Aussicht auf Unterach am Attersee
Foto: Salzkammergut Tourismus - Moritz Ablinger

Eine Woche Sommerfrische im Salzkammergut: Die schönsten Erlebnisse zwischen Seen, Bergen und Genuss

Die Servus-Redaktion war eine Woche im Salzkammergut unterwegs und hat die Sommerfrische selbst erlebt: zwischen glasklaren Seen, traditionsreichen Orten, imposanten Bergkulissen und jenem besonderen Lebensgefühl, das die Region seit Generationen prägt.
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Sommerfrische im Salzkammergut ist mehr als eine Auszeit am See. Während einer Woche vor Ort hat die Servus-Redaktion entdeckt, was die Region seit Generationen zu einem Sehnsuchtsort macht: lebendige Traditionen, besondere Kulinarik und Menschen, die ihre Heimat mit Leidenschaft bewahren und gestalten.

Seerosen am Mondsee
Foto: TVB Mondsee-Irrsee - Kathrin Haas
Seerosen am Mondsee

Unsere Reise führt uns von Unterach am Attersee über das kaiserlich geprägte Bad Ischl bis an den Traunsee in den frühen Morgenstunden und weiter zur ältesten Mühle Österreichs in der Gemeinde Mondsee. Unterwegs begegnen wir Handwerk, Brauchtum und Geschichten, die vom einzigartigen Charakter des Salzkammerguts erzählen.

Geschlafen haben wir im Ferienhaus Goldener Anker.

Während unserer Woche im Salzkammergut ist das Ferienhaus Goldener Anker in Unterach am Attersee unser Zuhause auf Zeit. Die Lage zwischen Attersee und Mondsee macht die Unterkunft zum idealen Ausgangspunkt für unsere Entdeckungsreise durch die Region.

Tag 1: Attersee – Sommerfrische-Flair und gelebtes Brauchtum

Zu Besuch in der Villa Paulick

Unsere Reise beginnt am Attersee mit einer Führung durch die historische Villa Paulick in Seewalchen. Die denkmalgeschützte Sommervilla aus dem Jahr 1877 liegt direkt am Seeufer und gilt als eines der schönsten Zeugnisse der Sommerfrische im Salzkammergut. Schon beim Betreten fühlt es sich an, als würde man in eine andere Zeit eintauchen: hohe Räume, liebevoll erhaltene Details und Geschichten von Künstlern, Familien und Sommergästen, die hier einst die warmen Monate verbrachten.

Die Villa Paulick lädt zum Verweilen ein.

Besondere Bekanntheit erlangte die Villa durch ihre Verbindung zu Gustav Klimt und Emilie Flöge, die viele Sommer am Attersee verbrachten. Beim Rundgang begegnen uns immer wieder historische Fotografien, die die beiden im Garten oder am Bootssteg zeigen. So wird die Geschichte der Sommerfrische plötzlich greifbar und lebendig.

Mit viel Engagement setzt sich die Familie Messner dafür ein, das Haus als kulturelles Erbe zu bewahren. Geschichte, Denkmalschutz und die Wertschätzung regionaler Traditionen gehen hier Hand in Hand. Für uns ist der Besuch weit mehr als eine Führung: Er ist eine Zeitreise in die Blütezeit der Sommerfrische, die das Salzkammergut bis heute prägt.

Hier haben auch bereits Gustav Klimt und seine Muse Emilie Flöge ihre Sommermonate genossen.

Ein Stück Salzkammergut-Tradition bei den D'Adlerstoana erleben

Anschließend werden wir vom Trachtenverein D’Adlerstoana willkommen geheißen. Der 1926 gegründete Verein ist bis heute ein wichtiger Träger des kulturellen Lebens in der Region. Mit Volkstanz, Plattlern, Bläsermusik, Schützenwesen und einer engagierten Kindertanzgruppe wird das Brauchtum nicht nur bewahrt, sondern generationenübergreifend weitergegeben.

