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Garten

Mulchen und Gründüngung: Wie wir dem Boden Gutes tun

Mulchen und Gründüngung schützen den Boden wie eine natürliche Pflanzendecke vor Erosion, halten ihn bedeckt, lassen nichts verloren gehen und versorgen gleichzeitig die Bodenlebewesen mit Nahrung. Servus-Gartenwissen über Vorteile und Anwendung.

Illustrationen von ein Gartenbeet mit Salat, Sonnenblumen & Blumen
Foto: Illustration: Julia Zott
Neben Gründüngung sorgt auch eine Mulchabdeckung für den Schutz des Bodens.

Warum sind Gründüngung und Mulchen wichtig für den Boden?

Ein fruchtbarer Garten beginnt im Boden - Gründüngung und Mulchen können hierbei behilflich sein. Egal ob kleine Beete, Hochbeete oder großer Gemüsegarten für sie gilt dasselbe wie in der freien Natur, denn auch dort bleibt Erde nie unbewachsen.

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  • Dank einer dichten Pflanzendecke wird der Boden vor Sonne und Regen geschützt. Außerdem entsteht durch den natürlichen Verrottungsprozess der Grünschicht Humus, welcher die Erde mit weiteren Nährstoffen versorgt. Genau dieses Prinzip lässt sich im eigenen Garten mit Mulch und Gründüngung nachahmen. Damit bleibt der Boden feucht, locker und ein Paradies für Leben.

  • Im Boden arbeiten Millionen Mikroorganismen. Sie verwandeln Pflanzenreste in besagte Nährstoffe für Gemüse und Blumen. Damit sie ihre Arbeit tun können, brauchen sie Schutz und Nahrung. Beides liefern Mulchschichten und Gründüngungspflanzen.

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„Im Hausgarten sollten wir darauf achten, möglichst wenige nackte Böden zu haben“, empfiehlt sie. „Vor, nach oder zwischen der Ernte im Gemüsegarten, aber auch auf Staudenbeeten ist Gründüngung eine sinnvolle Maßnahme. So kann der Boden regenerieren, er trocknet weniger aus. Tiefes Wurzelgeflecht lockert ihn auf, das Bodenleben wird aktiviert und Beikraut unterdrückt“, rät Servus-Expertin Reinhild Frech-Emmelmann, Gründerin von ReinSaat. Mit rund 50 Mitarbeitenden produziert sie seit über 25 Jahren in St. Leonhard am Hornerwald im Waldviertel samenfestes biologisch-dynamisches Saatgut, unter anderem auch von Gründüngungspflanzen.

Illustration von einem Hochbeet
Foto: Illustration: Julia Zott/Julia Lammers
Auch im Hochbeet oder in kleinen Lücken im Beet kann man eine Gründüngung säen.

Was ist Gründüngung?

Gründüngung bedeutet, Pflanzen gezielt auszusäen, um den Boden zu verbessern. Nach der Ernte oder zwischen Kulturen wachsen sie auf freien Flächen, schützen die Erde und werden später eingearbeitet.

Gründüngung bringt gleich mehrere Vorteile:

  • lockerer Boden durch starke Wurzeln

  • mehr Nährstoffe, vor allem Stickstoff bei Klee & Luzerne

  • weniger Unkraut

  • mehr Insekten im Garten

Welche Pflanzen eignen sich für die Gründüngung?

Besonders wertvoll sind Leguminosen wie Klee oder Luzerne. Sie binden Stickstoff aus der Luft und reichern ihn im Boden an. Andere Pflanzen haben zusätzliche Wirkungen: Ringelblumen und Tagetes helfen gegen schädliche Nematoden, Sonnenblumen oder Gelbsenf lockern schwere Böden, blühende Arten locken Bestäuber in den Garten.

Bienenfreund wiederum gedeiht auch im Schatten gut und verbessert als Nitratfänger überdüngte Böden. Blühende Gründüngungspflanzen sind übrigens nicht nur eine Augenweide, sie locken Insekten an, die dann für eine bessere Bestäubung der Gemüsepflanzen sorgen.

Wann wird Gründüngung gesät?

Gesät wird Gründüngung fast das ganze Jahr über, im Frühjahr mit robusten Arten, im Sommer als Mischkultur zwischen Gemüse und nach der Ernte als Nachsaat. Selbst im Hochbeet kann sie den Boden verbessern und vor Austrocknung schützen.

