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Garten

Warum man den Garten im Herbst nicht aufräumen sollte

Den Garten im Herbst sich selbst überlassen – das klingt ungewohnt, ist aber sinnvoll. Erfahren Sie, warum der Rückschnitt öfter warten kann, was Samenstände für Vögel und Insekten leisten und welche Vorteile stehen gelassene Pflanzen für den Boden haben.

Naturnaher Garten im Herbst mit stehengelassenen Stauden und Gräsern: Im Mittelpunkt ein großes Chinaschilf mit rotbraunen Halmen und cremefarbenen Rispen, umgeben von vertrockneten Stauden, Salbei und herbstlich verfärbten Sträuchern. Links eine schwarze Metall-Windfahne mit Hahn.
Foto: Angelika Jakob
Stehen lassen statt aufräumen: Ein Garten im Oktober zeigt, wie viel Schönheit in vertrockneten Halmen, Samenständen und herbstlichem Farbenspiel steckt – und wie viel Leben darin überwintert.

1. Was macht den Herbst zur schönsten Zeit im Garten?

Der frühe Herbst ist die Zeit des Vergehens. Doch so manche verblühte Schönheit entfaltet jetzt besondere Reize: Wollige Büschel, bizarre Kapseln und bunte Samen und Beeren verzaubern den Garten. Spinnennetze glitzern zwischen den Samenständen, und eines Morgens hat der erste Raureif Fruchtkapseln und Schoten, Dolden und Kugeln überzogen. Der Garten funkelt, als hätte ein Riese eine Handvoll Diamanten darin ausgestreut.

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In der Vergänglichkeit entstehen Gartenbilder, die jeden Blick ebenso wert sind wie zuvor die bunten Blüten. Erst wenn die Farben verschwinden, treten Strukturen und Formen von Fruchtständen und Samenkapseln hervor – dann zeigen Pflanzen, welch wundersame Gebilde sie im Zuge ihrer Vermehrung hervorbringen können. So mancher erfahrene Gartenmensch bezeichnet sogar nicht den üppigen Sommer, sondern den Herbst als seine liebste Jahreszeit. Dann sind die feinen Stimmungen und Nuancen, vor allem im Staudenbeet, besser wahrzunehmen.

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2. Ein Rückschnitt im Herbst – ja oder nein?

Was gegen einen Rückschnitt spricht:

Der Garten funkelt im Herbst – allerdings nur dort, wo Gärtnerhände nicht zu fleißig waren. Denn durch Rückschnitt der Pflanzen bringt man sich um genau jene Szenen, die den Herbstgarten so besonders machen: Spinnennetze zwischen Samenständen, Raureif auf Fruchtkapseln und Schoten, Dolden und Kugeln, die im frühen Morgenlicht leuchten. In der Vergänglichkeit entstehen nämlich Gartenbilder, die jeden Blick ebenso wert sind wie zuvor die bunten Blüten. Es zahlt sich also aus, dem Drang, im Garten aufzuräumen, zu widerstehen.

So mancher Herbstschnitt im Garten ist auch aus ganz praktischen Gründen nicht empfehlenswert:

  • Frühjahrsblüher wie Forsythien, Flieder oder Zierkirschen bilden ihre Blütenknospen bereits am alten Holz und sollten deshalb besser direkt nach der Blüte geschnitten werden.

  • Auch frostempfindliche Pflanzen sowie Rosen und manche Obstgehölze profitieren häufig von einem Schnitt im Frühjahr, weil frische Schnittstellen im Herbst durch Frost geschädigt werden können. Ein starker Rückschnitt kurz vor dem Winter sollte daher vermieden werden; meist ist ein schonender Pflegeschnitt die bessere Wahl.

Was Sie im Herbst zurückschneiden sollten:

Ein Rückschnitt im Herbst ist aber dann sinnvoll, wenn abgestorbene, kranke oder beschädigte Äste entfernt werden müssen und die Pflanze dadurch gesund und sicher in den Winter geht. Auch viele sommerblühende Sträucher, Obstgehölze und Hecken können nach dem Laubfall vorsichtig ausgelichtet oder in Form geschnitten werden.

Der Herbstschnitt verbessert die Luftzirkulation, verhindert das Abbrechen schwacher Zweige durch Schnee und schafft Platz für einen kräftigen Austrieb im Frühjahr.

  • Wichtig: Vor dem Schnitt sollten Pflanzen und Gehölze immer auf Nester und überwinternde Tiere kontrolliert werden

3. Welchen ökologischen Nutzen haben stehen gelassene Pflanzen im Winter?

Das Stehenlassen von Samenständen hat nicht nur ästhetische, sondern auch ökologische Vorteile:

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