15 klingende Gründe, warum Singen gut für uns ist
Lasset uns singen! Es ist die einfachste, entspannendste, befreiendste und erfüllendste Art, etwas für unsere Gesundheit zu tun. Irgendwie gespürt haben wir das schon seit Jahrtausenden. Jetzt wissen wir es auch.
Getan haben wir es ja schon immer. Im Kirchenchor und am Berggipfel, vorm Christbaum und bei der Schulaufführung, wenn wir unsere Kinder ins Bett bringen und Omas Geburtstag feiern, wenn wir trösten und trauern – und manchmal auch, wenn wir die Erdäpfel aus dem Keller holen (aber dazu später mehr). Singen ist unsere Ursprache, die Stimme, die wir immer schon hatten.
Wir haben gesungen, lange bevor wir miteinander geredet haben – Tonhöhe, Rhythmus und Klangfarbe waren die ersten Buchstaben, mit denen wir kommuniziert haben. Singen bereitet uns einen Heidenspaß, und wenn wir es gemeinsam mit anderen tun, dann umso mehr. Singen tut uns gut – aber es tut noch viel mehr: Singen stärkt unsere Gesundheit. Wie genau und wie stark, das ist wissenschaftlich mittlerweile ausgiebig belegt. Diese positive Wirkung ist das Ergebnis zahlreicher kleinerer und größerer Vorgänge, die wie ein gut aufeinander eingespieltes Orchester in unserem Körper ablaufen.
- Singen beruhigt uns
- Singen hebt unsere Stimmung
- Singen aktiviert unsere Heilkräfte
- Singen dämpft Entzündungsprozesse
- Singen lindert Schmerzen
- Singen schenkt uns Lebensenergie
- Singen macht unser Herz klüger
- Singen verbessert die Lungenfunktion
- Singen stärkt unser Zwerchfell …
- Singen löst aufgestaute Emotionen
- Singen trainiert unser Gehirn
- Singen stärkt unser Gedächtnis
- Singen macht uns Mut
- Singen richtet unseren Körper auf …
- … und am besten singen wir gemeinsam mit anderen
Singen beruhigt uns
Der Atem ist der Anfang vom Singen – und zugleich das Fundament. Singen bringt uns dazu, anders zu atmen als im Alltag. Nicht flach in die Brust, sondern tief in den Bauch, weit in die Flanken, der ganze Rumpf füllt sich mit Sauerstoff. Und tief und langsam zu atmen, ist der direkte Weg, um unser Nervensystem zu beruhigen.
Es aktiviert den sogenannten Vagusnerv, das ist ein langer und weitverzweigter Nerv, der vom Hirnstamm durch den Hals, vorbei am Herz durch die Lungen bis tief in den Bauch zieht und beinahe alle inneren Organe erreicht.
Der Vagusnerv ist so etwas wie der Dirigent unserer inneren Balance. Er sorgt für die ruhigen Töne in uns. Ist er aktiv, verlangsamt sich unser Herzschlag, und unsere Verdauung arbeitet besser. Wir fühlen uns sicher und geerdet. Übrigens: Wenn wir unserem Vagusnerv ganz unauffällig etwas Gutes tun wollen, dann müssen wir gar nicht lauthals singen. Summen reicht!
Singen hebt unsere Stimmung
Während der Vagusnerv seiner Dirigententätigkeit nachgeht, hält er beständig Rücksprache mit unserem Gehirn. Das schickt daraufhin ein Elixier körpereigener Botenstoffe in unsere Blutbahn. Das besteht zum großen Teil aus Glückshormonen, die uns unbeschwerter und manchmal sogar ein bisschen euphorisch machen.
Dazu kommt das bekannte Kuschelhormon Oxytocin, das auch bei Berührungen und Nähe insgesamt eine wichtige Rolle spielt. Es fördert Vertrauen, lässt uns offener und zugewandter werden.
Singen aktiviert unsere Heilkräfte
Steigt unsere Stimmung, werden Stresshormone (die sind wichtig, um im Ernstfall reagieren zu können, aber zu viele davon schaden!) abgebaut. Die Anspannung weicht Takt für Takt aus unserem Körper. Und ein Körper, der weniger Stress trägt, kann kleinere und größere Verletzungen oder Beschwerden besser lindern und heilen.