Wann sollte man welche Arten säen?

  • März–April: kältefeste Arten wie Ackerbohne oder Spinat

  • Mai–Juli: niedrig wachsende Pflanzen wie Alexandriner- oder Perserklee

  • August–Oktober: schnell wachsende Arten wie Bienenfreund, Inkarnatklee, Winterwicke oder Gelbsenf

  • Herbst/Winter: kältefeste Pflanzen wie Vogerlsalat oder Spinat

Servus-Tipp: Pflanzen derselben Familie sollten nicht direkt nacheinander am selben Beet stehen – das beugt Krankheiten und Bodenmüdigkeit vor. Dabei ist die Planung der Fruchtfolge sehr wichtig.

Ist Gründüngung auch bei Hochbeete sinnvoll?

„Auch im Hochbeet kann man eine Gründüngung säen. Wenn die Erde im Beet im nächsten Frühjahr dann weiter zusammengesackt ist, auf die abgefrorene Gründüngung eine neue Schicht Erde geben“, rät Reinhild Frech-Emmelmann.

„Und natürlich kann man auf kleine freie Flächen in Beeten säen, dann aber eher zur Erhöhung der Artenvielfalt als zur Düngung. Ringelblumen sind dafür ein Tipp: Sie wachsen überall, sehen gut aus und locken Bestäuber an.

Häufig gestellte Fragen zur Gründüngung

Ist es egal, welche Gründüngung man vor welcher Kultur ausbringt?

Nein, denn auch bei der Gründüngung sollte man auf die Fruchtfolge achten, um Bodenmüdigkeit und Krankheiten zu vermeiden. Pflanzen der gleichen Familie deshalb nicht nacheinander am selben Platz anbauen. Eine kleine Anleitung:

  • Kreuzblütler: Weißen Senf und Kresse nicht vor oder nach Kohlgemüsen, Radieschen, Rettich.

  • Schmetterlingsblütler: Klee nicht vor oder nach Bohnen und Erbsen.

  • Gänsefußgewächse: Spinat nicht vor oder nach Mangold und Roten Rüben.

  • Korbblütler: Ringelblumen nicht vor oder nach Salaten.

  • Neutral, also stets geeignet: Vogerlsalat, Borretsch und Buchweizen.

Stimmt es, dass Gründüngung den Boden mit Stickstoff anreichert?

Das gilt nicht für alle Gründüngungspflanzen. Aber Hülsenfrüchtler (Leguminosen) wie Inkarnatklee, Perserklee, Luzerne, Sommerwicke, Ackerbohne und Lupine binden durch ihre Symbiose mit Knöllchen­bakterien Stickstoff aus der Luft und reichern ihn im Boden an.

Kann man Gründüngungspflanzen auch ernten?

Ja, manche von ihnen sind essbar. Im Herbst können gleich nach der Ernte Vogerlsalat oder Spinat ausgesät werden. Die kältefesten Pflanzen schützen den Boden den Winter über, bilden viele feine Wurzeln und hinterlassen im Frühling eine fein­ krümelige Erde. Bis dahin können immer wieder Blätter geerntet werden.

Weißer Senf ist ebenfalls winterhart und lockert mit seinen langen Pfahlwurzeln auch schwere, lehmige Böden. Die ersten scharfwürzigen Blätter lassen sich bereits nach vier Wochen ernten.

Für einen Frühjahrsanbau eignen sich Erbsen; die Gartenkresse ist eine Schnellkur zwischendurch, sie keimt nach wenigen Tagen und kann dementsprechend bald in den Boden eingearbeitet werden. Bis dahin lassen sich die Blättchen für die Küche pflücken. Hier geht es zu unserem Sortenüberblick Kresse.

Gründüngung im Garten wird mit einer Gartenschere geerntet.
Foto: Julia Zott
Gründüngung im Garten kann man durchaus auch ernten und genießen.

Was bedeutet Mulchen?

Neben der Gründüngung gibt es noch eine zweite einfache Methode, um den Gartenboden zu verbessern: das Mulchen. Dabei wird der Boden mit organischem Material wie Grasschnitt, Laub oder Stroh bedeckt. Die schützende Schicht hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut und schützt vor Hitze und Frost. So entstehen ideale Bedingungen, damit Mikroorganismen Humus bilden und den Boden fruchtbar machen.

Welche Materialien eignen sich zum Mulchen?

