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Tiere

Was der Hütehund alles kann

Wann sind Sie das letzte Mal einem Wanderschäfer begegnet? Noch nie? Nicht verwunderlich, denn die Zeiten, in denen es sich Menschen zum Beruf machten, mit Schafen und Hunden durch die Lande zu ziehen, sind zwar noch nicht ganz, aber fast vorbei.

Tiere, Schafe, Hund, Hütehund, Schäfer
Echtes Arbeitstier. Als reine Familienhunde sind Hütehunde wenig geeignet. Sie brauchen zum Glücklichsein eine anspruchsvolle Tätigkeit.  

Trotzdem: Die Anzahl der Schafe bei uns ist nach einem Einbruch in den 1970er-Jahren deutlich steigend und inzwischen sogar höher als Mitte des vorigen Jahrhunderts. Viele Landwirte haben die Liebe zum Schaf wiederentdeckt und etliche auch die Freude an der Arbeit mit einem Hütehund.

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Angeborenes Bedürfnis

Hütehunden ist es ein angeborenes Bedürfnis, eine Herde stets zusammenzuhalten. Dieser Instinkt ist ihnen in die Wiege gelegt. Dabei ist es zunächst gar nicht wichtig, ob es sich um Schafe handelt. Einmal war ein zehn Wochen alter Bordet-Collie-Welpen dabei zu beobachten, wie er Hühner zu kontrollieren versuchte. Daran erkannte der Züchter gleich: „Aus dem Hund wird was!“

Gehorsames Laufwunder

Der Border Collie ist das Paradebeispiel für einen Hund, der mit Schafen zusammenarbeitet. Auch der selten gewordene Schafpudel oder der Kelpie sind prädestiniert für die Hütearbeit, denn anders als der gute alte Schäferhund sind diese Rassen außerordentlich flink und wendig, sehr lauffreudig und ordnen sich gern dem Menschen unter. Schließlich weiß der Hund nicht von allein, wohin die Schafe sollen, sondern er benötigt die Kommandos des Schafhalters.

Vier Befehle bilden die Grundlage der Hundeausbildung. Sie lauten: rechts, links, gerade und stopp. Meist werden sie mit Handzeichen kombiniert, damit ein Schäfer nicht über die ganze Wiese schreien muss, um seinem Hund etwas mitzuteilen.

Bis zur Perfektion dauert die Ausbildung eines Hütehundes etwa vier Jahre. Entscheidend ist, dass er sich bei der Arbeit durch nichts ablenken lässt und die Schafe immer in Ruhe treibt und nicht hetzt.

Doch wozu braucht man heute noch Hütehunde, wenn Schafe ohnehin meist eingezäunt leben? Dafür gibt es gute Gründe. Manchmal müssen Schafe auf eine andere Weide getrieben werden, manchmal müssen sie eingepfercht werden, weil sie eine Entwurmung brauchen oder weil die Klauenpflege ansteht.

Einen Hütehund wie den Border Collie bei der Arbeit zu beobachten, ist ein echter Genuss. Auch für seinen stolzen Besitzer.

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