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Servus zum Zuhören

Ilse lässt es krachen. Oder: Die perfekte Braten-Kruste

Im Gasthof Eberhard in St. Michael wird dem Braten viel Zeit gegönnt, bis er als goldbraunes Knusperwunder am Tisch aufgeschnitten wird. Wie das klingt? Das hören Sie im neuen Servus Wirtshauspodcast.

Wirtshaus, Gasthof Eberhard, Ofenbratl, Kruste, Podcast
Foto: Christof Wagner
Ilse Blachfellner-Mohri hat uns all ihre Geheimnisse rund um das perfekte Ofenbratl verraten.

Wir freuen uns, wenn Sie den Podcast-Kanal vom Servus in Stadt & Land-Magazin abonnieren und uns eine Bewertung da lassen – auf SpotifyApple Podcasts und Google Podcasts.

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Sie hören: Wolfgang Wieser – wir rufen ihn auch gerne Joe – besucht für Servus in Stadt & Land die besten Wirtshäuser Österreichs. Für den Podcast „Servus zum Zuhören“ macht der Wiener gemeinsam mit Raffael Fritz, unserem Mann für den guten Ton, Gusto aufs Einkehren.

Dieser Wirtshausbesuch erschien 2021 in der Mai-Ausgabe von Servus in Stadt & Land. Jedes Monat setzen wir uns an einen Gasthaustisch im Alpenraum, stellen die Wirtsleute vor und verraten deren beste Rezepte. Werfen Sie hier einen Blick in das aktuelle Servus-Magazin.

Der Wirtshausbesuch zum Nachlesen

Nein, sagt Ilse, das ist keine Ausnahme, das macht sie immer so. Angeschnitten wird der Braten am Tisch, vor den Augen ihrer Gäste. Sie setzt das Messer an – und lässt die zwei Zentimeter dicke goldbraune Kruste mit kräftigem Schnitt krachen. Das Fleisch dampft, und wir schlucken, weil uns das Wasser im Mund zusammenläuft. Wir sitzen an einem der vier schweren Tische im Schankraum. Sie stehen hier in St. Michael, seit Ilses Urgroßvater sie in den 1920er-Jahren gegen das alte Mobiliar ausgetauscht hat.

Auf einem alten Foto wacht er mit üppigem Schnauzer, straff gekämmtem Haar und forschem Blick über das Geschehen. Gekauft hat der das Haus in der Steiermark 1885 um 17.500 Gulden. „Damals ein kleines Vermögen“, sagt Ilse Blachfellner-Mohri, 51. Das letzte Geld, das ihm von seinen Eltern geblieben war, nachdem sein Vormund die Erbschaft beinahe durchgebracht hatte. Das Haus selbst ist sehr viel älter, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1505. Ilse hat es vor sechzehn Jahren von ihren Eltern übernommen.

Damals, als ihre Älteste in die Schule kam, beschlossen sie und ihr Mann, aus Wien in den Heimatort zurückzukehren – weil sie ihre drei Kinder lieber auf dem Land aufwachsen sehen wollten als in der Großstadt. Außerdem war klar, dass das riesige alte Haus in der Familie bleiben und weitergeführt werden sollte. Und weil Ilse schon immer eine Liebe zum Kochen hatte, war den vier Schwestern klar, dass nur sie es sein konnte.

Das Haus hat sie erst einmal entrümpelt. „Ich habe mich gefragt, wie kann ich das so machen, dass du mit einem Schmunzeln reingehst.“ Kochst du auch so: mit einem leichten Schmunzeln? „Ja, mit leichtem Schmunzeln und mit dem Wissen um Tradition und Moderne. Ich koch mit Sicherheit nicht so wie meine Großmutter, aber was mich schon fasziniert, ist, dass man Dingen genügend Zeit lässt.“ Wie dem Schopf, der sich bei 90 Grad Celsius über mehrere Stunden in ein köstliches Ofenbratl verwandelt.

Gasthof Eberhard
Raiffeisenstraße 24
8770 St. Michael

gasthof-eberhard.at

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