigert man die Ernte? Und soll man Tomatenpflanzen ausgeizen? Die Gartenexperten Johannes Käfer und Erich Stekovics geben ihr Gartenwissen preis.

Tomaten pflegen (Bild: Mauritius Images)
Foto: mauritius images / Garden World Images / Lee Thomas
Cocktailtomaten sind für ungeduldige Gärtner genau richtig, denn sie werden früh reif.

Tomatenwissen in der Übersicht:

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Er wurde früher liebevoll „Paradiesapfel“ genannt, und die Italiener bezeichnen ihn wörtlich als „Apfel aus Gold“ (pomodoro). Die Rede ist vom Paradeiser, wie die Tomate in Österreich heißt. Diese Pflanze wurde, wie viele andere Fruchtgemüse auch, aus der Neuen Welt nach Europa gebracht. In Wien fand man sie zum ersten Mal ab 1900 auf den Märkten. Heutzutage werden Tomaten in unzähligen Farb- und Formvarianten ganzjährig angeboten. Am besten schmecken die Paradeiser aber freilich aus dem eigenen Garten. Doch wie kommt man zu schönen Früchten? Was liebt die Paradeisstaude, und was mag sie nicht?

Wie züchtet man Tomaten aus Samen selbst?

  • Das Tomaten-Jahr beginnt im März mit dem Samenanbau in nährstoffarmer Anzuchterde. Zwei, drei Wochen später pikiert man die kräftigsten der Keimlinge und setzt sie einzeln in 1-Liter-Anzuchttöpfe.

  • Mit den ersten wärmeren Tagen im April kommen die Jungpflanzen zum Abhärten für einige Sonnenstunden pro Tag hinaus.

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Wann kann man Tomatenpflanzen aussetzen?

  • Rund sieben Wochen nach der Aussaat und keinesfalls vor den Eisheiligen Mitte Mai kann man die Tomaten-Jungpflanzen hinaussetzen. Die Bestäubung der Blüten übernehmen Wind und Insekten. Gelegentliches zartes Schütteln der Blütenstände hilft ebenfalls.

Worauf beim Kauf von Tomatenpflanzen achten?

  • Beim Kauf von Jungpflanzen sollten Sie kritisch zur Sache gehen. Paradeispflänzchen werden beinahe überall angeboten, gute Qualität bekommt man allerdings selten. Wichtig ist, dass die Tomatenpflanze feste Stiele hat, je nach Sorte gedrungen gewachsen ist und dunkelgrünes, festes Laub aufzeigt. Trifft nur eines dieser Merkmale nicht zu, dann sollten Sie die Finger von den Pflanzen lassen.

  • Lange, dünne Triebe mit weichen, hellen Blättern weisen auf Lichtmangel, schlechte Nährstoffversorgung und zu hohe Temperaturen hin. Kaufen Sie Ihre Jungparadeiser in einer Gärtnerei, dort sind sie bereits abgehärtet und ertragen auch die Bedingungen im Freien.

Garten, Tomatenpflanze
Foto: Markus Spiske/Unsplash
Die Jungpflanzen von Paradeisern dürfen erst nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai) ausgesetzt werden.

Welche Tomatensorte soll ich pflanzen?

Bei der Sortenwahl sollten Sie eines bedenken: Je größer die Früchte, umso später der Erntezeitpunkt. Wer früh erste Früchte genießen will, sollte Cocktailtomaten pflanzen. Ochsenherz-Typen werden sehr spät reif, dafür können die Früchte über einen Kilo wiegen.

Paradeispflanzen tut Regen auf den Blättern nicht gut. Daher am besten an einen überdachten Platz pflanzen.
Johannes Käfer

Welcher ist der ideale Standort für Paradeiser?

  • Je wärmer der Standort, desto besser. Und wenn zusätzlich kein Regen auf die Blätter fällt, ist das Glück perfekt. Die gefürchtete Kraut- und Braunfäule-Krankheit schleicht sich gern an kühlen und feuchten Tagen bzw. Nächten ein. Dem können Sie vorbeugen, indem Sie das Nasswerden der Pflanze so gut wie möglich verhindern. Für die Krankheit selbst gibt es keine Bekämpfungsmethode.

