Kirschbäume in voller Blüte
Foto: Peter Podpera / Burgenland Tourismus

Pannonisch Wandern im Burgenland

Wandern, Kirschblüten und ein Achterl Wein – danach sehnt man sich, wenn der Frühling in voller Blüte steht. Im Burgenland lässt sich all das ganz selbstverständlich verbinden. Begleiten Sie uns zum Pannonisch Wandern mit Blick auf den Neusiedler See!
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Pannonisch wandern: was muss ich wissen?

Der Begriff „Pannonisch Wandern“ bezeichnet das Genusswandern im Burgenland. Abgeleitet von der Pannonischen Tiefebene steht er vor allem für eines: Wandern mit Fokus auf Genuss, Wein, Kulinarik und Kultur. Die Routen sind im Norden geprägt von sanften Anstiegen, traditionellen Weingärten und dem wohltuenden Blick in die weite Steppenlandschaft rund um den Neusiedler See.

Wo kann man Pannonisch Wandern?

  1. Purbach am Neusiedler See, Mörbisch am See: Rund um den Neusiedler See und den Leithaberg führen sanfte Wege durch Weingärten und kleine Orte. Diese Region ist ideal für Familien und Einsteiger. Wandern, Radfahren, Weinverkostungen und Vogelbeobachtung lassen sich hier gut verbinden. Tipp: Nutzen Sie eine kurze Schiffsfahrt am Neusiedler See als Pause oder Abkürzung. Bekannte Orte: Jois, Purbach, Mörbisch, Neusiedl am See, Rust, Illmitz.

  2. Mittelburgenland-Rosalia: Im Mittelburgenland und in der Rosalia-Region verlaufen zahlreiche Wander- und Radwege zwischen Wäldern, Weingärten und kleinen Ortschaften. Heurige und Wirtshäuser laden unterwegs zu regionalen Spezialitäten ein. Wer möchte, verbindet seine Tour mit einem Thermenbesuch oder einem Abstecher zu den zahlreichen Burgen und Schlössern. Bekannte Orte: Deutschkreutz, Lutzmannsburg, Oberpullendorf, Burg Forchtenstein, Bad Sauerbrunn.

  3. Südburgenland: Das Südburgenland ist geprägt von Kellerstöckl und Buschenschenken inmitten sanfter Hügel. Auf den Wegen steht nicht die sportliche Leistung im Vordergrund, sondern das bewusste Erleben von Landschaft und regionaler Küche. Oft begegnet man hier noch echtem Handwerk und kommt mit den Wirten persönlich ins Gespräch. Bekannte Orte: Eisenberg an der Pinka, Deutsch Schützen, Heiligenbrunn, Burg Güssing, Bad Tatzmannsdorf.

Was sollte man beim pannonisch Wandern beachten?

  • Genug Zeit einplanen: Pannonisch Wandern bedeutet Entschleunigung. Pausen in  Buschenschenken, Heurigen oder Kellerstöckln gehören dazu! Im Vordergrund stehen Landschaft und Kulinarik – nicht die zurückgelegten Kilometer.

  • Hitze und Sonne: Die pannonische Tiefebene ist für ihr warmes, oft sonniges und windiges Klima bekannt. Mit Sonnenschutz, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind Sie gut gerüstet. In den Sommermonaten bietet es sich an, die Mittagssonne zu umgehen und diese Zeit für eine gemütliche Einkehr zu nutzen.

  • Ausrüstung: Am See und auf freien Hügeln sorgt der Wind oft für angenehme Frische – eine leichte Windjacke leistet dabei gute Dienste. Bequeme, gut eingelaufene Schuhe machen das Gehen auf den Schotter- und Feldwegen besonders angenehm.

  • Natur und Kultur respektieren: Bitte bleiben Sie auf den markierten Wegen – besonders in Weingärten und privaten Rieden, um Natur und Arbeit der Winzer zu schützen. In Brut- und Schutzgebieten (z. B. im Seewinkel) genießen alle die Landschaft am besten, wenn Hunde an der Leine geführt werden. Da es nur wenige Mülleimer gibt, ist es hilfreich, den eigenen Müll wieder mitzunehmen – so bleibt die Region für alle sauber und erholsam.

  • Kulinarik und Öffnungszeiten:  Buschenschenken öffnen vielfach saisonal („Ausg’steckt is“) und bieten dann besonders stimmige Einkehrmöglichkeiten. Am besten vorab kurz nachsehen, ob geöffnet ist, und bei kleineren Betrieben im Zweifel anrufen – so lässt sich die Tour gut planen.

  • Schönste Reisezeiten: Ideale Jahreszeiten sind der Frühling mit seiner Blüte und den milden Temperaturen, der Frühsommer sowie der Herbst mit Weinlese und bunt gefärbten Weingärten.

Genusswandern zwischen endlosen Weiten und märchenhaften Waldstücken.

Wo waren wir unterwegs?

Wir haben für Sie das Nordburgenland am Neusiedler See erkundet, konkret den N11-Panoramaweg. Dieser führt von Donnerskirchen mit Blick auf blühende Kirschbäume hinüber nach Purbach, weiter durch die pannonische Landschaft zum Freilichtmuseum „Wander Bertoni“ und schließlich in Richtung Jois, wo wir den Tag gemütlich ausklingen lassen.

Die insgesamt 27,2 Kilometer lange Strecke lässt sich ganz nach Lust und Können gestalten. Wer es gemütlicher angehen möchte, wählt einen Abschnitt zwischen den einzelnen Ortschaften und kehrt bequem mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurück. Natürlich kann man sich auch spontan für den nächsten Teilabschnitt entscheiden – und die Tour so Stück für Stück individuell erweitern.

