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Ausflüge

Strudel, Speck und Steirerkas: Gut essen im Murtal

Die Steirer essen nicht nur gern, sie kochen auch mit Leidenschaft. Wir präsentieren sechs außergewöhnliche Orte zum genussvollen Schlemmen – von der urigen Hütte bis zum edlen Haubenlokal.

Der Hauptspeisesaal auf Schloss Gabelhofen.
Foto: Gregor Kuntscherr/ASA12
Der Hauptspeisesaal auf Schloss Gabelhofen.

1. Schloss Gabelhofen: Gustieren auf Top-Niveau

Als einstiges Wasserschloss schon im Jahr 1443 erstmals urkundlich erwähnt, diente Schloss Gabelhofen in den Jahrhunderten danach diversen Adelsgeschlechtern als Landsitz. Um zu wissen welchen, muss man nicht in Büchern blättern, sondern nur durch die verschiedenen Gaststuben des prächtigen Anwesens schlendern. Jede von ihnen trägt den Namen eines dieser Geschlechter, die sich einst als Schlossbesitzer abwechselten.

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Sous Chef Florian Sabathi und einer der Speisesäle auf Schloss Gabelhofen.

Aber sonst ist hier alles sehr im Heute angekommen in diesem geschichtsträchtigen und mit drei Hauben ausgezeichneten Haus, das nicht nur für die Formel 1 die erste Adresse ist, wenn diese auf dem Ring in Spielberg gastiert. Und wenn man sieht, wie Jungstar und Sous Chef Florian Sabathi am Herd zaubert, ist das ein Heute mit großer Zukunft. Wobei für eines der besonderen Merkmale der Schlossküche noch Florians Vorgänger Klaus Kobald verantwortlich war. Der führte nämlich ein, dass etliche der Gerichte auf der Karte auch als sogenannte Tasting-Portionen erhältlich sind – dass man also mit ein bisschen weniger auf dem Teller ein bisschen mehr von den Köstlichkeiten probieren kann. Das kommt sehr gut an und wird deshalb auch vom Nachfolger beibehalten.

Schloßgasse 54
A-8753 Fohnsdorf

Tel.: 03573/55 55-0
gabelhofen.at

2. Gasthof Stüblergut: Buffet in der Rauchkuchl

Im Stüblergut beim Gaberl kommen nicht nur kulinarische Feinspitze auf ihre Kosten, sondern auch Historiker. Das Anwesen ist über 800 Jahre alt, und man kann sich in die Zirbenstube aus dem Jahr 1605 setzen oder einen Abend in der ältesten, noch aktiven Rauchkuchl des Landes buchen.

Küchenchef Christian Schuster und ein Blick in die Zirbenstube.

Küchenchef Christian Schuster, der das Gut mit seiner Lebensgefährtin Sabine leitet, führt die außergewöhnliche Gaststätte, wie er sagt, „dem eigenen Schädel entlang“. Eine Speisekarte gibt es nicht, aber viele Möglichkeiten zu genießen: Man bestellt im Vorfeld ein Menü auf Haubenniveau, oder man lässt sich vom Angebot des Meisters überraschen, oder man bucht ein Rauchkuchl-Buffet – oder man kommt auf Jausenbrot und Apfelsaft vorbei. Weil das Stüblergut auf über 1.000 Metern liegt, gibt es hier nur das Du. „Das macht einen entspannten Umgang einfacher“, sagt Christian.

Gaberlstraße 42
8592 Salla

Tel.: 03147/232
stueblergut.at

3. Hofwirt Seckau: Der internationale Dorfwirt

Wenn hier der Gemeindearbeiter nur einen Tisch entfernt von einem früheren Spitzenpolitiker sitzt, rührt beim Hofwirt in Seckau niemand ein Ohrwaschl. Weil das hier nicht nur ganz normal, sondern in gewisser Weise sogar Betriebsphilosophie ist, wie Silvia Nothdurfter, eine der beiden Chefinnen des Traditionswirtshauses unmittelbar neben der Abtei, erklärt: „Bei uns kann man ein mehrgängiges Menü genauso bestellen wie ein Schnitzel, und auch wenn Gäste aus aller Welt kommen, bleiben wir das ganz normale Dorfwirtshaus für die Menschen aus dem Ort.“ Für Silvia ginge es im Murtal auch gar nicht anders: „Wir haben ja diese Mischung aus dörflichem Landleben und Internationalität wegen des Motorsports in Spielberg.

Silvia Nothdurfter, eine der beiden Wirtinnen des Traditionshauses.