  • Wenn Sie in Ihrem Garten keinen passenden Platz vorfinden, der den Paradeispflanzen diese Bedingungen bietet, müssen Sie auf einen geschützten Standort beim Haus ausweichen. Das heißt, dass die Jungpflanzen in Töpfe gesetzt werden. Diese Töpfe sollten ein Fassungsvermögen von mindestens 20 Litern haben, damit die Pflanzen gut versorgt sind.

Garten, Tomaten, Glashaus
Foto: Zanda Photography/Unsplash
Nur bei Glashausparadeisern werden die Pflanzen ausgegeizt.

Welche Erde brauchen Tomaten im Garten oder Topf?

  • Eine gute Erdmischung für Tomaten ist: ein Drittel Gehäckseltes am Topf-Pflanzlochboden, darüber zwei Drittel einer Mischung aus Kompost und reifem Pferdemist.

  • Verwenden Sie Gemüseerde aus dem Fachhandel oder Komposterde. Mischen Sie etwas Algenkalk dazu, der verhindert, dass die Früchte auf der Unterseite faulig werden.

Übrigens: Paradeiser sind sehr gut selbstverträglich und können daher mehrmals am selben Standort gepflanzt werden. Den Boden sollten Sie aber vor dem Bepflanzen mit organischem Dünger und Kompost verbessern.

Wie pflegt man Tomatenpflanzen richtig?

Abschließend noch eine wichtige Frage, die die Gemeinde der Paradeiser-Anhänger spaltet: Auspflücken oder nicht?

  • Cocktails und Sherrys müssen Sie nicht unbedingt ausgeizen, wie es im Fachjargon heißt. Diese Stauden können sehr viele Früchte bringen, auch wenn sie mehrere Triebe bilden.

  • Großfruchtige Sorten, in Töpfen gepflanzt, würde Johannes Käfer persönlich sehr wohl nur auf einen Trieb ziehen, weil die Früchte eher reif werden und die Pflanze gesünder bleibt. Außer Sie haben einen Acker im Südburgenland, wo hunderte Paradeispflanzen Platz finden würden. Diese könnten Sie ruhig ihrem Schicksal überlassen und hätten trotzdem eine gute Ernte.

  • Tomatenexperte Erich Stekovics rät: Das oft empfohlene Ausgeizen, sprich Ausbrechen der Achseltriebe, ist seiner Ansich nach nur bei Glashausparadeisern ratsam, die in die Höhe wachsen sollen. Ansonsten kann man getrost darauf verzichten. Oft schwäche man die Pflanze dadurch mehr, als man an reicherer Ernte gewinne.

Wie gießt man Tomaten richtig?

  • Zu Zurückhaltung rät Erich Stekovics beim Gießen: „Pro 50-Liter-Topf mit einer Pflanze empfehle ich fünf bis zehn Liter Wasser in der Woche abzüglich Regenwasser. Im Freiland kann man meist ganz aufs Gießen verzichten.“

Garten, Tomaten, Gießen
Foto: Markus Spiske/Unsplash
Tomatenpflanzen sollte man eher zurückhaltend gießen.

Wann und wie werden Tomaten geerntet?

  • Die Ernte beginnt, je nach Tomatensorte, Ende Juni und dauert bis in den November.

  • Samen gewinnt man am besten von den allerersten ausgereiften Früchten einer Pflanze. Man kratzt die mit Gelee ummantelten Samen mit einem Löffel heraus, trocknet sie rund eine Woche auf einem Kaffeefilter oder einer saugenden Küchenrolle und bewahrt sie in beschrifteten Papiersäckchen auf.

  • Tomaten brauchen vollsonnige Standorte. Regnet es mehr, zieht man Topftomaten am besten an überdachten Südwänden, etwa unter dem Balkon.

Tomaten, Garten
Foto: Lewis Wilson/Unsplash
Damit die eigene Tomatenernte klappt, gibt es ein paar wichtige Regeln zu befolgen.
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