Gemeinsam mit dem Trachtenverein D'Adlerstoana entdecken wir die traditionelle Seite des Salzkammerguts

Besonders beeindruckt uns, wie selbstverständlich hier Jung und Alt gemeinsam Tradition leben. Ob bei Heimatabenden, Trachtensonntagen, dem Maibaumsetzen oder kirchlichen Festen - die Mitglieder von D’Adlerstoana schaffen Räume für Begegnung und Zusammenhalt. Dabei wird schnell spürbar: Brauchtum ist hier kein Museumsstück, sondern ein lebendiger Teil des Alltags. Mit großer Freude und viel Herzblut sorgen die Vereinsmitglieder dafür, dass regionale Traditionen auch für kommende Generationen erlebbar bleiben.

Tag 2: Bad Ischl – Kaiserflair, Schaumrollen und Bergpanorama

Spazieren, wie einst der Kaiser, in Bad Ischl

Am zweiten Tag führt uns die Reise nach Bad Ischl, jene Stadt, die wie kaum eine andere für die Sommerfrische im Salzkammergut steht. Einst verbrachten Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth hier ihre Sommermonate, und noch heute prägen elegante Villen, historische Gebäude und die besondere Atmosphäre eines traditionsreichen Kurorts das Stadtbild. Bei einer Stadtführung durch die geschichtsträchtige Kaiserstadt begegnet man der Geschichte auf Schritt und Tritt.

Bei einem Spaziergang durchs kaiserliche Bad Ischl entdecken wir die schönen Seiten des Ortes.

Ein besonderer Höhepunkt unseres Stadtspaziergangs ist die frisch renovierte Lehár-Villa, die sich direkt am Ufer der Traun befindet. Der Operettenkomponist Franz Lehár verbrachte, wie viele wohlhabende Künstler, seine Sommermonate in Bad Ischl.

Zu diesem Zweck erwarb er 1912 von der Herzogin von Sabran die Lehár-Villa. Diese ist bis heute im Originalzustand erhalten. Vom Parfümfläschchen im Bad bis zur privaten Bildersammlung des Musikers ist alles so, wie er es 1948 hinterlassen hat. Wir sind begeistert von diesem Denkmal der historischen Sommerfrische im Salzkammergut.

Süßer Genuss im Rührwerk Bad Ischl

Nach so viel Kultur folgt ein süßer Höhepunkt: Im Rührwerk von Maria und Felix Wipplinger dreht sich alles um handwerklich hergestellte Mehlspeisen. In der gläsernen Schaubackstube entstehen täglich frische Schaumrollen, Zimtschnecken und weitere Köstlichkeiten – mit viel Fingerspitzengefühl und echter Handarbeit. Schon beim Eintreten liegt der Duft von frisch gebackenem Gebäck in der Luft und macht die Vorfreude groß.

Die Schaubackstube des Rührwerk in Bad Ischl verwöhnt uns mit seinen Köstlichkeiten.

Mit der Servus-Gondel auf die Katrin Alm

Den Abschluss des Tages bildet eine Fahrt mit der Servus-Gondel auf die Katrin Alm. Auf 1.393 Metern Seehöhe, eingebettet in die beeindruckende Bergwelt des Katringebirges, eröffnet sich ein Panorama, das den Trubel des Alltags schnell vergessen lässt. Von der Bergstation ist die Alm in wenigen Minuten erreichbar und empfängt ihre Gäste mit herzlicher Gastfreundschaft, regionalen Spezialitäten und einer unvergleichlichen Aussicht.

Mit der Servus-Gondel kommen wir sicher zur Bergstation der Katrin Alm.

Der 7-Seenblick ist eine Wanderung wert

Ein besonderer Tipp ist die 7-Seenblick-Wanderung. Der aussichtsreiche Weg belohnt mit beeindruckenden Blicken auf sieben Seen in vier Tälern und zeigt das Salzkammergut von seiner wohl spektakulärsten Seite. Zwischen Gipfeln, Almen und glitzernden Wasserflächen wird deutlich, warum diese Landschaft seit Generationen Menschen in ihren Bann zieht.

Während die Abendsonne die Bergwelt in warmes Licht taucht, genießen wir die Ruhe auf der Alm und lassen die Eindrücke des Tages Revue passieren. Ein stimmungsvoller Ausklang, der einmal mehr zeigt, wie nah im Salzkammergut Naturerlebnis, Genuss und Sommerfrische beieinanderliegen.

Von der Katrin Alm sieht man fast alle Seen des Salzkammerguts.

