Nachspeise

Mami-Omas Dampfnudeln mit Vanillesoße

Die Großmutter von Daniela Bodes zauberte die flaumigsten und karamelligsten Dampfnudeln von ganz München. Und der knifflige Hefeteig gelang ihr immer.

Dampfnudeln in Vanillesauce in einem tiefen Teller angerichtet auf einem alten Omatisch mit Besteck und karierter Serviette
Foto: Ingo Eisenhut
Am besten schmecken die Dampfnudeln, wenn sie in Vanillesoße so richtig schwimmen.  

Meiner Oma aber gelangen sie immer

Wer als Kind viel Zeit mit seinen Großeltern verbringen darf, hat großes Glück. Meine Schwester und ich hatten dieses Glück. Wenn wir übers Wochenende bei Mami-Oma und Mami-Opa übernachteten und morgens zu ihnen ins Bett schlüpften, konnte uns Oma die Abenteuer mit ihrer Freundin Traudl im Münchner Umland gar nicht oft genug erzählen.

Nicht nur ihre Geschichten, auch die wunderbaren Kochkünste meiner Oma sind mir in Erinnerung geblieben. Auf den Tisch kam an Besuchswochenenden, was wir uns wünschten.

Fast immer wünschten wir uns Omas Dampfnudeln mit Vanillesoße. Sie waren perfekt! Oben fluffig, unten mit einer karamelligen süßen Kruste. Dazu warme, sämige Vanillesoße!

Welch kleines Wunderwerk sie waren, weiß ich erst, seit ich versuche, sie nachzukochen. Denn dass der Hefeteig aufgeht, ist keineswegs selbstverständlich. Stimmt die Temperatur im Zimmer? Passt die Schüssel? Nicht selten bleibt der Hefeteig klein, am Ende kommen allzu gerne harte Knödel heraus.

Sie bröckelte die Hefe in eine Mulde im Mehl, gab warme Milch und Zucker dazu und ließ den Vorteig ein wenig stehen. Offenbar war es in ihrer hellblauen Küche immer warm genug. Denn schon der Vorteig fügte sich perfekt zusammen und ging ein wenig auf.

Vielleicht war auch die Keramikschüssel, in der sie den Teig immer knetete, ideal für die Zubereitung. Als sie später auf ihren Handflächen die kleinen Klöße formte, durfte ich oft mithelfen und Teig schnabulieren.

Ich staunte stets, wie sie es schaffte, dass alle Kugeln gleich groß gerieten. Mein Lieblingsteil war – und ist noch immer – die süße Kruste auf der Unterseite der Dampfnudeln, die meine Oma aus Butter, Zucker und Milch dort hinzauberte. War sie nicht dunkel genug, blieb der Topf noch etwas länger auf dem Herd.

Ohne Ticket geht es nicht

Ein Rezept hinterließ sie nicht, nur ein paar Notizen. Wie so vieles andere kochte sie die süße Speise aus dem Kopf. Ich muss mich beim Nachkochen auf meine Erinnerung verlassen. Meine Oma hatte auch ihre Tricks.

Damit der Topf dicht genug war, band sie Deckel und seitliche Henkel mit Gummi fest zusammen. Denn kommt Luft hinein, können die Nudeln zusammenfallen.

  • Auch ich setze auf einen Trick: Ist die Zimmertemperatur für den Teig nicht warm genug, stelle ich die Masse zum Gehen bei ca. 50 Grad in den Backofen.

Dass wir uns immer das Gleiche wünschten, war für Oma kein Problem. Insgeheim freute sie sich wahrscheinlich, weil auch sie gerne Süßspeisen aß.

Heute denk ich bei jeder Dampfnudel an die wunderbare Version meiner Oma und die vielen schönen Momente in ihrer Küche zurück.

Zur Autorin: Daniela Bode ist Juristin und arbeitet als freie Journalistin, u. a. für die „SZ“. Unter der Woche bereitet sie für ihre Kinder schnelle Gerichte zu. Am Wochenende kocht sie aufwendiger, etwa Spargelrisotto oder Süßkartoffelküchlein.

Dieses Rezept erschien in Servus in Stadt & Land im Februar 2025 in der Rubrik „Aus Omas Kochbuch“.

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Menge Gesamtzeit
4 Portionen 1:30 Stunden
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Für die Dampfnudeln
500 g Mehl
0,5 l Milch
20 g frische Hefe
130 g Zucker
130 g Butter
2 Eier
Für die Vanillesoße
1 Päckchen Pulver für warme Vanillesoße
0,5 l Milch
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Zubereitung
  1. Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Vertiefung drücken. ¼ l Milch erwärmen. Hefe zerbröckeln und mit 80 g Zucker und ⅛ l Milch in die Mulde geben. Etwas Mehl darüberstreuen und den Vorteig an einem warmen Ort etwa 10 Minuten gehen lassen.

  2. ⅛ l Milch, 80 g Butter und Eier mit Vorteig und restlichem Mehl vermischen und kneten, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Diese etwa 10 Minuten gehen lassen.

  3. Aus dem Teig kleine, gleich große Kugeln formen. Auf ein bemehltes Brett legen, mit einem Küchentuch bedecken und 30 Minuten gehen lassen, bis sie doppelt so groß geworden sind.

  4. Restliche Milch, restliche Butter und restlichen Zucker idealerweise in einem Schmortopf (ein normaler Topf geht auch) erwärmen. Die Kugeln nebeneinander in den Topf setzen, Deckel aufsetzen und eine halbe Stunde bei niedriger bis mittlerer Hitze garen lassen. Den Deckel währenddessen nicht abnehmen.

  5. Sollte die Kruste dann noch zu hell sein, bei etwas höherer Temperatur noch etwas länger auf dem Herd stehen lassen. Beobachten, damit die Masse nicht anbrennt.

  6. Für die Vanillesoße das Pulver nach Anleitung auf der Packung in die aufgekochte Milch geben und mit dem Schneebesen verrühren. Alles warm servieren.

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