Singen dämpft Entzündungsprozesse
Ist der Stresshormonspiegel im Lot – auch dazu trägt das beim Singen ausgeschüttete Oxytocin bei –, ist unser Körper weniger anfällig für chronische Entzündungen. Die sind für viele Beschwerden verantwortlich und beschleunigen obendrein das Altern.
Singen lindert Schmerzen
Die Glückshormone – vorwiegend Endorphine – blockieren oder dämpfen auch Schmerzsignale auf dem Weg in unser Bewusstsein.
Singen schenkt uns Lebensenergie
Der Hormoncocktail enthält auch Dopamin, unser Antriebshormon, das uns Lebensfreude und Motivation schenkt. Und ist uns eine Chorprobe, eine Aufführung oder auch nur ein Lied in der Badewanne besonders gut gelungen, kommt Serotonin dazu, das Belohnungs-Glückshormon.
Wenn wir singen, erzeugen wir also einen Kreislauf aus Glück, Motivation, Belohnung, Glück, Motivation, Belohnung …den wir immer wieder neu starten können. Wann immer wir wollen.
Singen macht unser Herz klüger
Singen unterstützt ein gesundes Herz-Kreislauf-System über die sogenannte Herzratenvariabilität.
Was hinter diesem Begriff steckt, ist erstaunlich: Ein gesundes Herz schlägt nämlich nicht regelmäßig wie ein Metronom. Es variiert seinen Rhythmus ganz leicht von Schlag zu Schlag, beschleunigt beim Einatmen und verlangsamt beim Ausatmen. Und je größer diese Unterschiede sind, desto besser, schneller und genauer kann unser Körper alle biologischen Abläufe an jede Lebenssituation anpassen, an Stress, Anstrengung, Schreck genauso wie an ruhige, schöne, entspannende Momente.
Die Herzratenvariabilität ist so etwas wie der Intelligenzquotient unseres Herzens. Singen verbessert ihn.
Singen verbessert die Lungenfunktion
Wenn wir richtig singen – und da geht’s gar nicht darum, wie gut wir die Töne treffen, sondern darum, bewusst und tief zu atmen –, dann bekommt unsere Lunge genug Platz, sich richtig zu entfalten. Das ist wichtig, weil unsere Lunge genau dafür gebaut ist und im Alltag meist viel zu wenig Gelegenheit dazu bekommt. Füllt sie sich nun stärker und gleichmäßiger mit Luft, kann sie ihre volle Kapazität nützen und nimmt Sauerstoff besser auf.
Deshalb trainieren wir beim Singen auch unsere Lunge und sorgen dafür, dass sie flexibler, kräftiger und effzienter wird. Gleichzeitig (und da meldet sich wieder der Vagusnerv) entspannen wir uns.
Singen stärkt unser Zwerchfell …
…und macht es gleichzeitig flexibler. Das Zwerchfell ist unser wichtigster Atemmuskel, sozusagen der Motor des Singens. Es sitzt unter der Lunge zwischen Brust und Bauchraum (wir können es spüren, wenn wir aufrecht stehen oder auf einem Stuhl sitzen, die eine Hand auf den oberen Bauch unter die Rippen und die andere Hand auf die Brust legen und tief durch die Nase einatmen. Wölbt sich der Bauch nach außen, ist das die Bewegung des Zwerchfells nach unten). Dieser Muskel will kräftig und geschmeidig zugleich sein, und dafür gibt es kein besseres Training, als zu singen – aus voller Kehle, mit dem ganzen Körper!
Singen löst aufgestaute Emotionen
Trainieren wir das Zwerchfell, trainieren wir auch das Loslassen. Im Alltag neigen wir nämlich dazu, das Zwerchfell ständig anzuspannen. Wird es endlich einmal richtig locker, ist das so, als würden wir den Deckel von einem Kochtopf nehmen.