Tag 3: Traunsee – Wilder Fisch und zu Besuch bei Gmundner Keramik

Die Handwerkskunst des Traunsee-Fischers

Der dritte Tag steht ganz im Zeichen des Traunsees. Früh am Morgen gehen wir mit Berufsfischer Benjamin Mayr hinaus aufs Wasser. Für ihn ist der See nicht nur Arbeitsplatz, sondern Lebensraum. Während der Ausfahrt erzählt er von den Herausforderungen und Besonderheiten des nachhaltigen Wildfangs – und davon, warum kein Tag auf dem See dem anderen gleicht.

Fischen am Traunsee mit Benjamin Mayr
Foto: Lisbeth Wawrik
Fischen am Traunsee mit Benjamin Mayr

Gemeinsam holen wir die Netze ein und erhalten einen authentischen Einblick in ein Handwerk, das seit Generationen mit der Region verbunden ist. Mit etwas Glück finden sich darin Reinanken, Saiblinge, Hechte oder Barsche. Dabei wird schnell spürbar, wie eng Fischerei, Naturverständnis und der respektvolle Umgang mit Lebensmitteln miteinander verknüpft sind.

Benjamin Mayr und Christoph Ranetbauer von Catch&Cook
Foto: Lisbeth Wawrik
Benjamin Mayr und Christoph Ranetbauer von Catch&Cook

Ein besonderer Höhepunkt ist das anschließende Catch & Cook. Christoph Ranetbauer, Koch im Seehotel "Das Traunsee", bereitet den Fang vor Ort frisch zu und zeigt, wie unverfälscht und hochwertig regionale Küche sein kann.

Bei Catch&Cook kombinieren Benjamin und Christoph hochwertige Zutaten mit einem feinen Gespür für Kulinarik.

Gmundner Keramik zeigt Tradition und echtes Handwerk

Am Nachmittag tauchen wir in eine weitere Tradition des Salzkammerguts ein und besuchen die Gmundner Keramik, eine der bekanntesten Manufakturen Österreichs. Seit Jahrhunderten wird hier Keramikkunst gefertigt, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Gmundner Keramik Manufaktur um 1903
Foto: Gmundner Keramik
Gmundner Keramik Manufaktur um 1903

Besonders das charakteristische „Grüngeflammte“ Dekor prägt das Erscheinungsbild der Marke und ist längst zu einem Symbol österreichischer Handwerkskunst geworden.

Handbemalte Keramik - Gmundner Keramik
Foto: Gmundner Keramik
Handbemalte Keramik - Gmundner Keramik

Bei einem Blick hinter die Kulissen erfahren wir, wie viel Präzision, Erfahrung und Leidenschaft in jedem einzelnen Stück steckt. Noch heute wird ein Großteil der Arbeit von Hand ausgeführt – vom Formen über das Bemalen bis hin zum letzten Feinschliff. So entsteht aus jedem Teller, jeder Tasse und jeder Schüssel ein echtes Unikat.

Die Mitarbeiter von Gmundner Keramik führen uns durch ihre Produktionschritte.

Besonders viel Freude bereitet uns das Keramikbemalen. Mit Pinsel und Farbe gestalten wir unser eigenes Erinnerungsstück und bekommen dabei ein Gefühl für die ruhige Hand und das Können, die für dieses Handwerk nötig sind.

Tag 4: Mondsee – Die älteste Mühle Österreichs und eine Schifffahrt über den See

Die älteste Mühle Österreichs mit der jüngsten Müllerin Österreichs

Am vierten Tag führt uns die Reise nach Mondsee zur Erlachmühle, einem Ort, an dem traditionelles Handwerk seit Jahrhunderten lebendig gehalten wird. Die Mühle wurde bereits 1416 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als die älteste Mühle Österreichs. Bis heute wird hier hochwertiges Getreide zu Mehl verarbeitet, aus dem täglich frisches Holzofenbrot entsteht.

Jausenstation Erlachmühle
Foto: Salzkammergut Tourismus
Jausenstation Erlachmühle

Bei einer Führung erhalten wir spannende Einblicke in die Arbeit eines Müllerbetriebs, wie man ihn nur noch selten findet. Müller- und Bäckermeister August Wieneroither und seine Familie zeigen, mit wie viel Wissen, Erfahrung und Leidenschaft das Handwerk über Generationen weitergegeben wird.

Der Mühlbach der Ehrlichmühle - die Zeller Ache.