Der erste Abschnitt führt von Donnerskirchen entlang des malerischen Kirschblüten-Radwegs bis nach Purbach. Weiter geht es von Purbach nach Breitenbrunn, ehe der letzte Teil schließlich von Breitenbrunn bis nach Jois verläuft.

1. Vormittag: Loswandern entlang der Kirschblüte

Wer im Frühling Lust auf eine einfache, aber eindrucksvolle Genusswanderung hat, ist auf dem N11-Panoramaweg zwischen Donnerskirchen und Purbach genau richtig. Wir starten beim Kirchturm von Donnerskirchen und lassen den Ort rasch hinter uns, vorbei an Weingärten und hinein ins frische Grün am Waldrand. Es liegt zwar nicht ganz am N11-Wanderweg, doch der kleine Umweg zahlt sich aus: Der Aufstieg ins „Himmelreich“ ist gut zu bewältigen und belohnt mit einem weiten Blick über den Neusiedler See und die pannonische Landschaft.

Ausblick vom Himmelreich

Zwischen Donnerskirchen und Purbach begleitet uns, je nach Blütezeit, ein duftendes Band aus Kirsch- und Obstbäumen ebenso wie ein ständiger Ausblick auf den Neusiedler See. Dieser Abschnitt zeigt sehr schön, was den Weg ausmacht: leicht begehbare Wege, viel Natur – und immer wieder der Blick über Reben hin zum Neusiedler See und den sanften Hügeln des Leithagebirges. Eine Route, die sich wunderbar für gemütliche Wanderer und Familien eignet.

Zwischen Donnerskirchen und Purbach findet man in der Blütezeit zahlreiche Kirsch- und Obstbäume, geschmückt von einer Vielzahl an Blüten.

2. Mittag: Genuss in der Kellergasse entdecken

Die charmante Kellergasse in Purbach ist ein kulinarisches Erlebnis.

In Purbach angekommen, wechseln wir vom Wander- in den Genussmodus. Die historische Kellergasse mit ihren alten Kellerstöckln ist wie ein kurzer Spaziergang durch die Weinbaugeschichte des Ortes. Hier spürt man, wie eng Arbeit im Weingarten, Kellertradition und Dorfalltag zusammengehören. Beim Heurigen kehren wir ein, genießen eine regionale Jause, ein Glas Wein und nehmen uns ausreichend Zeit zum Durchatmen und Genießen.

Und erfahren, dass sich hier alles um die Kirsche dreht: Expertin Andrea Strohmayer erzählt uns mehr über die Bedeutung der Frucht in der Region, die schon „seit dem 18. Jahrhundert hier im Burgenland kultiviert wird“. Beim Spaziergang durch den Kirschgarten berichtet sie von regional spezifischen Sorten, wie der Purbacher Hängenden Kirsche, der Windener Schwarzen Kirsche, oder der Donnerskirchner Blaukirsche.

Im Anschluss an die Führung durch den Garten dürfen wir einen frischen Kirschstrudel aus den Edelkirschen probieren, den Andrea aus Früchten aus dem Vorjahr gezaubert hat. „Kirschen lassen sich gut einfrieren, mit und ohne Kern!“, verrät uns die leidenschaftliche Kirschliebhaberin noch. Die nächsten reifen Kirschen lassen aber nicht mehr lange auf sich warten – schon Ende Mai ist es hier so weit.

3. Nachmittag: Kulturelle Eindrücke im „Wander Bertoni“-Freilichtmuseum

Am Nachmittag zeigt der Panoramaweg, wie vielfältig die pannonische Landschaft ist. Zwischen Purbach und Breitenbrunn gehen wir auf gut begehbaren Wegen mit freiem Blick auf den Neusiedler See, vorbei an Weingärten und Wiesen. Dieser Abschnitt ist besonders für jene geeignet, die längere, aber nicht zu anspruchsvolle Strecken mögen und unterwegs Zeit haben wollen, die Natur in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Ein besonderer Moment auf dem Weg ist das Freilichtmuseum „Wander Bertoni“: Skulpturen im Freien, Kunst zwischen Bäumen, Wiese und Himmel. Man wird langsamer, schaut genauer hin, lässt die Formen und Figuren ein bisschen auf sich wirken. Danach geht es Richtung Jois weiter, wieder vorbei an Weingärten und Kellergassen. Auf dieser Route spürt man, wie nah sich hier Natur, Kunst und Weinbau sind.

Wandern mit Kultur verbinden – das geht besonders gut im Freilichtmuseum „Wander Bertoni“.

4. Abend: Beim Ochsenbrunnen den Tag ausklingen lassen

Gegen Abend erreichen wir den Ochsenbrunnen bei Jois – einen kleinen Teich, eingebettet in ruhige Natur. Nach unserer ausgedehnten Wanderung ist das ein idealer Platz, um anzukommen, durchzuatmen und den Tag innerlich noch einmal vorbeiziehen zu lassen. Dieser Abschnitt ist ein stimmiger Abschluss: ein letzter, ruhiger Spaziergang in der Abendsonne, bei dem Wandern, Wein und pannonische Weite noch einmal zusammenfinden.

Beim Ochsenbrunnen lassen sich die müden Beine gut ausruhen.
  • Tipp: Am 30. Mai 2026 findet in Breitenbrunn der Kirschen- & Genussmarkt statt. Dort gibt es einen Markt mit regionalen Köstlichkeiten, einen Kirschkernweitspuckwettbewerb und Kunsthandwerk aus der Region.

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