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Garten

Spinat aus dem Garten: Wie anpflanzen und genießen

Einfach ist er nicht, aber einzigartig. Und weil ihn allerhand Legenden umranken, lohnen sich ein paar klärende Worte, ehe wir ihn herzhaft genießen – unseren Spinat aus dem Garten.

Spinat Gemüse Pflanzenporträt
Foto: Eisenhut & Mayer
Die frischen Blätter des Spinats

In der kalten Jahreszeit an frisches heimisches Gemüse zu gelangen ist gar nicht so einfach. Zum Glück gibt’s den Spinat, den wir auch mitten in einem schnee- und frostreichen Jänner aus dem Hausgärtlein ernten und frisch auf den Tisch bringen können. 

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Wie man Spinat im Garten anpflanzt

  • Noch vor dem Frost im Spätherbst gesät, schätzt Spinacia oleracea kurze Tage und lange Nächte. Wichtige Voraussetzung ist aber eine schützende gläserne Abdeckung.

  • Hat man das Blattgemüse zudem im Wochenabstand mehrmals nachgesät, kann man 50 bis 60 Tage später auch laufend frisch ernten. Aber bitte immer vor der Blüte, sonst wird’s ein bitteres Vergnügen. 

  • Generell braucht Spinat humosen, tiefgründigen Boden. Das gilt natürlich auch für die Aussaat ab Ende März. Die Samen sind Dunkelkeimer, werden in 3 bis 4 cm tiefe Rinnen gesät und dann mit Erde bedeckt. 

Übrigens: Vorgänger im Garten und auf dem Teller waren bei uns die Gartenmelde und der Gute Heinrich, der als „Wilder Spinat“ ebenfalls zu den Gänsefußgewächsen gehört. Als die Mauren im 8. Jahrhundert Teile Spaniens eroberten, brachten sie auch die bei uns heute bekannte Spinatart mit. Ab dem 16. Jahrhundert wurden zunächst aber nur spitzblättrige Sorten angebaut, die heute nicht mehr kultiviert werden. 

Der Name der Pflanze lässt sich sowohl vom persischen „aspanaj“ als auch vom lateinischen „spina“ ableiten, was so viel wie „Stachel“ bedeutet. Dies spielt auf die in der Urform stacheligen Samenkapseln an. 

Spinat aus dem Tiefkühlfach

Als die Tiefkühlkost in den 1950er-Jahren eine neue Ära der schnellen Küche einläutete, ging es dem frischen Spinat an den Kragen. In den 1970er- und 1980er-Jahren aß fast jedermann „Rahmspinat“. Heute ist frischer Spinat aber glücklicherweise wieder auf Bauernmärkten und in Gärten zu finden. 

„Spinat ersetzt eine halbe Apotheke“, sagte der Volksmund über das grüne Blattgemüse. Im Grunde zu Recht, nur die Sache mit dem hohen Eisengehalt war immer schon falsch. Die „sagenhaften“ blutbildenden Werte beruhen freilich nicht auf einem Tippfehler, wie oft behauptet wird. Der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge hatte den Eisengehalt schon 1890 richtig berechnet. Aber er bezog sich dabei auf getrockneten Spinat, nicht auf frischen. Da Spinat zu ca. 90 Prozent aus Wasser besteht, enthalten 100 g frischer Spinat „nur“ 3,5 Milligramm Eisen und nicht die vielzitierten 35 Milligramm. 

Spinat ersetzt eine halbe Apotheke
Volksmund

Vitamine & Mineralstoffe: Der Popeye-Effekt

Vor allem für Eltern wichtig zu wissen: Spinat gehört zwar dank reichlich Vitaminen, Magnesium und Folsäure zu den gesündesten Gemüsearten, enthält aber auch viel Oxalsäure – und zu viel davon kann zur Entkalkung von Knochen und Zähnen führen. Vielleicht haben Kinder deshalb immer schon instinktiv eher allergisch auf das „grünste aller Gemüse“ reagiert. 

Dem versuchte man ab den 1940ern mit dem Spinat-Kraftlackl Popeye entgegenzusteuern. Der Comic-Seemann zeichnet also verantwortlich, dass ganze Kindergenerationen Schnoferl ziehend Cremespinat in sich hineinlöffelten. 

Besser geeignet ist Spinat für ältere Semester. Darauf verweist die dunkelgrüne Signatur seiner Blätter. Dies und der zusammenziehende Geschmack zeigen die Kraft des Saturn an, jenes Planetenprinzip, das unser Alter regiert. 

In der Küche ist Spinat ein recht heikler Geselle: am besten die Blätter nach dem Waschen unzerkleinert verarbeiten – durch Blanchieren oder schonendes Dampfen. In Butter geschwenkt oder mit Knoblauch gewürzt, mit Muskatnuss oder Mandelblättchen verfeinert wird er zur delikaten Beilage. Und natürlich kann man mit Spinat auch wunderbar Nudelteig färben. 

Was man noch wissen sollte 

  • Eiserne Regel: Wenn Kinder Spinat ablehnen, sollte man das respektieren. Obstsäfte, vor allem Sanddornsaft, eignen sich besser, um den Eisenbedarf der Kleinen zu decken. 

  • Die Sache mit dem Nitrat: Je nach Jahreszeit und Nährstoffgehalt des Bodens können sich im Spinat größere Mengen Nitrat anreichern. Deshalb im Garten nur mit Kompost, nicht mit Mineralien düngen und am besten bei Sonnenschein zu Mittag ernten. In der Früh ist die Nitratkonzentration am höchsten. 

  • Die Frische-Frage: Spinatblätter sollten spätestens nach zwei Tagen im Kühlschrank verarbeitet werden. Auch zubereiteter Spinat darf nicht länger aufgehoben werden. Blanchierte Blätter eignen sich gut zum Einfrieren. 

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