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Garten

Rote Rüben anbauen, ernten und lagern – alles, was Sie wissen müssen

Rote Rübe, Rande oder Rohne – die rote Knolle hat viele Namen und noch mehr Qualitäten. Was sie im Beet braucht und wie sie bis ins Frühjahr hält, erfahren Sie hier.

Rote Rübe Rote Beete Pflanzenporträt Gemüse
Foto: Eisenhut & Mayer
Rote Rüben halten kühl und in feuchtem Sand gelagert bis ins nächste Frühjahr.

1. Rote Rübe im Kurzporträt

Die Rote Rübe gehört zu den zuckerhältigsten Gemüsesorten überhaupt – verwandt ist sie mit der Zuckerrübe. Ihren typischen, intensiven Farbton macht sich die Lebensmittelindustrie als Naturfarbstoff E 162 zunutze.

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Im Hausgarten ist sie anspruchslos: ein tiefgründiger, vollsonniger Platz, Kompost vor der Aussaat – und dann sich selbst.

Merkmal

Details

Botanischer Name

Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva

Volkstümliche Namen

Rote Bete, Rande, Salatrübe, Rohne, Rahner, Rauna

Verwandte

Zuckerrübe

Besonderheit

Natürlicher Farbstoff E 162

Standort

Vollsonnig

Boden

Tiefgründig

Aussaatzeit

Mitte April bis Ende Juli

Ernte (Frischverzehr)

Ab 7 Wochen nach Aussaat

Lagerung

Bis zum nächsten Frühjahr (in feuchtem Sand, 3–5 °C)

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2. Welche Sorten Roter Rüben gibt es?

Im Hausgarten werden heute vorwiegend diese fünf Sorten gezogen:

Sorte

Besonderheit

Rote Kugel 2

Gut lagerbar

Moulin Rouge

Muss nicht vereinzelt werden

Burpee's Golden

Milder Geschmack

Tondo di Chioggia

Weiß-rotes Fleisch

Forono

Walzenförmig, nicht kugelrund

Die typische runde Form und die intensive Rotfärbung sind übrigens das Ergebnis langer Züchtungsarbeit – ursprünglich war die Rübe weder so rund noch so rot.

3. Was hat die Rote Rübe mit Halloween zu tun?

  • Wer denkt, der Kürbis war schon immer die Laterne des Abends vor Allerheiligen, irrt. Die Rote Rübe war lange davor die Hauptdarstellerin eines Brauchs namens „Rübengeistern": In der Nacht vor Allerheiligen zogen Kinder mit ausgehöhlten und beleuchteten Roten Rüben durch die Nachbarschaft. Erst nach und nach haben die Kürbisfratzen diesen Brauch verdrängt – und die Rote Rübe geriet als Laterne völlig in Vergessenheit.

  • Den Ursprung des Brauchs liefert eine alte irische Legende: Der Halunke Jack O. soll den Teufel so listig genarrt haben, dass dieser ihm versprach, seine Seele niemals zu holen. Nach seinem Tod blieb ihm wegen seiner Schandtaten aber auch der Himmel versperrt. Seitdem geistert er zwischen den Welten – lediglich eine Rote Rübe mit einem Stück glühender Kohle darin erhellt ihm den Weg durch die Finsternis.

4. Wann und wie werden Rote Rüben ausgesät?

Anders als Salat, der bei steigenden Temperaturen immer schlechter keimt, freut sich die Rote Rübe über Wärme. Die Aussaat ist von Mitte April bis Ende Juli möglich – direkt ins Beet, ohne Umweg über den Anzuchttopf. Folgendes sollte man beachten:

  • Vorbereitung der Samen: Die Samen vor der Aussaat eine halbe Stunde in warmem Wasser vorquellen lassen – das fördert die Keimung

  • Boden: tiefgründig, vollsonniger Standort

  • Vorbereitung des Beetes: Kompost einbringen; nach der Aussaat wird nicht mehr gedüngt

  • Saattiefe: 2–3 cm

  • Reihenabstand: 20–25 cm

  • Abstand in der Reihe: ca. 8 cm

  • Nach der Aussaat: Samen mit Erde bedecken, gut festdrücken und feucht halten

  • Keimung: nach etwa einer Woche

  • Vereinzeln: Wenn die Pflänzchen zu dicht stehen, auf 15 cm Abstand in der Reihe ausdünnen – Ausnahme: die Sorte Moulin Rouge muss nicht vereinzelt werden

Rote Rüben Keimlinge (Bild: Mauritius Images)
Foto: mauritius images / Tim Gainey / Alamy / Alamy Stock Photos

5. Welche Nachbarpflanzen passen zu Roten Rüben?

Gute Nachbarn:

  • Salate

  • Erbsen

  • Zucchini

  • Kohl

Weniger geeignete Nachbarn: Rote Rüben vertragen sich nicht gut mit Spinat und Mangold. Zwischen diesen drei Gemüsearten sollte an einem Standort eine Anbaupause von mindestens drei Jahren eingehalten werden.

6. Wann werden Rote Rüben geerntet?

  • Für den Frischverzehr lässt sich bereits nach sieben Wochen die erste Ernte einfahren. Die jungen Knollen halten, in Zeitungspapier gewickelt, bis zu drei Wochen im Kühlschrank.

  • Wer die Rüben für die Langzeitlagerung erntet, lässt sie länger auswachsen. Dabei gilt: Den Blattschopf nach der Ernte vorsichtig abdrehen – nicht abschneiden und das Fleisch dabei nicht verletzen, damit die Knolle beim Lagern nicht zu faulen beginnt.

7. Wie lagert man Rote Rüben richtig?

Rote Rüben gehören zu den dankbarsten Lagergemüsen im Hausgarten. Richtig eingelagert, halten sie kühl und in feuchtem Sand bis ins nächste Frühjahr. So geht's:

  • Rüben vollständig auswachsen lassen

  • Blattschopf vorsichtig abdrehen (nicht abschneiden, Fleisch nicht verletzen)

  • In einer Holzkiste in Lagen schlichten

  • Mit feuchtem Sand bedecken

  • Lagertemperatur: 3 bis 5 °C

  • Luftfeuchtigkeit: hoch

Für den kurzfristigen Verbrauch: junge Knollen nach 7 Wochen ernten, in Zeitungspapier wickeln und im Kühlschrank bis zu drei Wochen aufbewahren.

8. Wie kocht und verarbeitet man Rote Rüben?

Bei der Verarbeitung gilt eine wichtige Grundregel: Rote Rüben immer erst nach dem Kochen schälen. Wer sie vorher schält, kocht die wertvollen Inhaltsstoffe aus. Je nach Größe brauchen die Knollen zwischen 30 und 60 Minuten, bis sie gar sind.

Möglichkeiten in der Küche:

  • Roh: geschält und geraspelt mit Karotten und Äpfeln zu einem köstlichen Salat vermischt

  • Als Essiggemüse: sauer eingelegt – dabei kommt die natürliche Süße der Rübe besonders gut zur Geltung

  • Im Nudelteig: der dunkle Saft färbt den Teig leuchtend rot

  • Blätter: lassen sich ähnlich wie Spinat oder Mangold zubereiten

  • Als Suppe: der osteuropäische Klassiker Borschtsch wird heiß oder kalt serviert

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