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Die Sprache der Tiere

Die Sprache der Tiere steckt für uns Menschen voller Geheimnisse. Ein paar davon haben wir für euch entschlüsselt.
Text: Tanja Warter

Spätestens seit dem es Haustiere gibt, haben wir Menschen einen ganz großen Traum: Wir würden zu gern mit den Tieren reden können. Dann wüssten wir im Nu, warum Bello so übermütig ist, Minki gerade ihre Krallen ausgefahren hat oder warum Hopsi heute seine Salatblätter nicht mag.

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Aber leider haben Tiere eine Sprache, die sich von unserer stark unterscheidet. Und sie reden noch dazu geräuschlos viel mit den Ohren, dem Schwanz oder den Pfoten. Und wenn sie Bellen, Miauen oder Muhen, benützen sie viel weniger Wörter als wir. So ist es richtig schwierig, die tierischen Vokabeln, die wir zum Beispiel auf einem Bauernhof hören, richtig zu verstehen.

Aber mit etwas Übung und ein paar kleinen Tipps klappt es.

Schweine mit Gefühl

Recht gesprächig sind Sau, Eber und Ferkel. 20 verschiedene Grunzer und Quieker haben Forscher schon entschlüsselt. Grunzlaute beinhalten gute Botschaften: Gegrunzt wird zum Beispiel leise, wenn sich das Schwein wohlfühlt und sich im Schlamm wälzt oder an einem Baum kratzt. aber wehe, der Bauer nähert sich mit dem Futter! Dann wird das hoffnungsvolle Grunzen so richtig laut. Quieken hingegen hat meist etwas mit Aufregung oder Streit zu tun und kann so schrill sein, dass Menschen sich die Ohren zuhalten. Jedenfalls geht es in der Schweinesprache immer um Gefühle. Wie morgen das Wetter wird? Das interessiert Schweine nicht.

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Zwanzig verschiedene Grunzer und Quieker haben Forscher beim Schwein bisher entschlüsselt.

Schafisch für Anfänger

Schafe määähen zwar oft und laut, aber die Määäh-Vokabeln sind noch nicht übersetzt. Manche Bauern verstehen aus langjähriger Erfahrung, was ein Schaf will, aber diese lustige Tiersprache ist noch weitgehend unerforscht.

So lockst du die Schafe: Duga-duga (Salzkammergut), Dschu-tschu (Oberinntal), Dami-dami (Niederösterreich), Putsile-se-se (Gailtal).

Gefiedertes Plappervieh

Auch Hühner plaudern viel. Untereinander verständigen sie sich mit 30 verschiedenen Gackerlauten. Typisch ist das Freudengegacker der Henne, nachdem sie ein Ei gelegt hat. Das Sagen im Hühnerstall hat aber der Gockel. Wenn unter den Hennen Streit ausbricht, kann der hahn seine vielen Damen mit lauten Tok-tok-tok-Rufen zur Ruhe ermahnen.

So gackerst du mit den Hühnern: Tuk-tuk-tuk (Obersteiermark), Wui-wui-wui (Salzburg), Put-put-put (verbreitet) Zi-zi-zi (Burgenland).

Die Kuh und du

Kühe können auf zehn verschiedene arten „Muh“ sagen. Nicht gerade viel. Für Hunger und Durst verwenden sie sogar dasselbe Muh. Die anderen Muhs unterscheiden sich vor allem in der Lautstärke oder darin, wie lang sie gezogen sind. Manche klingen wie Muhuuuuu, andere wie Mu. Auch die Stimmlage ist ganz verschieden. Manche Kühe klingen, wenn sie aufgeregt sind, fast wie Opernsängerinnen. aber wenn Kühen etwas wehtut, sagen sie gar nichts. Experten glauben, dass verletzte Kühe stumm sind, weil sie in der Natur sonst Wölfe oder Bären anlocken würden.
Übrigens: Kühe sollen sogar verschiedene Muhdialekte haben. Je nach Wohnort muht verMUHtlich die eine Steirisch, die andere Vorarlbergerisch. Das ist aber noch nicht bewiesen.

So muhst du richtig in Richtung Kuh: Kosi-kosi (Salzburg), Buschla-buschla (Vorarlberg), Se-se (Niederösterreich).

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Kosi-kosi, Buschla-buschla oder Se-se? Kommt ganz auf das Heimatbundesland der Kuh an.

Gans schön laut

Gänse sind die Meister im Schimpfen. Wenn sie sich ärgern, ihre Euhe haben wollen oder den Nachwuchs verteidigen, zischen sie böse und rufen laut ihr Gahhh-gahhh-gahhh, das sonst, wenn Euhe herrscht, mehr nach freundlichem Gagaga klingt. Forscher haben außerdem noch einen Verdacht: Sie glauben, dass die Stimme von weiblichen Gänsen höher ist als die der Ganter (Gänse-Männchen).

So rufst du die Gans: Hil-hil (tirol) Pul-pul (Oberkärnten), Wudl-wudl (Burgenland), Wulli-wulli (verbreitet).

Zum Wiehern

Pferde und Ponys verständigen sich untereinander mit den vier Grundarten des Wieherns ganz prächtig. Das Ortungswiehern ist das lauteste, man hört es einen ganzen Kilometer weit! Damit sagt das Pferd den Kollegen aus der Herde, wo es sich befindet.

Das Begrüßungswiehern ist schon leiser, es bedeutet einfach „hallo“ oder „Schön, dass du wieder da bist“. Ganz leise ist das Mutterwiehern, mit dem eine Stute ihr Fohlen zu sich ruft. Das Werbungswiehern macht nur der Hengst – wenn ihm eine Stute gut gefällt.

Freche Mieze

Ihr seid sicher neugierig, wer die größten Plaudertaschen auf dem Bauernhof sind? Sie schleichen lautlos herum, streichen den Menschen um die Beine und schnurren dabei. Wenn sie sauer sind, fauchen sie. Und wenn sie Futter wollen oder Aufmerksamkeit suchen, rufen sie laut Miau! Katzen können 100 verschiedene Laute von sich geben und halten damit den Bauernhofrekord.

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Die Sprache der Katzen gehört zu den leichter verständlichen. Sie fauchen uns an, wenn wir verschwinden sollen. Sie schnurren um uns herum, wenn sie Kontakt suchen.

Wuff und Wauzi

Hunde sind zwar sprachlich mit Bellen, Knurren und Winseln recht aktiv, aber wer sie wirklich verstehen will, kommt ohne Wissen um ihre Körpersprache nicht aus. Die Haltung der Ohren, aufgestellte Nackenhaare, sichtbare Zähne – auf all das muss man achten, wenn man einen Hund richtig verstehen will. Das ist gar nicht so leicht bei den vielen verschiedenen Rassen, die es gibt.

Es ist übrigens ein Gerücht, dass Hunde, die mit dem Schwanz wedeln, immer gute Laune haben. Manchmal wollen sie sich nur wichtig machen und größer erscheinen, als sie sind. Da ist es besser, auf Abstand zu bleiben.

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Des Menschen bester Freund kann sich durch Bellen, Ohren und Schwanz gut verständlich machen.
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