Beim Singen passiert das häufig mit Gefühlen, die sich schon lange festgesetzt haben, die wir aber eigentlich gar nicht mehr brauchen können. Das befreit und macht das Leben ganz viel leichter.
Singen trainiert unser Gehirn
Beim Singen arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren. Schon mit dem ersten Ton werden die unterschiedlichsten Bereiche aktiviert. Das ist so ähnlich wie bei einem Haus mit Generalschalter – einmal anmachen, und jeder Raum ist erleuchtet!
Singen ist das perfekte Training für unser Gehirn – weil es ganz vielfältige Aufgaben gleichzeitig erledigt: Es verarbeitet Melodie und Rhythmus, erinnert sich an Texte, regelt Atem und Stimme, schüttet Hormone aus und befasst sich derweil auch noch mit unseren Emotionen.
Singen stärkt unser Gedächtnis
Wir alle haben im Gehirn so etwas wie Trampelpfade, also besonders starke, besonders gut funktionierende und besonders stabile Verknüpfungen zwischen Nervenzellen. Sie bilden eine Art Netz unserer Gedanken und Erinnerungen. Singen verstärkt dieses Netz über die Jahre immer mehr. Bis es irgendwann zu einem Schutzschild gegen das Vergessen wird.
Denn Inhalte, die mit Melodie und Rhythmus verknüpft sind, werden tiefer im Gehirn verankert und lassen sich leichter abrufen. Das ist auch der Grund, warum wir uns Liedtexte oft jahrzehntelang merken, obwohl vieles andere längst verloren gegangen ist. Oder wir werden von einem bestimmten Lied schlagartig wieder in Momente unserer Kindheit zurückversetzt.
Singen macht uns Mut
Singen und sich gleichzeitig fürchten? Das ist unmöglich! Beide Prozesse laufen nämlich im gleichen Bereich unseres Gehirns ab – und beides zusammen geht nicht. Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald. Plötzlich steht ein Bär vor Ihnen. Ihre innere Alarmanlage, ein mandelförmiger Kern im Gehirn, wird alles daransetzen, dass Sie fliehen (oder kämpfen).
Egal wofür Sie sich entscheiden: Ihr Herz wird heftig klopfen, Ihr Atem abflachen, die Muskulatur sich anspannen – lauter ungünstige Voraussetzungen fürs Singen. Drehen Sie den Spieß das nächste Mal einfach um und trällern Sie, sollte Ihnen der dunkle Keller Unbehagen bereiten, einfach drauflos. Dann hat die Angst keine Chance.
Singen richtet unseren Körper auf …
Beim Singen sind wir selbst das Instrument. Wir klingen, wir erzeugen die Töne, unseren ganzen Körper durchlaufen Schwingungen und Vibrationen.
Das bringt uns in eine aufrechte Haltung. Diese entlastet den Bewegungsapparat, vor allem Rücken, Nacken und Schultern, fördert die Durchblutung, kurbelt die Verdauung an, lässt die Lunge noch effektiver arbeiten.
Singen wir oft und leidenschaftlich genug, versorgt die Lunge unseren ganzen Körper bei jedem einzelnen Schritt mit einer kleinen Extraportion Sauerstoff für das bisschen mehr Lebenskraft und Lebensfreude – auch wenn wir gerade nicht singen.
… und am besten singen wir gemeinsam mit anderen
Was wir irgendwie immer schon gespürt haben, bestätigt die moderne Wissenschaft: Singen ist unserer Gesundheit in hohem Maße zuträglich. Es hat jede Menge Vorteile, die auch leichter Sport hat.
Zum Schluss noch die vielleicht allerbeste Nachricht: All diese positiven E!ekte verstärken sich noch, sobald wir in der Gruppe singen. Denn dann multiplizieren sie sich mit dem gesundheitlichen Nutzen der Gemeinsamkeit. Auch der ist mittlerweile sehr gut erforscht.
Unser Körper weiß und spürt auch die Kraft der Gemeinsamkeit: Bereits nach ein paar Takten schlagen die Herzen aller Sängerinnen und Sänger in einem Chor im selben Rhythmus! Singen verbindet uns nicht nur mit uns selbst, sondern auch mit anderen.
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