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Tiere

Das Spielverhalten der Katze richtig verstehen

An Wintertagen führen die Wege vieler Katzen vom gemütlichen Sofa zum kuscheligen Liegeplatz auf dem Heizkörper, zum Futternapf und wieder zurück zum Sofa. Kommt Ihnen das bekannt vor? So einfach bringt man Abwechslung ins Leben des Stubentigers.

Bengalkatze spielt mit einem Federbusch
Foto: mauritius images / furryfritz - Nils Jacobi
Fangspiele. Nicht jedes Spiel der Katze zeichnet sich durch wildes Herumtoben aus. Je älter die Katze, desto ruhiger wird ihr Verhalten. Das Verharren in Lauerstellung ist Teil des Spiels.

Ihre Katze spielt nicht, sagen Sie? Vor allem ältere Katzen schauen dem Treiben oft nur gelangweilt zu – möchte man meinen. In den meisten Fällen stimmt das aber nicht. Katzen haben eine so spezielle Art zu spielen, dass wir es häufig nicht als Spiel erkennen.

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Wie spielen Katzen?

Wie stellen Sie sich eine spielende Katze vor? Wahrscheinlich so: Sie wedeln mit einem Wollfaden, die Katze versucht, das Ende mit eifrigen Sprüngen und ausgestreckten Pfoten zu fangen, um sich dann auf dem Rücken zu kugeln und die Beute mit Krallen und Zähnen zu bearbeiten, bevor Sie das Ende des Wollfadens wieder in Bewegung versetzen und ein hektisches Mäuseschwänzchen imitieren. Ja, so müssen Katzen spielen.

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Müssen sie aber nicht! Wir Menschen glauben das nur. Die allermeisten Katzen spielen auf eine ganz andere Art, vor allem, wenn sie ihren dritten Geburtstag schon hinter sich haben.

  • Bleiben wir beim Wollfaden. Wenn die Katze das Ende des Fadens vor sich sieht, wird sie sich womöglich ducken und ihn beobachten. Dabei rührt sie sich nicht. „Die spielt einfach nicht“, schlussfolgern dann die Besitzer.

  • In Wahrheit aber ist die Katze längst in das Spiel vertieft. Als Lauerjägerin liegt es in ihren Genen, dass sie durch leises Rascheln oder Fiepen in eine Art Beobachtungsstarre versetzt wird.

  • Für die Katze ist das Spiel damit längst eröffnet, man muss nur gelegentlich ein wenig am Faden zupfen, um sie bei Laune zu halten.

Eine Kollegin brachte es kürzlich auf den Punkt. Sie sagte: „Mit einer Katze zu spielen ist ungefähr so aufregend, wie einer Farbe beim Trocknen zuzuschauen.“ Es liegt an der Kunst des Menschen, kleine Zeichen der Körpersprache zu lesen und mit Geduld und List die Konzentration der Katze auf das Spiel zu bewahren. Durchaus anspruchsvoll. Mit einer jungen Katze spielen kann hingegen jeder.

Von Tierärztin Tanja Warter

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