Orchideen richtig pflegen: Mit 8 Tipps zum Blütenwunder
Was brauchen Orchideen, damit sie in ihrer vollen Pracht blühen? Servus-Gärtner Johannes Käfer verrät, worauf es bei der Pflege der Königin der Blumen ankommt – vom Standort über das richtige Maß beim Gießen bis zum Umtopfen.
Inhalt
- Die wichtigsten Pflegehinweise für Orchideen im Detail
- Woher hat die Orchidee ihren Namen?
- 1. Worauf sollte man beim Kauf von Orchideen achten?
- 2. Welchen Topf und welche Erde brauchen Orchideen?
- 3. Welcher ist der richtige Standort für Orchideen?
- 4. Wie oft sollte man Orchideen gießen?
- 5. Welchen und wie viel Dünger brauchen Orchideen?
- 6. Wie bringt man Orchideen zum Blühen?
- 7. Was hilft bei Wollläusen?
- 8. Wann und wie sollte man Orchideen umtopfen?
- Wissenswertes über die Orchidee in der Übersicht
Die wichtigsten Pflegehinweise für Orchideen im Detail
Orchideen sind einfach zu pflegen und beginnt meist ohne große Kunstgriffe von selbst wieder zu blühen. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man bei der richtigen Pflege von Orchideen beachten sollte. Wann topfe ich die Königin der Blumen um, wo stelle ich sie hin und wie bringe ich sie zum Blühen?
Woher hat die Orchidee ihren Namen?
Orchideen sind die meistverkauften Topfpflanzen Europas. Die wohl beliebteste Orchideenart ist die Phalaenopsis, die Nachtfalterorchidee. Wenig geläufig ist, dass im Namen der Orchidee etwas zutiefst Männliches steckt: Der Philosoph und Naturforscher Theophrast beschrieb um 300 v. Chr. im neunten Band seiner „Historia plantarum“ eine Blütenpflanze mit zwei unterirdischen Knollen. Der Begriff „Orchis“ schien das Erste zu sein, das ihm bei der Betrachtung des eigentümlichen Blümleins – wohl mit einem Schmunzeln – in den Sinn kam. „Orchis“ ist das griechische Wort für Hoden.
1. Worauf sollte man beim Kauf von Orchideen achten?
Im Februar ist die Hauptblütezeit vieler Orchideenarten, weshalb das Angebot in den Gärtnereien besonders groß ist. Damit die frisch erblühte Liebe zu dieser Blumenart ungetrübt bleibt, sind ein paar Grundregeln zu beachten:
Bereits beim Kauf der Pflanze sollten die meisten Knospen geöffnet sein, denn die geschlossenen werden durch die Standortveränderung manchmal abgeworfen.
Wichtig ist, dass die Blätter straff und gesund sind. Genaue Namensbezeichnung und Pflegeanleitung sollten beigelegt sein.
Orchideen müssen vor allem in der kalten Jahreszeit gut verpackt transportiert werden, denn sie können bereits bei Temperaturen unter 5°C Schaden erleiden.
2. Welchen Topf und welche Erde brauchen Orchideen?
Vorsicht geboten ist auch beim Eintopfen. Normale Blumenerde ist für die empfindlichen Wurzeln der Orchideen zu nährstoffreich und zu wenig luftdurchlässig.
Mit spezieller Orchideenerde, die hauptsächlich aus zerkleinerten Rindenstücken und Kokosfasern besteht, ist man auf der sicheren Seite.
Sobald der Topf zu eng wird, mindestens aber alle drei Jahre, wird die Orchidee umgesiedelt. Bester Zeitpunkt dafür ist der Sommer. Die Wurzeln muss man dabei sehr vorsichtig behandeln – nur alte und faule Wurzeln entfernen. Ein Teil der Luftwurzeln kann, muss aber nicht miteingesetzt werden, da auch diese Nährstoffe und Feuchtigkeit aufnehmen.
3. Welcher ist der richtige Standort für Orchideen?
Die Phalaenopsis verträgt im Sommer keine direkte Sonne. Wählen Sie einen hellen, absonnigen Platz. Im Winter ist ein Südfenster kein Problem. Normale Raumtemperatur, so wie sie für uns angenehm ist, passt auch für Orchideen. Eine Abkühlung unter 13 Grad behagt der Pflanze nicht, und es kann zu Schäden bzw. Erkrankungen kommen.
4. Wie oft sollte man Orchideen gießen?
Beim Gießen der Orchidee werden die meisten Fehler gemacht – vor allem, weil zu oft gewässert wird. Orchideen sind nicht kalkverträglich und leiden unter hartem Wasser. Daher nur mit Regenwasser oder abgekochtem Wasser gießen. Bei normaler Raumtemperatur muss man den Topf nur einmal wöchentlich in Wasser zu tauchen, bis die Erde durchdringend feucht ist.
Danach das überschüssige Wasser gründlich ablaufen lassen und die Pflanze wieder zurück an ihren Platz stellen – und zwar so, wie sie gestanden ist. Bei Staunässe, also zu feuchter Erde, sterben die Wurzeln ab, und die äußeren Blätter werden weich und furchig. Ist das der Fall, unbedingt die Wassergaben reduzieren, und mit etwas Glück erholt sich die Pflanze. Die welken Blätter werden aber nicht mehr fest.