Besonders beeindruckend ist die Geschichte von Tochter Antonia Wieneroither, die als jüngste Müllermeisterin Österreichs gilt und eindrucksvoll beweist, dass Tradition und Zukunft kein Widerspruch sind. Mit einer warmen Scheibe Holzofenbrot in der Hand wird schnell klar, dass hier nicht nur Mehl erzeugt, sondern ein wertvolles Stück regionaler Kultur bewahrt wird.

Frischer Brot aus dem Holzofen schmeckt bei der Erlachmühle besonders gut.

Das Zusammenspiel aus Handwerk, Familiengeschichte und gelebter Tradition macht den Besuch zu einem Erlebnis für alle Sinne und zu einer Begegnung mit dem echten Mondseerland.

Wasserglanz bei der Mondsee-Schifffahrt

Nach dem Besuch der Erlachmühle wechseln wir die Perspektive und entdecken den Mondsee vom Wasser aus. Bei einer gemütlichen Schifffahrt zeigt sich die Landschaft von ihrer besonders entschleunigten Seite. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke auf die Region. Besonders eindrucksvoll ist der Blick zurück auf den Ort Mondsee mit seiner weithin sichtbaren Basilika St. Michael, die das Ortsbild prägt und zu den bekanntesten Wahrzeichen des Salzkammerguts zählt.

Basilika in Mondsee
Foto: TVB Mondsee-Irrsee - Valentin Weinhäupl
Basilika in Mondsee

Tag 5: Abkühlung am Attersee

Zum Abschluss unserer Sommerfrische kehren wir noch einmal an den Attersee zurück. Nach Tagen voller Eindrücke, Begegnungen und Entdeckungen lassen wir die Reise dort ausklingen, wo die Sommerfrische besonders spürbar ist: direkt am Wasser. Im Strandbad Unterach erwarten uns eine großzügige Liegewiese, schattige Plätze unter alten Bäumen, ein eigener Kinderbereich mit Wasserrutsche und viel Raum zum Entspannen.

Aussicht auf Unterach am Attersee
Foto: Salzkammergut Tourismus - Moritz Ablinger
Aussicht auf Unterach am Attersee

Wer aktiv bleiben möchte, findet auf dem Attersee zahlreiche Möglichkeiten, das glasklare Wasser zu genießen. Ob beim Stand-up-Paddeln, Wasserskifahren oder Wakeboarden – der größte Binnensee Österreichs bietet beste Bedingungen für einen Sommertag am See. Wer es lieber gemütlich angeht, springt einfach ins erfrischende Wasser und genießt den Blick auf die umliegende Bergwelt.

Für die passende Stärkung sorgt das Restaurant Genussufer, das regionale Spezialitäten mit direkter Seelage verbindet. Während die Sonne langsam tiefer sinkt und sich die Berge im Wasser spiegeln, lassen wir die vergangenen Tage Revue passieren. So endet unsere Sommerfrische ganz im Sinne ihrer Tradition: entspannt, genussvoll und mit einer letzten erfrischenden Abkühlung im Attersee.

Bei sommerlichen Wetter kühlen wir uns in Unterach am Attersee ab.

Noch mehr Salzkammergut entdecken

  • Sternenhimmel wie kaum anderswo: Wer die Sommerfrische bis in die Abendstunden auskosten möchte, sollte dem Natur- und Sternenpark Attersee-Traunsee in Steinbach einen Besuch abstatten. Dank der geringen Lichtverschmutzung zählt die Region zu den besten Orten Österreichs für die Beobachtung des Nachthimmels.

  • Genussmomente in Mondsee sammeln: Bei Kräuterkursen von „Mei Gartl“, Apfelstrudel-Backkursen beim Strudelgirl oder einem Besuch bei Spitzenköchin Barbara Langwallner im Wirt z’Zell lässt sich die kulinarische Vielfalt des Mondseelands persönlich kennenlernen.

  • Kulturjuwele im Mondseeland besuchen: Sehenswert sind das Irrseer Heimathaus mit Keramik und Skulpturengarten sowie die Stiftskirche/Basilika Mondsee, die zu den bekanntesten Bauwerken der Region zählt.

Die Servus Sommerfrische entsteht in Kooperation mit dem Tourismusverband Salzkammergut. Auf unserem  Facebook- und Instagram-Kanal können Sie alles darüber erfahren.