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Ausflüge

Die Bäuerin, das bin ich!

Bäuerin Christine Pichler-Brix lebt ihren Beruf mit ganzem Herzen. In dieser Folge „Ich, Bauer“ besuchen wir die starke Frau, die ihren Biobauernhof voll Leidenschaft am Leben erhält. Ein Portrait über eine Frau, die etwas bewirken will.

Panoramabild Steinbach am Attersee
Foto: Moritz Ablinger - TVB Attersee-Attergau
Blick auf Steinbach am Attersee – Idyll für Tier und Mensch zugleich.

Dass das Leben als Landwirt hierzulande nicht einfach ist, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Jährlich geben rund fünftausend Kleinbauern ihren Beruf auf. Oft reicht die Bewirtschaftung von Grund und Boden gerade so für das Überleben. So auch bei Bäuerin Christine Pichler-Brix in Steinbach am Attersee. Ihr Mann Alexander Brix musste sich beruflich schon anders orientieren. Er arbeitet als Berufsschullehrer und bringt das Geld nach Hause.

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Ja, aber nur so wie ich es will!

14 Mutterkühe und ihre Kälber, zwei Schweine für den Eigenbedarf, ein paar Hühner, Wiesen und Wald. Ihr Betrieb ist klein, ihr Einkommen auch. Rund 1.000 Euro wirft der Hof monatlich ab. Das meiste davon sind EU-Förderungen. Das Vieh zu halten und das Land zu bewirtschaften, wurden der Biobäuerin in die Wiege gelegt. Schon ihre Vorfahren haben über Jahrhunderte hinweg den Hof Bergsimon geführt. Doch eigentlich wollte die gelernte Tischlerin das Erbe der Eltern nicht übernehmen.

Der Profit ist ja kein Maßstab für das, was wir tun.
Alexander Brix

Als die Hofübergabe ansteht und die anderen Schwestern sich weigern, trifft sie dennoch die Entscheidung, in die Heimat zurückzukehren. Sie wächst in ihren Beruf hinein und formt sich ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen. Trotz der vielen Aufgaben ist es der Landwirtin wichtig, Zeit zu haben. Sie schätzt die Selbstbestimmtheit, mit der sie als Bäuerin arbeitet. Und während ihre Eltern noch Tag und Nacht geschuftet haben, geht sie auch mal auf den Berg oder fährt auf Urlaub.

Wenn’s keine Förderung geben würde, müsste rein rechnerisch a jeder aufhören.
Johann Pichler, Altbauer

Altbauer Johann Pichler unterstützt sie, wo er noch kann, besonders im Wald. Die Enkelsöhne Johannes, Paul und Felix wurden nie gezwungen, am Hof mitzuarbeiten. Vielleicht macht es ihnen deshalb auch noch Spaß, wenn sie es dann tun. Am Ende helfen irgendwie doch alle zusammen. Sonst würde es auch nicht funktionieren.

Dazu fühlt sich Christine Pichler-Brix berufen, auch etwas auf politischer Ebene zu verändern. Nicht um große Reden zu schwingen, sondern um wirklich etwas zu bewirken. Auch dafür nimmt sie sich Zeit. Sie fürchtet um den Verlust der Dörfer und ihrer Dorfkultur. Kleinbauern gehören wie Musikvereine oder der freiwilligen Feuerwehr einfach zu einem lebendigen Dorf dazu. Und diesen Schatz gilt es zu bewahren.

Ich glaub I bin wirklich a Bäuerin mit Leib und Seele.
Christine Pichler-Brix, Bergsimon-Hof
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