Anzeige

Garten

Fingerhut (Digitalis): Alles über Standort, Blüte und Pflege

Mit seinen röhrenförmigen Blüten in Rot, Rosa oder Weiß ist der Fingerhut ein Klassiker im Bauerngarten. Schön, giftig und nützlich zugleich – ein Porträt.

Fingerhut, Pflanzenporträt, Garten, Deko, Schubkarre
Foto: mauritius images/ Red Cover
Der Fingerhut verschönert die Pflanzenpracht im Garten durch seine kräftig gefärbten Blüten.

Wissenswertes über den Fingerhut:

Anzeige

1. Fingerhut im Kurzporträt

Imposant, farbenfroh und mit einer langen Geschichte als Heilpflanze: Der Fingerhut ist ein Klassiker im Bauerngarten, der mit seinen röhrenförmigen Blütenkerzen von Juni bis August weithin sichtbar ist.

Servus Garten WhatsApp-Kanal

Merkmal

Information

Botanischer Name

Digitalis

Familie

Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Häufigste Art in Mitteleuropa

Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

Wuchshöhe

30 bis 150 cm

Blütezeit

Juni bis August

Blütenfarben

Rot, Weiß, Rosa, Beige, Gelb, Lavendelblau

Standort

Sonnig bis halbschattig

Boden

Sandig, stickstoffhaltiger Lehmboden

Lebensdauer

Zwei- oder dreijährig

Vermehrung

Aussaat im späten Frühjahr

2. Was bedeutet der Name „Fingerhut“?

Die röhrenförmigen Blüten des Fingerhuts stehen in einer Traube am oberen Teil des Stängels und weisen alle in dieselbe Richtung. Sie sind bis zu fünf Zentimeter lang – groß genug, um tatsächlich einen Finger hineinzustecken. Der botanische Name Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab.

Regional ist die Pflanze auch unter anderen Namen bekannt: Fingerglöckerln, Waldglocken, Waldschellen und Potschen.

3. Ist der Fingerhut giftig?

Ja – und das in allen seinen Arten. Dennoch ist der Fingerhut eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt: Schon im 5. Jahrhundert wurde er in Irland heilkundlich erwähnt und dort als „Fairys Herb“ bezeichnet. Man versuchte damals, damit „verhexte“ Kinder zu heilen – oft mit tödlichem Ausgang, denn alle Digitalis-Arten sind stark giftig.

Der Rote Fingerhut gilt als erste Arzneipflanze der modernen Medizin. Digitalispräparate werden bis heute als Herzmittel eingesetzt.

Wichtig: Den Fingerhut niemals ohne medizinischen Hintergrund innerlich anwenden. Im Garten als Blickfang genießen – aber Kinder und Tiere fernhalten.

Fingerhut, Pflanze, Servus
Foto: pixabay
Blüten des Fingerhuts.

4. Welchen Standort braucht der Fingerhut?

Der Fingerhut gedeiht sowohl sonnig als auch halbschattig. Eine interessante Eigenheit: Im Schatten wächst er größer. Am wohlsten fühlt er sich in sandigem, stickstoffhaltigem Lehmboden.

5. Wann blüht der Fingerhut?

  • Die Blütezeit liegt von Juni bis August. Der Fingerhut ist zwei- oder dreijährig und zeigt seine kräftig gefärbten Blüten in Rot, Beige, Weiß, Rosa, Gelb und Lavendelblau.

  • In Mitteleuropa am häufigsten anzutreffen ist der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) mit roten, weißen oder rosafarbenen Blüten.

6. Wie wird der Fingerhut gepflanzt und vermehrt?

Der Fingerhut wird durch Aussaat im späten Frühjahr vermehrt. Da die Samen sehr fein sind, empfiehlt sich die Anzucht im Kasten, bevor die Jungpflanzen ins Beet gesetzt werden.

7. Wie pflegt man den Fingerhut richtig?

Die Pflege des Fingerhuts ist unkompliziert. Der wichtigste Handgriff: Verblühtes regelmäßig entfernen – das erhöht die Chance auf eine zweite Blüte.

8. Welche Beetpartner passen zum Fingerhut?

Der Fingerhut macht sich besonders gut in Kombination mit:

  • Ballonblume

  • Farnen

  • Hoher Glockenblume

  • Elfenblume

  • Gräsern

  • Sterndolde

Die Kombination aus den schlanken Fingerhut-Kerzen und dem weichen Grün von Farnen oder Gräsern ist ein klassischer Bauerngarten-Anblick – stimmig vom frühen Sommer bis in den Herbst.

9. Welchen Nutzen hat der Fingerhut im Garten?

Der Fingerhut ist mehr als ein schöner Blickfang – er arbeitet still im Hintergrund für die Gesundheit anderer Pflanzen:

  • In Obstbaumscheiben gepflanzt unterstützt er die Baumgesundheit, besonders bei Gummifluss.

  • Er stärkt die Abwehr gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau und die Rostkrankheit der Malven.

  • Er fördert das Wachstum von Kiefer und Rhododendron.

Das könnte Sie auch interessieren:

Anzeige