Kohlsprossen anbauen, ernten und zubereiten – so geht’s richtig
Rosenkohl, auch bekannt als Kohlsprossen oder Sprossenkohl, ist der eleganteste Spross der Kohlfamilie und lässt sich von Oktober bis April frisch ernten. Erfahren Sie, was das Gemüse im Garten braucht, wann es geerntet wird und wie es am besten schmeckt.
Kohlsprossen-Wissen in der Übersicht:
- 1. Kohlsprossen im Kurzporträt
- 2. Woher kommen Kohlsprossen?
- 3. Wann und wie werden Kohlsprossen gepflanzt?
- 4. Wie pflegt man Kohlsprossen richtig?
- 5. Wann kann man Kohlsprossen ernten?
- 6. Wie bewahrt man Kohlsprossen auf?
- 7. Wie werden Kohlsprossen am besten zubereitet?
- 8. Welche Zubereitungsarten gibt es für Kohlsprossen?
1. Kohlsprossen im Kurzporträt
Kohlsprossen gehören zur großen Familie der Kreuzblütler – und sind der jüngste Vertreter der weit verzweigten Kohlfamilie.
Botanischer Name | Brassica oleracea var. gemmifera |
Volksnamen | Kohlsprossen (Österreich, Süddeutschland), Sprossenkohl |
Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
Aussaat | Ende April oder im Mai |
Auspflanzen | Juni oder Juli |
Pflanzabstand | 50 × 50 cm |
Ernte | Herbstsorten ab Oktober, Wintersorten ab Spätherbst bis April |
Frosthärte | bis –10 °C (je nach Sorte) |
2. Woher kommen Kohlsprossen?
Rosenkohl ist ein echter Europäer – und sein Name verrät seine Herkunft. Zum ersten Mal tauchte er dort auf, wo heute das Herz Europas schlägt: in Brüssel. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab dieser jüngste Vertreter der weit verzweigten Kohlfamilie auf den Brüsseler Märkten sein Debüt.
„Chou de Bruxelles“ – Brüsseler Kohl – war sein ursprünglicher Name, und in französischsprachigen Ländern heißt er so bis heute. Als „Brüsseler Sprossen“ trat er im 19. Jahrhundert seinen Siegeszug durch die Küchen Europas an.
3. Wann und wie werden Kohlsprossen gepflanzt?
Kohlsprossen werden Ende April oder im Mai ausgesät.
Die Jungpflanzen kommen im Juni oder Juli ins Beet.
Der Boden sollte tiefgründig, humos und ausreichend feucht sein.
Vor dem Auspflanzen gut verrotteten Kompost einarbeiten.
Pflanzabstand: 50 × 50 cm – die Pflanzen brauchen viel Platz.
Wer Kohlsprossen auf dem Balkon ziehen möchte: Das geht, braucht aber mindestens einen 30-Liter-Kübel pro Pflanze und einen kühlen, nicht zu warmen Standort über den Sommer. Stauhitze verträgt Kohl gar nicht.
4. Wie pflegt man Kohlsprossen richtig?
Sobald sich in den Blattachseln die kleinen Röschen bilden, wird mit Pflanzenjauche gedüngt.
Im Sommer regelmäßig und ausreichend gießen.
Je nach Sorte bildet Rosenkohl unterschiedlich große Gipfelrosen aus. Bei Herbstsorten empfiehlt es sich, diese zu kappen – dann entwickeln sich die Achselröschen besser. Am besten im September, wenn die Sprossen haselnussgroß sind.
Im Herbst die Pflanzen mit Erde anhäufeln, damit sie im Winter stabil stehen. Bei Bedarf mit einem Stock stützen.
Kohlsprossen sind frosthärter als die großen kopfbildenden Kohlarten und überstehen je nach Sorte Temperaturen bis zu –10 °C.
5. Wann kann man Kohlsprossen ernten?
Herbstsorten: ab Oktober
Wintersorten: ab Spätherbst bis in den April hinein, wenn die Röschen zu blühen beginnen
Die zwei bis drei Zentimeter großen Sprossen bilden sich direkt am Strunk in den Blattachseln der Pflanzen – wie Miniaturkohlköpfe, von unten nach oben reifend. Die meisten sind hellgrün, es gibt aber auch einige blauviolette Sorten. Geerntet wird deshalb ebenfalls von unten, den Strunk entlang nach oben.
Dass die Ernte genau dann ansteht, wenn frisches Gemüse ohnehin rar ist, macht Kohlsprossen zur willkommenen Abwechslung in der an Frischgemüse armen Jahreszeit.
6. Wie bewahrt man Kohlsprossen auf?
Frische Kohlsprossen halten sich zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks. Tiefgefroren sind sie bis zu einem halben Jahr haltbar. Dafür können die Röschen vorher kurz blanchiert werden – genauso gut lassen sich aber auch die geputzten, rohen Sprossen direkt einfrieren.
7. Wie werden Kohlsprossen am besten zubereitet?
Kohlsprossen können ihr Aroma nur dann voll entfalten, wenn zwei Dinge stimmen:
Frische: Am besten frisch vom Markt oder aus dem Garten. Sind die äußeren Blättchen gelb, trocken oder papieren, gehören sie nicht mehr auf den Tisch.
Kurze Garzeit: Die Röschen kommen für nicht mehr als drei bis vier Minuten ins kochende Salzwasser. Wer sie länger kocht, kocht auch Geschmack und Bissfestigkeit heraus.
Das Ergebnis: nussig, mit typischem Kohlgeschmack, manchmal leicht bitter – und ein gutes Stück eleganter als der Ruf des Gemüses vermuten lässt. Ein großes Stück Butter macht den Genuss perfekt!
Gut zu wissen: Viele Menschen bezahlen den Genuss von Kohlgemüse mit Blähungen. Zumindest ein bisschen eindämmen kann man diese unangenehme Nebenwirkung, wenn man dem Kochwasser Kümmel hinzufügt.
8. Welche Zubereitungsarten gibt es für Kohlsprossen?
Anders als viele andere Kohlarten werden Kohlsprossen nicht roh gegessen. Diese Varianten funktionieren besonders gut:
Kochen oder blanchieren und anschließend in zerlassener Butter schwenken
Anbraten: der Länge nach halbiert in Olivenöl oder Butter – gibt eine schöne Röstung
Überbacken: vorgegart in einer Auflaufform mit Käse, Speck und Béchamelsauce
Marinieren: halbierte Sprossen in einer Vinaigrette aus Apfelessig und Rapsöl
Mit Räucherspeck: wie Fisolen vertragen sich Kohlsprossen bestens mit geräuchertem Speck – eine deftige Beilage vor allem zu Wildgerichten
Mediterran: Knoblauch, Salbei und Olivenöl oder geriebener Parmesan verleihen ihnen ein südliches Flair
Wer die leicht bittere Note nicht mag: Ein Großteil der Bitterstoffe geht beim Kochen ins Wasser über.
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