Brauchtum

Bäuerin aus Leidenschaft: Magdalena Neubauer vom Wohlmayergut

Schon als Kind wusste Magdalena Neubauer aus Thalheim bei Wels, dass sie einmal Bäuerin werden möchte. Heute lebt sie diesen Beruf mit großer Überzeugung. Als Seminarbäuerin gibt sie ihre Begeisterung für die Landwirtschaft weiter.

Anzeige
Am Wohlmayergut ist Magdalena Neubauer überall dort unterwegs, wo ihre Arbeit gerade gebraucht wird.
Foto: Katharina Mitterlehner
Am Wohlmayergut ist Magdalena Neubauer überall dort unterwegs, wo ihre Arbeit gerade gebraucht wird.

„Eine Bäuerin ist ein bisschen eine Managerin“, sagt Magdalena Neubauer. Aufgewachsen am elterlichen Hof Wohlmayergut, wurde sie schon früh in den bäuerlichen Alltag eingebunden. Sie durfte mithelfen, ausprobieren und Verantwortung übernehmen – Erfahrungen, die ihr heute zugutekommen.

„Irgendwas wird immer kaputt, dann schau ich‘s mir an und es geht schon weiter“, sagt sie schmunzelnd. Genau diese Vielseitigkeit macht den Beruf für sie aus. Zum Familienbetrieb gehören Schweinezucht und Schweinemast ebenso wie Ackerbau sowie der Anbau von Kürbissen und Marillen. Noch ist Magdalena bei ihren Eltern angestellt, doch dass sie den Hof eines Tages übernehmen wird, stand für sie immer außer Frage.

Das Wohlmayergut bei Wels ist von Feldern und dem hofeigenen Marillengarten umgeben.
Foto: Matthias Jurkovics
Das Wohlmayergut bei Wels ist von Feldern und dem hofeigenen Marillengarten umgeben.
Eine Bäuerin ist ein bisschen eine Managerin.
Magdalena Neubauer
Willkommen am Wohlmayergut

Eine Bäuerin hält viele Fäden zusammen

Einen Bauernhof zu führen verlangt weit mehr als praktisches Geschick. Unternehmerisches Denken, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein gehören ebenso dazu. Deshalb hat Magdalena die Meisterausbildung in der Landwirtschaft abgeschlossen. Gerade im „Jahr der Bäuerin“ möchte sie zeigen, wie viel Kompetenz, Engagement und Organisation hinter diesem Beruf stehen.

Neugierig bleiben, Neues probieren

Die Idee, Marillen anzubauen, hatte Magdalenas Vater. Eine bislang ungenutzte Feldspitze neben dem Hof sollte bepflanzt werden, und dann noch mit einer Obstart, die in Thalheim bei Wels nicht gerade typisch ist. Trotzdem wagte die Familie den Versuch. 2019 wurden die ersten Bäume gesetzt, heute wachsen dort rund 300 Marillenbäume. Verkauft werden die Früchte direkt im kleinen Hofladen des Wohlmayerguts.

Was viele Kundinnen und Kunden nicht sehen, wenn sie ihr Steigerl Marillen mit nach Hause nehmen, ist die Arbeit, die in jeder einzelnen Frucht steckt. Frost, Hagel oder große Hitze begleiten die Familie durch die Saison und verlangen jedes Jahr aufs Neue Geduld und Fingerspitzengefühl.

Stall, Felder, Büroarbeit und Obstgarten: Als Bäuerin trägt Magdalena Verantwortung für viele Bereiche.
Foto: Katharina Mitterlehner
Stall, Felder, Büroarbeit und Obstgarten: Als Bäuerin trägt Magdalena Verantwortung für viele Bereiche.

Wie wertvoll ein Lebensmittel ist, lässt sich nicht allein am Preis erkennen. Sein Weg beginnt lange, bevor es im Hofladen oder später auf dem Küchentisch landet. Hinter jedem Erzeugnis stehen Wissen, Erfahrung und unzählige Entscheidungen. Genau diese oft unsichtbare Arbeit möchte Magdalena stärker ins Bewusstsein rücken.

Das Bewusstsein für Herkunft, Qualität und die Arbeit hinter unseren Lebensmitteln steht auch im Mittelpunkt der gemeinsamen Reihe „Natürlich echt“ von Servus und der AMA.

Fachwissen, Erfahrung und tägliche Arbeit: Das Wohlmayergut wird als landwirtschaftlicher Meisterbetrieb geführt.
Foto: Katharina Mitterlehner
Fachwissen, Erfahrung und tägliche Arbeit: Das Wohlmayergut wird als landwirtschaftlicher Meisterbetrieb geführt.

Der Bauernhof als Klassenzimmer

Dieses Wissen weiterzugeben, ist Magdalena ein großes Anliegen. Als Seminarbäuerin und im Rahmen von „Schule am Bauernhof“ bringt sie Erwachsenen und Kindern die Landwirtschaft näher. Sie zeigt, wie ein Hof funktioniert, wo Lebensmittel ihren Ursprung haben und welche Arbeit hinter ihrer Herstellung steckt.

Magdalenas Herz schlägt für Tiere, deshalb gibt es bei ihr am Hof auch viele.

Vom Marillenbaum auf den Kuchenteller

Wie eng Erzeugung und Verarbeitung zusammengehören, zeigt Magdalena mit ihrer Marillentarte. Dafür verwendet sie die Marillen aus dem eigenen Obstgarten und die Eier ihrer Hühner. Mit wenigen, hochwertigen Zutaten entsteht ein Kuchen, der bei der ganzen Familie beliebt ist.

Von der Pflege der Bäume bis zur Ernte: In jeder Marille steckt ein ganzes Arbeitsjahr.
Foto: Katharina Mitterlehner
Von der Pflege der Bäume bis zur Ernte: In jeder Marille steckt ein ganzes Arbeitsjahr.

Die Marillentarte ist dabei weit mehr als eine sommerliche Mehlspeise. Sie erzählt den Weg eines Lebensmittels – vom Setzen des Baumes bis zum fertigen Stück Kuchen. Und sie erinnert daran, dass hinter regionalen Lebensmitteln immer Menschen stehen, die mit Wissen, Hingabe und viel Handarbeit dafür sorgen, dass aus guten Zutaten etwas Besonderes wird.