Dass das gut zusammengeht, sieht man sogar am Mikrokosmos unseres Stammtisches.“ Der ist beim Hofwirt nicht nur denen vorbehalten, die schon immer da waren, hier darf sich auch jeder dazusetzen. Und das hat schon zu so manch launigem Abend geführt, auch mit spontaner Livemusik. Zwei Besonderheiten stechen in diesem prächtigen Wirtshaus hervor: Mit der „aufg’setzten Henn’“, einem gefüllten Bauernbrathendl, hat ein steirisches Traditionsgericht einen Stammplatz in der Karte, und im Haus wird eigenes Holzofenbrot gebacken.

Seckau 3, 8732 Seckau
Tel.: 03514/542 90
hotel-hofwirt.at

4. Göttfrieds Speckhütt’n: Sepp ohne Leut’ geht nicht

Finden muss man die Ortschaft natürlich schon einmal, denn St. Marein-Feistritz ist nicht gerade eine pulsierende Metropole. Aber wenn man Sepp Göttfried und seine Speckhütt’n entdeckt hat, mag man fast nicht mehr gehen. Urige Stuben, umrahmt von dicken Holzträgern – und ein Wirt, der eigentlich Fleischhauer ist, am liebsten Musiker wäre und ein bisschen daherkommt wie der kleine steirische Bruder von Schauspieler Gerhard Polt. Nur dass der Sepp niemanden spielt, sondern wirklich so ist.

Immer gut gelaunt: Sepp Göttfried in seiner urigen Speckhütt’n.

Ein lebenslustiger Schlawiner durch und durch, der seine Speisekarte nach dem gestaltet, was ihm selbst schmeckt, und der Gäste weniger deshalb so gern hat, weil die Kasse klingelt, sondern weil er sich dazusetzen kann: „Ohne Leut’ geht halt nix bei mir, da käme ich um.“ Aber diese Gefahr droht nicht, weil zum Sepp längst genug Leut’ kommen. Nicht nur der guten Sachen auf dem Jausenbrett wegen, sondern weil hier etwas geboten wird, das nicht auf der Karte steht: Gute-Laune-Garantie. Und noch einen Grund gibt es, warum der Sepp so gern in seiner Hütt’n ist. Es ist sein Geburtshaus, in dem er mit Opa und Eltern auch aufgewachsen ist.

Wasserleitherstraße 13, 8733 Wasserleith
Tel.: 03515/46 47
gottfrieds-speckhuttn.business.site

5. Café & Restaurant Passhöhe

Hannes Haas, der Wirt im Restaurant Passhöhe in Hohentauern, hat eine interessante Erfahrung gemacht: „Es ist leichter, eine Haube zu erkochen, als sie zurückzugeben.“ Der Spitzenkoch wollte nämlich eines Tages einfach nur noch ein gutbürgerliches steirisches Wirtshaus leiten, musste aber eine Weile darum kämpfen, dass man ihn wieder aus der (Be-)Wertung nahm.

Haubenkoch Hannes Haas in seiner guten Stube.

Aber es gelang, und heute fühlt er sich wohl mit der neuen Positionierung. Außergewöhnlich blieb er trotzdem ein bisschen. Denn einmal im Jahr, stets im Mai, sind in der Passhöhe Strudeltage mit 15 verschiedenen Strudeln – da schlägt der Haubenkoch durch, wenn Hannes Tafelspitz mit Semmelkren oder Polenta-Himbeer in den Strudelteig zaubert. Da herrscht von Donnerstag bis Sonntag dann gern Hochbetrieb in Hohentauern – und am Montag kommt man noch einmal zum Restlessen zusammen.

Tauernstraße 21, 8785 Hohentauern
Tel.: 03618/219
passhoehe.at

6. Haigl’s Hofschenke

Schuld war ein Käsekurs, zu dem Andrea Schneidl vor 17 Jahren mit den Ortsbäuerinnen nach Tamsweg fuhr. Als sie wieder heim nach Katzling kam, sagte sie zu ihrem Mann, mit dem sie eine Milchwirtschaft führte: „Wir bauen keinen neuen Stall, sondern ein Lokal.“ Drei Monate später stand Haigl’s Hofschenke. Die gastronomische Quereinsteigerin legte los und sich selbst die Latte gleich in luftige Höhen: „Mir war klar, dass ich mich von allem, was es schon gab, abheben musste.“

Früher Bäuerin, heute Wirtin: Andrea Schneidl.

Sie belegte Kurse bei Kalibern wie Johanna Maier, holte sich Anregungen bei Spitzenköchen – und bietet nun Jausenkreationen auf höchstem Niveau. Denn wo sonst bekommt man einen Wildteller, den Thymianhonig in einer echten Wabe ziert? Heute ist die Schenke schon lange kein Geheimtipp mehr und die Milchwirtschaft längst Geschichte, die Andrea nur noch so mit der Gegenwart verbindet: „Meine besten Ideen fürs Lokal hatte ich früher beim Melken.“

Katzling 17a, 8762 Pölstal/Oberzeiring
Tel.: 03579/72 71
haigl.at

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