Orchideen am besten mit Regen- oder abgekochtem Wasser gießen. Sie sind nicht kalkverträglich und würden unter hartem Wasser leiden.Gartenexperte Johannes Käfer
5. Welchen und wie viel Dünger brauchen Orchideen?
Prinzipiell werden Orchideen nur wenig gedüngt, im Winter alle vier Wochen und im Sommer alle zwei Wochen. Von einem normalen Blühpflanzendünger verwendet man daher nur ein Drittel bis ein Viertel der angegebenen Menge.
Es werden aber auch spezielle Orchideendünger angeboten, die bereits geringer konzentriert sind.
6. Wie bringt man Orchideen zum Blühen?
Um die Neublüte zu fördern, können Sie den Stiel ein wenig einkürzen. Schneiden Sie einfach ein paar Zentimeter von der Spitze bis zur nächsten Blattschuppe zurück. Werfen Phalaenopsis-Orchideen ihre Knospen ab oder werden diese gelb, liegt es wahrscheinlich an der Umstellung nach dem Kauf oder an einer zu niedrigen Raumtemperatur.
Wenn Sie eine Pflanze haben, die mehrere Monate oder gar ein Jahr nicht geblüht hat, stellen Sie diese vier Wochen an einen kühlen Ort (14 Grad) und gießen Sie nur sehr mäßig. Nach dem Umstellen ins Warme bilden sich neue Blüten. Nach der Blüte bildet die Orchidee Blätter und sammelt Kräfte. Unterstützen Sie hier alle zwei Wochen mit einem Orchideendünger.
7. Was hilft bei Wollläusen?
Die am häufigsten vorkommenden Schädlinge an Orchideen sind Wollläuse. Die drei bis vier Millimeter großen Tiere, die wie Watteflusen aussehen, bevölkern nach und nach die gesamte Pflanze – von den Blättern bis zu den Blüten. Warten Sie mit der Bekämpfung nicht zu lange, unternehmen Sie etwas, sobald Sie den ersten Befall bemerken.
Als erste Maßnahme sollten Sie die befallene Pflanze unbedingt von anderen Orchideen wegstellen, um eine Ansteckung der Nachbarn zu vermeiden. Ein Spritzmittel auf Rapsölbasis aus dem Fachhandel ist dann die beste Wahl. Mit dieser Lösung sollten Sie die Insekten gut einsprühen, nur so werden sie unschädlich gemacht. Wiederholen Sie die Behandlung zwei- bis dreimal im Abstand von einer Woche, bis Sie keine Tiere mehr bemerken.
Auch Schildläuse können damit bekämpft werden. Gegen die schwarzen Blattläuse brauchen Sie ein anderes handelsübliches Pflanzenschutzmittel.
8. Wann und wie sollte man Orchideen umtopfen?
Orchideen bilden im Laufe der Zeit Luftwurzeln, die seitlich aus dem Topf herausragen. Schneiden Sie diese Luftwurzeln nicht weg, sie dienen der Orchidee zur Aufnahme von Feuchtigkeit. Diese Wurzeln brauchen nicht unbedingt Erde, sie können ruhig außerhalb des Topfes bleiben.
Orchideen topft man nur dann um, wenn die grobe Erde ihre Struktur verliert und zu fein wird. Dadurch speichert sie zu viel Wasser, und die empfindlichen Wurzeln beginnen zu faulen. Sie können die Orchidee sogar wieder in den gleichen Topf setzen, wechseln Sie lediglich die Erde aus.
Bei dieser Gelegenheit schneiden Sie alle abgestorbenen Wurzeln ab und untersuchen die Pflanze auch an den unterirdischen Teilen auf Schädlinge. Verwenden Sie zum Umtopfen ausschließlich Orchideenerde aus dem Fachhandel. Umtopfen sollten Sie in der Zeit, wenn die Orchidee nicht blüht.
Wissenswertes über die Orchidee in der Übersicht
Obwohl eigentlich nur die Gattung Knabenkraut, die auch bei uns im Frühjahr blüht, die beiden charakteristischen Wurzelknollen aufweist, bezeichnet man seither alle Mitglieder der mit 30.000 Arten größten Pflanzenfamilie der Erde als Orchideen.
Nur etwa 250 davon kommen auch bei uns in der Natur vor. Tragöß in der Steiermark gilt hier als wenig bekanntes Orchideenparadies. Und auf den Böden der Lechtalheiden in Tirol wird ein Rückzugsgebiet für die heimischen Orchideenarten geschaffen. Weil sie immer schon etwas ganz Besonderes waren, brachten Orchideen vor allem im 19. Jahrhundert eine Aura der Weltgewandtheit mit sich und werteten als Zimmerpflanze das Prestige ihrer meist wohlhabenden Besitzer auf. So wecken die wunderschönen Blüten mit ihrem paradiesischen Aussehen bis heute die Sehnsucht nach fernen Ländern. Sie bringen Farbe in die gute Stube, besonders, wenn die Natur draußen in Grautönen Winterschlaf hält.
Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae).
Standort: je nach Art vom gleichmäßig warmen Wohnzimmer für Warmhausorchideen bis zum unbeheizten, hellen Raum für Kalthausorchideen.
Pflege: am besten mit weichem Wasser gießen, regelmäßig besprühen, im Sommer alle zwei, im Winter alle vier Wochen düngen.
Pflanzung: in spezielle Orchideenerde (aus zerkleinerten Rindenstücken und Kokosfasern).
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