  • Schnell wirkend: Grasschnitt oder klein geschnittene Gemüseabfälle – sie verrotten rasch und liefern dem Boden schnell Nährstoffe.

  • Lang schützend: Laub oder Stroh – sie zersetzen sich langsamer und bilden eine dauerhafte Schutzschicht gegen Austrocknung, Erosion und Unkraut.

  • Für Staudenbeete: Kies oder Splitt – mineralische Materialien sind pflegeleicht, speichern Wärme und eignen sich besonders für dauerhaft bepflanzte Flächen.

Wann bringt man das Mulchmaterial auf?

Generell kann die Mulchschicht von Frühjahr bis Herbst jederzeit aufgebracht werden, sobald offene Flächen vorliegen.

  • Praktisch ist es, solange die Pflanzen noch niedrig sind, also im zeitigen Frühjahr oder nach dem Rückschnitt.

  • Auch vor der Bepflanzung eines Beets ist es sinnvoll, man pflanzt dann quasi durch die Mulchschicht aus.

  • Neuaussaaten sollten grundsätzlich nicht gemulcht werden.

Wie mulcht man richtig?

  1. Beet vorbereiten: Boden leicht lockern, Unkraut entfernen und Schneckenverstecke wie Bretter oder Steine wegräumen.

  2. Material richtig zurichten: Grasschnitt kurz antrocknen lassen und grobes Material bei Bedarf zerkleinern, damit es locker liegt und gut verrotten kann.

  3. Mulch gleichmäßig verteilen: Eine lockere Schicht rund um die Pflanzen ausbringen und dabei etwas Abstand zu Stängeln und jungen Pflanzen lassen.

  4. Beet beobachten: Feuchtigkeit, Schnecken und Bodenentwicklung im Blick behalten – bei Bedarf Mulch ergänzen oder anpassen. Ein- bis zweimal pro Saison nachmulchen damit Boden dauerhaft geschützt bleibt.

Illustration mit Erdbeerstauden mit einer Mulchschicht
Foto: Julia Zott
Erdbeerstauden werden mit einer Mulchschicht geschützt.

Häufig gestellte Fragen zum Mulchen

Welche Nachteile hat Mulchen?

Kontinuierliches Mulchen über längere Zeit hat oft die Zunahme an Schnecken zur Folge. Deshalb sollte man vor allem bei langen Trockenperioden mulchen, da sind die Plagegeister wenig mobil. Und vor dem Mulchen alle Schneckenverstecke wie Bretter und Steine entfernen.

Mulchmaterialien wie scharfkantige Holzhackschnitzel, Späne von Chinaschilf und Flachs, aber auch Lavagranulat werden von Schnecken naturgemäß eher gemieden. Aber ist gibt auch noch weitere Möglichkeiten, dich vor Schnecken zu schützen.

Um Schnecken nicht durch das Mulchen ins Beet einzuladen, sollte man die Mulchschicht an möglichst trockenen Tagen ausbringen.
Foto: Julia Zott
Um Schnecken nicht durch das Mulchen ins Beet einzuladen, sollte man die Mulchschicht an möglichst trockenen Tagen ausbringen.

Was bedeutet Stickstofffestlegung?

Stroh, Rindenmaterial und Holzhäcksel bestehen zu einem überwiegenden Anteil aus Kohlenstoff und zu einem sehr geringen Anteil aus Stickstoff. Werden sie als Mulchmaterial verwendet, nehmen die Bodenorganismen bei der Zersetzung für ihren eigenen Bedarf allen verfügbaren Stickstoffaus dem Boden, sie „legen ihn fest“, und treten damit in Konkurrenz zu den Pflanzen, die dadurch unter Stickstoffmangel leiden, den man mit zusätzlicher Düngung ausgleichen müsste. Für Wege zwischen den Beeten sind Stroh, Rinden- und Holzhäcksel aber gut geeignet.

Weiterführendes Gartenwissen zu Mulchen:

Gesunder Boden, reicher Garten

Mulchen und Gründüngung sind einfache, natürliche Methoden mit großer Wirkung. Sie verbessern die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben und helfen Pflanzen, gesund zu wachsen. Wer den Boden pflegt, legt den Grundstein für einen lebendigen Garten – Jahr für Jahr. Schließlich ist er die wertvollste Grundlage des Gärtnerns. Eine Handvoll gesunder Boden enthält mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Damit das so bleibt, brauchen diese Organismen Nahrung und eine geschützte Oberfläche.

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