Stiefmütterchen: Herkunft, Bedeutung, Anwendung und Pflege im Überblick
Das Stiefmütterchen ist mehr als eine hübsche Frühjahrsblume: Sein Name erzählt eine kleine Familiengeschichte, in der Volksheilkunde gilt es als Kinderheilpflanze. Erfahren Sie, wie man es erkennt, verwendet und im Garten richtig pflegt.
Woher hat das Stiefmütterchen seinen Namen?
Der Name Stiefmütterchen geht auf eine botanische Besonderheit der Blüte zurück: Fünf grüne Kelchblätter tragen fünf bunte Blütenblätter.
Das unterste, breite, besonders stark gefärbte Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern – das ist die „Stiefmutter“.
Rechts und links davon sitzen zwei weitere, bunte Blütenblätter, jede auf einem Kelchblatt – das sind die „Töchter“.
Die zwei oberen, meist violetten Blütenblätter müssen sich mit je einem Kelchblatt zufriedengeben – sie gelten als die „Stieftöchter“.
Diese bildhafte Deutung gab der Pflanze ihren deutschen Namen – und erklärt, warum so viel Familiengeschichte in einer einzigen Blüte steckt.
Woran erkennt man ein Stiefmütterchen?
Das Wilde Stiefmütterchen findet man wild wachsend leider nicht mehr so häufig – im Gegensatz zum ebenfalls heilkräftigen Ackerstiefmütterchen (Viola arvensis). Der botanische Name Viola deutet auf die nahe Verwandtschaft mit dem wohlriechenden Veilchen (Viola odorata) hin.
Das wilde Stiefmütterchen ist eine einjährige, bis zu 30 cm hohe Pflanze, die unteren Blätter sind rundlich, die oberen lanzettförmig und gezähnt.
Die Blüten variieren stark in der Farbe, sind aber meist violett, weiß und gelb (tricolor, lat. dreifarbig).
Warum gilt das Stiefmütterchen als gesund?
In den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde das Stiefmütterchen als Arznei für Kinderkrankheiten erwähnt, in der Volksmedizin ist es die Kinderheilpflanze schlechthin. Und das nicht nur bei Hautleiden, sondern auch bei Bauchschmerzen und Krämpfen, weshalb man es auch Fraisenkraut nannte.
In alten Mythen steht das Stiefmütterchen immer in enger Verbindung mit Herzensangelegenheiten, was auch der englische Name „heartsease“ (im übertragenen Sinn: Herz heilen) ausdrückt. Auch „pansy" nennt man es, das kommt vom französischen „pensées“ und bedeutet Gedanke. In der viktorianischen Blumensprache steht das Stiefmütterchen für: „Du bist in meinen Gedanken.“
Über die botanische Herkunft des Stiefmütterchens
Wer würde vermuten, dass diese farbenfrohe, fast exzentrische Gartenpflanze mit dem zierlichen, duftenden Veilchen verwandt ist? Und doch: Das Gartenstiefmütterchen (Viola wittrockiana) gehört zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae) und ist das Ergebnis von Kreuzungen verschiedener wilder Veilchenarten. Die Ahnin des Gartenstiefmütterchens ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor) – die „Urmutter“ aller Gartenstiefmütterchen. Dieses wild wachsende Ackerblümchen ist kleiner und zarter, aber ebenso widerstandsfähig wie seine prominente Nachfahrin. Es blüht in Weiß, Gelb und Blau und trägt im Volksmund viele Namen:
Ackerveilchen
Liebesgesichtli
Tagveigerl und Nachtveigerl
Samtblümlein
Mädchenauge
Freisamkraut
Katharinchen
Aber auch Muttergottesschuh und Dreifaltigkeitskraut, denn man vermutete, das Wilde Stiefmütterchen stehe mit himmlischen Mächten im Bunde.
Was kann man aus Stiefmütterchen machen?
Aus Stiefmütterchen kann man einen Tee oder einen Badezusatz machen. Verwendet wird das blühende Kraut.
Rezept für einen Stiefmütterchen-Tee und -Bäder
1 TL Kraut mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen. Fünf Minuten ziehen lassen. Trinkt man bei Hautkrankheiten kurmäßig, drei Wochen zwei bis drei Tassen täglich. Bei Säuglingen kann man den Tee statt Wasser zur Nahrungszubereitung verwenden (1/4 TL Kraut pro Tasse).
Für Bäder 2 bis 3 EL Kraut mit heißem Wasser übergießen. 15 Minuten ziehen lassen. Fertigpräparate gibt es meist nur in Mischungen, z. B. als Hautöl mit Ringelblumen und Kamille.
Welchen Standort und welche Pflege brauchen Stiefmütterchen?
Neben ihrer Schönheit punktet die Pflanze vor allem mit ihrer Robustheit. Das macht das Gartenstiefmütterchen seit Generationen so beliebt.
Witterung: verträgt auch gelegentlichen Frost
Standort: liebt es sonnig, kommt aber auch im Halbschatten zurecht
Boden: feucht, aber nicht staunass und nährstoffreich
Pflanztipp: mit einer Handvoll Kompost ins Beet setzen, dann blüht es oft bis in den Sommer hinein
Die bunten Blüten wirken im Beet fast wie Schmetterlinge, die jemand vom Himmel geholt und an Stängel gebunden hat, damit sich alle an ihren Farben freuen können.
Das könnte Sie auch interessieren:
15x nach Hause bekommen & nur 12x bezahlen
Wunsch-Startdatum wählen & kostenlos nach Hause liefern lassen
Mindestlaufzeit: 12 Ausgaben, Erscheinungsweise: 12x im Jahr
Jederzeit mit 4-wöchiger Frist zum Monatsende schriftlich kündbar (nach Mindestlaufzeit).